Alternativen zur natürlichen Schwangerschaft

Wenn dem Wunder nachgeholfen wird!

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Es ist ein ganz normales Alltagsbild: Eltern mit ihren Kindern. Spielend, lachend, tröstend, vielleicht auch tadelnd oder ein bisschen genervt. Sie begegnen uns überall. Im Supermarkt, im Schwimmbad, im Park oder beim Arzt im Wartezimmer. Der Anblick ist gang und gäbe und die wenigsten denken sich überhaupt etwas dabei. Anders bei Paaren, denen der Traum vom Familienglück verwehrt bleibt.

Schwanger

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Kinderlose Paare sind tagtäglich einem großen Leidensdruck ausgesetzt, der von einer nahezu unerträglichen und unerfüllten Sehnsucht geprägt ist. Nicht selten ist ein kinderloses Paar zusätzlich den unbedachten Äußerungen seiner Mitmenschen ausgesetzt, die sich von gut gemeinten Ratschlägen bis hin zu Spötteleien oftmals wenig diskret zeigen.

In Deutschland sind etwa 15 % der Paare ungewollt kinderlos. Hinter dieser simplen Zahl verbergen sich Schicksale.

Tränen, Emotionen und bedauerlicherweise nicht selten auch Trennungen sind oft die Folgen einer ungewollten Kinderlosigkeit. Von ungewollter Kinderlosigkeit spricht man übrigens erst dann, wenn ein Paar ein Jahr lang ohne Erfolg versucht hat ein Kind zu zeugen. Paare über 35 Jahren sollten allerdings schon eher reagieren, wie man eindrucksvoll hier nachlesen kann. Nur wenn man frühzeitig reagiert, lässt sich der Frust in Grenzen halten.

Leider wird eine ungewollte Kinderlosigkeit von den Krankenkassen nicht immer als Krankheit eingestuft. Die meisten Kassen erstatten zwar die Aufwendungen für diagnostische oder rein medikamentöse Maßnahmen, nicht aber die Kosten für Insemination (= künstliche Befruchtung), IVF (In-vitro-Fertilisation = Befruchtung im Reagenzglas) oder ICSI (Intracytoplasmatische Spermieninjektion = Spermium wird direkt in eine Eizelle gesetzt).

Die Kosten für weiterführende Behandlungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen meist anteilig nur mit 50% getragen. Der Restbetrag muss von den Paaren selbst gezahlt werden. Kann aber tatsächlich von der Steuer abgesetzt werden, was zu einer weiteren erheblichen finanziellen Entlastung beiträgt.

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Endlich schwanger

Endlich schwanger!

Der erste Schritt zur Familienplanung sollte selbstverständlich sein auf sämtliche Verhütungsmethoden zu verzichten und dabei regelmäßigen Geschlechtsverkehr auszuüben. Wer von Anfang an nichts dem Zufall überlassen will, versucht sicherlich den Eisprung der Frau zeitlich einzugrenzen. Hierbei kann man sich mit mehr oder weniger großem Aufwand einiger natürlicher und kostenloser Methoden bedienen.

Knaus-Ogino-Methode

Zum einen wäre hier die Knaus-Ogino-Methode (auch Kalendermethode genannt). Sie wird, wenn auch nur mit mangelhaftem Erfolg, auch als natürliche Maßnahme zur Empfängnisverhütung angewandt. Dabei ist es jedoch unablässig in der Vorbereitung den Zyklus der Frau über mehrere Monate hinweg genau zu beobachten. Diese Beobachtungen lässt man dann in seine Berechnungen mit einfließen.

Rechenformel

  • Erster fruchtbarer Tag ist der kürzeste bisherige Zyklus abzüglich 18 Tage
  • Der letzte fruchtbare Tag ist der längste Zyklus abzüglich 11 Tage

Beispiel: Der kürzeste Zyklus im Beobachtungszeitraum dauerte 24 Tage, der längste dauerte 29 Tage. Dies ergebe rein rechnerisch einen Zeitrahmen zwischen dem 8. und 18. Zyklustag, der als fruchtbare Tage eingestuft werden könnte. Diese Berechnungen sind jedoch eher vage.

Basaltemperaturmessung

Wesentlich weniger Vorlaufzeit benötigt die Basaltemperaturmessung. Jeden Morgen, bereits vor dem Aufstehen muss, mit einem, möglichst exaktem Fieberthermometer die Körpertemperatur gemessen werden. Diese steigt nach dem Eisprung um bis zu einem halben Grad an. Man geht davon aus, dass eine Frau noch 12 bis 24 Stunden nach diesem Temperaturanstieg empfängnisbereit ist.

Abgesehen davon bekommt eine Frau nach einigen Monaten der Temperaturmessung ein sehr gutes Gefühl für den bevorstehenden Eisprung und kann dieses für das Vorhaben schwanger zu werden, gut einsetzen.

Zervixschleim

Ebenfalls völlig kostenlose und im Einklang mit dem eigenen Körpergefühl ist die Beobachtung des Zervixschleims. Dessen Beschaffenheit verändert sich im Laufe des Zyklus stetig. Direkt nach der Blutung lässt sich an der Zervix (Muttermund) wenig bis gar kein Schleim ertasten. Je näher der Zeitpunkt des Eisprungs heranrückt, desto mehr Schleim bildet sich.

Zunächst ist der Zervixschleims zäh, fast klumpig, milchig trüb oder sogar gelb bis bräunlich. An den Tagen um den Eisprung wird er klar und dehnbar, ähnlich rohem Eiweiß. Ist der Eisprung vorüber, nimmt auch die Schleimbildung wieder ab. Die letzten Tage vor der nächsten einsetzenden Periode lässt sich wieder kaum bis kein Schleim ertasten. Mit etwas Übung lässt sich so der fruchtbare Zeitpunkt im weiblichen Zyklus sehr gut eingrenzen.

Bleibt die so sehnlich herbei gewünschte Schwangerschaft trotz dieser ersten unterstützenden Verfahren aus, müssen weitere aufwendigere Schritte eingeleitet werden. In etwa 45 % der Fälle liegt die Ursache einer ungewollten Kinderlosigkeit bei der Frau. Auslöser dafür ist zumeist eine eingeschränkte Funktion der Eierstöcke. Dies hat häufig hormonelle Gründe, weswegen eine Hormontherapie gute Aussichten auf Erfolg verspricht.

Eisprungkalender

Die schnellste Möglichkeit, aber dafür nicht die genaueste Methode, ist der Eisprungkalender. Hier gibt man einfach den ersten Tag der letzten Periode und die durchschnittliche Zykluslänge in Tagen ein. Dann wird angezeigt, wann die fruchtbaren Tage sind und der Eisprung einsetzt. Dies ist zwar die schnellste Methode, aber man muss seinen Zyklus vorher genau beobachten, denn nicht bei jeder Frau sind es genau 28 Tage. Zudem reagiert der Körper auf Stress und andere Einflüsse und somit kann es ebenfalls Abweichungen beim Ergebnis geben.

Hormontherapie

Eine Hormontherapie erfolgt grundsätzlich unter fachärztlicher Aufsicht und wird mit gründlichen Untersuchungen und einem umfangreichen Zyklusmonitoring eingeleitet. Dabei wird nicht nur der Hormonspiegel im Blut erfasst, sondern auch die Entwicklung der Follikelbildung (Follikel=Eibläschen) mittels Ultraschall dokumentiert.

Begleitend kommen die Hormone zum Einsatz. Sie werden entweder in Tablettenform oder als Injektion verabreicht. Die Hormontherapie birgt leider auch das Risiko nicht unerheblicher Nebenwirkungen. Durch das Ansteigen der Hormone im Körper können beispielsweise Symptome wie Depressionen, Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Gereiztheit oder Migräne auftreten, die durchaus mit starken Wechseljahresbeschwerden vergleichbar sind. Weiter kann es auch zu einer sogenannten Überstimulation kommen.

Aufgrund der vermehrten Follikelbildung, können sich Zysten entwickeln. Diese bleiben jedoch durch das engmaschige Ultraschallscreening nicht unentdeckt und können so zuverlässig beobachtet werden. Nicht zuletzt sollte man sich bewusst sein, dass es bei Hormonbehandlungen nicht selten zu Mehrlingsschwangerschaften kommen kann, die auch bei aktivem Kinderwunsch nicht unbedingt einkalkuliert werden.

Insemination

In nur etwa 30 % der Fälle liegen die Gründe für die ungewollte Kinderlosigkeit beim Mann. Selbstredend, dass es notwendig ist, das Sperma mittels eines Spermiogramms untersuchen zu lassen. Es gibt Aufschluss über die Qualität des Ejakulats hinsichtlich der Mobilität, Anzahl und Beschaffenheit der Spermien.

Die Insemination (künstliche Befruchtung) bietet sich vor allem dann an, wenn sich durch das Spermiogramm lediglich eine eingeschränkte Fruchtbarkeit nachweisen lässt. Die Spermaqualität kann durch eine gesunde Ernährungsumstellung, sportlicher Aktivität und den Verzicht auf Alkohol und Nikotin zusätzlich positiv beeinflusst werden.

Das Sperma wird bei der Insemination am Tag des Eisprungs der Frau von einem Arzt mittels eines flexiblen Katheders direkt in die Gebärmutter injiziert. Die Erfolgsquote liegt bei bis zu 80 % in einem Behandlungszeitraum von einem Jahr. Die Kosten bewegen sich zwischen 100.- und 500.- Euro pro Eingriff.

In-vitro-Verfahren

Der nächste Schritt ist das In-vitro-Verfahren. Dabei werden der Frau Eizellen (häufig nach einer Hormontherapie) entnommen und in einem Reagenzglas mit dem aufbereiteten Sperma des Mannes zusammengebracht. Die Erfolgsquote liegt dabei bei 50 – 70 %. Die Kosten belaufen sicht auf etwa 1200.- bis 1600.- Euro.

ICSI-Methode

Bei der ICSI-Methode wird das Spermium unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle injiziert. Dieses Verfahren ist etwas aufwendiger als das einfache In-vitro-Verfahren, jedoch die aussichtsreichere Methode, wenn die Spermaqualität des Mannes vermindert ist. Die Kosten sind entsprechend etwas höher und belaufen sich auf etwa 1500.- bis 1900.- Euro pro Versuch.

Fazit

Alle diese Bemühungen stellen häufig eine starke physische und psychische Belastung für kinderlose Paare dar. Es ist wichtig, dass sie gemeinsam hinter ihren Entscheidungen stehen und sich der Hürden die sie nehmen müssen bewusst sind. Denn bei all diesen steinigen Wegen, die sie oft zusammen gehen werden, muss das Ziel klar vor Augen stehen. Ein Baby wird die jungen Eltern für all die Bürden entlohnen.

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net Monkeybusiness Images
Mitte-Oben: © panthermedia.net Thomas Lachemund

 

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