Antiautoritär versus autoritär: Erziehung im Wandel

Erziehung im Wandel

Schreit das Kind in der Straßenbahn oder kann sich direkt an der Kasse einfach nicht beruhigen, ernten Eltern zumeist missbilligende Blicke der anderen. Haben Sie sich selbst dabei ertappt, eine diskutierende Mutter und ihr Kleinkind dabei zu beobachten und sich selbst gefragt, ob dies der Weg der Erziehung wäre, den Sie auch vertreten können? Was steckt dahinter: antiautoritär oder autoritär? Was gilt als optimale Erziehungsvariante dieser Tage? Was sagen Pädagogen?

Erzielen wir autoritär oder anti autoritär?

Wir erziehen demokratisch und liberal. Jegliche Form von Zwängen hemmt die kindliche Selbstentfaltung. Diese Grundsätze entsprechen dem antiautoritären Erziehungsstil, der einen klaren Gegensatz zum autoritären Erziehungsziel setzt. Folglich lassen diese Erziehungsmethoden den Kindern freie Hand in der Entscheidung.

Mit dem Ziel die kindliche Kreativität, den Gemeinschaftssinn, die Persönlichkeit und das Selbstbewusstsein so freizügig wie möglich entfalten zu können. Ist dies der erfolgreichere Weg, der direkt in ein liebendes Eltern-Kind-Verhältnis mündet? In einem ersten Schritt gilt es, den Begriff der Erziehung zu hinterleuchten. So lässt sich Erziehung vor allen Dingen als soziale Handlung interpretieren, die Gefühle anderer Menschen optimiert oder die positiven Komponenten erhält.

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Der eigentliche Wert der Erziehung

Erziehung steht in einer direkten Verbindung zur psychischen Disposition, etwas zu verbessern, zu erhalten oder zu beseitigen. Im Gegensatz zu den Erziehungszielen vergangener Jahrzehnte gilt heutzutage vor allen Dingen die Selbstentfaltung der Kinder als eines der elementaren Erziehungsziele – hin zu mehr Selbstständigkeit und zu freier Entscheidung. Im Gegenzug dazu steht die damalige Konformität und die Unterordnung und das Gehorsam der Kinder.

Der Wandel der Werte in der Erziehung

Autorität steht gegen Nachgiebigkeit, körperliche Bestrafung gegen den Ausdruck der Gefühle und eingeschränktes Lob gegen liebevolle Zuwendung. Ein Schwarzweißdenken in diesem Zusammenhang offen zu legen wäre nicht nur irreführend, sondern schlichtweg falsch.

Erziehung im Wandel hin zur eigenständigen Persönlichkeit

So ist von der Erziehung im Wandel die Rede, die sich Stück für Stück mit der Gesellschaft weiterentwickelt. Gerade in den sechziger Jahren sprachen sich vor allen Dingen Theoretiker und Politiker gegen für die autoritäre Kindererziehung aus, da diese angeblich die Entwicklung der Kinder beeinflusste. Den Begriff „antiautoritär“ heute zu verwenden, wäre äußerst altmodisch. Die Kinder werden in der deutschen Gesellschaft vor allen Dingen demokratisch erzogen. Statistische Erhebungen haben herausgefunden, dass eine zwangfreie Erziehung zu einer unabhängigen Persönlichkeit führen. Eine zu autoritäre Erziehung hingegen zur Unselbstständigkeit und Unterordnung.

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Heute erziehen wir liberal und demokratisch

Wer davon ausgeht, liberale und demokratische Erziehung würde bedeuten, sämtliche Regeln über Bord zu werfen, der irrt. Kinder brauchen Grenzen als Orientierungsstruktur. Andernfalls bestünde die Gefahr, bestehende moralischer Werte und Gesetzmäßigkeiten stets zu überschreiten. Kinder lernen in diesem Zusammenhang mit ihren negativen Emotionen umzugehen und auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen.

In der Erziehung gilt es, Vorschläge und Angebote zu unterbreiten anstelle ein Kind zu zwingen. Wertschätzung, Respekt Freude, Liebe und Verantwortung gelten als entscheidende Attribute für eine erfolgreiche Erziehung. Klare Regeln und Grenzen gehören ebenfalls dazu – vorausgesetzt diese schränken die Entwicklung eines Kindes nicht elementar ein.

Die unmittelbare Bindung von Bildung und Erziehung

Darüber hinaus ist die Entwicklung der Erziehung unweigerlich an die Bildung und deren historische Entwicklung gebunden. Den eigentlichen Begriff „Kindheit“ hat einst Rousseau geprägt und die damit verbundenen eigenständigen Lebensphasen etabliert. Die spezifische Literatur, die sich mit der Märchensammlung der Gebrüder Grimm entwickelte, vermittelte den Kindern moralische Werte. Es ist gerade die Literatur, die einen ersten Fingerzeig der erwünschten Erziehungsziele und der damaligen Normen wiedergibt. Das romantisch verklärte Bild einer idyllischen Familie, die ohne Probleme und Sorgen miteinander erlebt und deren Kinder sich dem elterlichen Oberhaupt unterordnen, hat schon einige Schichten Staub angesetzt.

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Fazit – Bildung und Erziehung in den heutigen Familien

Die heutige Familie lebt als ebenbürtige Gemeinschaft zusammen. In ihrem sozialen Gefüge ist es möglich, voneinander zu lernen, sich weiter zu entwickeln und das Leben miteinander zu teilen. Krisen, Streit, Liebe und negative Emotionen gehören ebenso in die Kindheit, wie die Chance, der freien persönlichen Entfaltung und klar formulierter Normen und Werte, die allgemein gültig verfolgt werden. Eine klare Richtung, an der beide Elternteile gemeinsam arbeiten, ist ein Erziehungskonzept, das den heutigen Ansprüchen in allen Bereichen gewachsen ist.

http://digibib.hs-nb.de/file/dbhsnb_derivate_0000001549/Bachelorarbeit-Zinck-2013.pdf
http://www.edu.lmu.de/apb/dokumente/materialien_wise0910/sozialisation6.pdf

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net / Steffen Winkler

Antiautoritär versus autoritär: Erziehung im Wandel
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