Ausbildungsplätze 2014

Bewerbung

BewerbungAktuell fangen fast mehr Schulabgänger eines Jahrgangs ein Studium an, anstatt eine Ausbildung aufzunehmen; dabei sind die Umstände zur Aufnahme einer Ausbildung so gut wie fast nie zu vor. Deutschland ist in Europa eines der Länder mit der niedrigsten Jugendarbeitslosigkeit und aufgrund des demographischen Wandels werden qualifizierte Jugendliche händeringend gesucht. Besonders Berufsanfänger in Ostdeutschland profitieren vom sogenannten Geburtenknick und finden daher häufiger eine Ausbildungsstelle in unmittelbarer Umgebung.

[sws_yellow_box box_size=“630″]Ende 2012 befanden sich insgesamt 1,43 Millionen Personen in einer Ausbildung. Im Zeitraum von Oktober 2012 bis September 2013 haben sich 561.200 junge Menschen um einen Ausbildungsplatz beworben. Davon haben 504.500 Personen eine Ausbildungsstelle gefunden.

Durchschnittlich kommen dabei nur 1,11 Bewerber auf eine Ausbildungsstelle. Dennoch konnten 56.000 Personen keinen passenden Ausbildungsplatz finden. (Im Vergleich dazu haben im Jahr 2012 nur 44.700 Personen und im Jahr 2011 sogar lediglich 26.400 Personen keine Ausbildungsstelle gefunden.) [/sws_yellow_box]

Viele dieser Jugendlichen absolvieren stattdessen eine schulischen Weiterbildung, machen ein Praktikum, gehen arbeiten oder treten einen Freiwilligendienst an. Nach Vermittlung durch die Arbeitsagenturen blieben somit lediglich 21.000 Personen auf der Strecke. Dem standen aber 33.500 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Daher werden nun auch zunehmend ausländische Jugendliche angeworben, da entweder die Ausbildungsberufe nicht attraktiv sind, die einheimischen Bewerber nicht flexible und mobil genug sind oder weil die deutschen Bewerber nicht über die notwendigen Qualifikationen verfügen. Allein 5000 junge Spanier beginnen daher jedes Jahr eine Ausbildung in Deutschland. Ausbildungsplätze dürfte es 2014 in Deutschland also genügend geben.

Hintergründe zur Berufsausbildung

Kaufmann zum KaufmannZu den beliebtesten Ausbildungsberufen zählen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Bürokaufman/-frau und Elektromechaniker/in. Es besteht dabei in der Regel die Möglichkeit eine Berufsausbildung betrieblich oder schulisch zu absolvieren. Normalerweise dauert die Berufsausbildung drei Jahre. Es gibt aber auch Abweichungen; so dauert die Ausbildung zum KfZ-Mechatroniker/in sogar 4 Jahre, die Ausbildung zum Verkäufer/in dauert hingegen lediglich zwei Jahre.

Abgesehen davon können leistungsstarke Azubis ihre Ausbildung auch verkürzen. Dieser Weg steht häufig Abiturienten und Studienabbrechern offen, die oftmals schneller lernen als ihre Kollegen. Die Berufsausbildung wird mit der Abschluss- bzw. Gesellenprüfung abgeschlossen, die in der Regel von den Industrie- und Handwerkskammern abgenommen wird. Die betriebliche Ausbildung findet sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in einer öffentlichen Berufsschule statt (Duales System).

Der Azubi befindet sich in der Arbeitswoche mehrheitlich im Ausbildungsbetrieb und die verbleibenden Tage in der Berufsschule, oder aber die schulische Ausbildung finden stattdessen über einige Wochen im Schulhalbjahr als Blockunterricht statt.

Der Vorteil der dualen Ausbildung besteht darin, dass der Azubi sowohl praktische Berufserfahrung gewinnt, als auch theoretische und fachliche Hintergründe erlernt. Die schulische Ausbildung lässt sich übrigens an einer öffentlichen als auch an einer privaten Berufsschule vollrichten.

Bei einigen beliebten Berufen (wie Physiotherapeut/in) ist aufgrund des großen Andranges die Ausbildung fast ausschließlich an privaten Berufsschulen möglich. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass das Sprungbrett zu einer Karriere in der Immobilienwirtschaft ebenfalls über Privatschulen erfolgen kann, wie man bei der verlinkten Seite schön sehen kann, obwohl es auch Ausbildungsplätze in der freien Wirtschaft gibt.

Verfügt man über ein Lehrvertrag und absolviert man eine betriebliche Ausbildung, so erhält man in der Regel eine Ausbildungsvergütung. Das Gehalt variiert ja nach Berufsgruppe, Region und Ausbildungsjahr. So verdient ein Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk im ersten Ausbildungsjahr lediglich 331€ bis 412€, währenddessen eine KfZ-Mechatronikerin im dritten Ausbildungsjahr bereits zwischen 861€ und 884€ verdient. Auf Privatschulen erhält man dagegen keine Leistungsvergütung – muss sogar für die Lerninhalte zahlen. Allerdings konnte nachgewiesen werden, dass Schüler von Privatschulen meist besser gefördert und gefordert werden und damit eine bessere Ausbildung erhalten.

Ausbildungsfilm

Das Bewerbungsverfahren

[sws_blue_box box_size=“630″] Bevor Sie sich bewerben, überlegen sie sich welcher Ausbildungsberuf zu Ihnen passen würde. Überlegen Sie sich, was Ihre Stärken und Schwächen sind und befragen Sie Ihre Freunde und Familienangehörigen. Sicherlich geben auch Ihre Zensuren Aufschluss über Ihre Talente. Sind Sie eher technisch-naturwissenschaftlich begabt oder haben Sie ein Gespür für Sprachen; Ihre Fähigkeiten prägen entscheidend Ihre Berufswahl. Des Weiteren gilt es die Bewerbung langfristig zu planen – viele Betriebe haben Vorlaufzeiten von einem Jahr oder sogar länger. Wenn Sie bis zu Ihrem MSA-Abschluss warten, ist es für die Bewerbung sicherlich schon zu spät. [/sws_blue_box]

Bei der betrieblichen Ausbildung werden die Ausbildungsplätze in der Regel ausgeschrieben, aber auch eine Initialbewerbung kann erfolgreich sein. In jedem Fall ist es empfehlenswert, bereits im Vorfeld beim entsprechenden Betrieb anzurufen, um entweder die Möglichkeit einer Ausbildung zu besprechen oder bei einer Ausschreibung sich die genaueren Tätigkeiten erläutern zu lassen. Des Weiteren sollten Sie sich den Namen des Ansprechpartners (z.B. der Leiter der Personalabteilung) und den Namen des Gesprächsteilnehmers, mit dem Sie telefoniert haben, notieren. Auch sollten Sie sich die Frage stellen, was für ein Betrieb für Sie in Frage kommt. Möchten Sie in einem global agierenden Konzern oder eher in einem mittelständischen Betrieb arbeiten? Beides bringt seine Vor- und Nachteile mit sich, aber Sie sollten sich dieser Frage bewusst sein.

Bewerbung schreiben

AusbildungsplatzDie Bewerbung erfolgt in der Regel schriftlich, auf dem postalischen oder elektronischen Wege. Vor allem Letzteres wird von größeren Betrieben inzwischen bevorzugter angewendet, da es Verwaltungskosten spart und die EDV-Kenntnisse der Bewerber getestet werden können.

Individuell-gestalterische Bewerbungen können nur im seltenen Fall erwünscht sein. Verwenden Sie ein herkömmliches Layout (Word-Standardeinstellungen) und verwenden Sie keine merkwürdigen Formatierungen oder Schriftarten. Wer ist genau wissen will, zieht die DIN 5008 zu Rate, die die genormten Formalien des Bewerbungsschreibens beinhaltet.

Die Bewerbung besteht aus einem Anschreiben, dem Lebenslauf, ggf. die sogenannte Dritte Seite sowie dem Anhang. Das Anschreiben enthält neben dem konkreten Anliegen (Bewerbung um einen Ausbildungsplatz), den Briefkopf (Absender, Empfänger), die Betreffzeile, Ort und Datum, Ihre Unterschrift sowie die förmliche Anrede. Bei der Anrede verwenden Sie nach Möglichkeit den Namen des Ansprechpartners, ansonsten die geläufige Standardformulierung „Sehr geehrte Damen und Herren“. Die Dritte Seite umfasst Ihre Motivation.

Der Lebenslauf ist der wichtigste Teil Ihrer Bewerbung. In der Regel ist der Lebenslauf aber nach dem Schulabschluss noch nicht all zu umfangreich. Erwähnen sie daher unbedingt Ihre Leistungs- und Neigungsfächer, Ihre Hobbys sowie Ihre persönlichen Interessen und Engagement. Wenn Sie sich z.B. als KfZ-Mechatroniker bewerben wollen und in Ihrer Freizeit gerne an Ihrem Moped herumschrauben, dann erwähnen Sie das.

Fakultativ ist die Verwendung eines (schönen) Bewerbungsfotos. Dadurch hinterlässt Ihre Bewerbung einen persönlichen Eindruck. Im Anhang befinden sich Ihre Zeugniskopien und ggf. Referenzen, Zertifikate und Arbeitsproben. Aus Ihrer Bewerbung sollte immer hervorgehen, dass Sie die gewünschten Anforderungen (zu mindestens mehrheitlich) erfüllen. Ansonsten gilt, dass Ihre Bewerbung in jedem Fall fehlerfrei hinsichtlich Rechtschreibung und Grammatik ist und alle Unterlagen in sehr guter Qualität verfügbar sind. Sollten Sie eine Einladung zum Bewerbungsgespräch erhalten, dann haben Sie die erste Hürde genommen.

[sws_grey_box box_size=“630″] Sehen Sie das als Vorteil: Sie haben bereits andere Bewerber abgehängt, Ihre Bewerbung war ansprechend und man hat Interesse an Ihnen gefunden. Auf das Bewerbungsgespräch können Sie sich zu einem gewissen Maße vorbeireiten. Üben Sie frei zu reden (z.B. mit Freunden, Familienangehörigen oder alleine vor dem Spiegel). Antizipieren Sie mögliche Fragen und bereiten Sie sich auf sie vor. Zum Vorstellungsgespräch sollten Sie unbedingt pünktlich erscheinen. Achten Sie auf eine gepflegt Erscheinung und tragen Sie saubere und angemessene Bekleidung. [/sws_grey_box]

Entfernen Sie Piercings und verdecken Sie sichtbare Tattoos. Während des Bewerbungsgesprächs stellen Sie sich nochmals vor, erläutern Ihre Motivation und Eignung für die Ausbildung und erklären, warum Sie sich für das jeweilige Unternehmen interessieren bzw. das Unternehmen von Ihnen profitieren sollte. Während des Bewerbungsgesprächs werden Ihnen mitunter unangenehme Fragen gestellt, wie zu schlechten Schulnoten oder häufigen Fehlzeiten. Seien Sie ehrlich, versuchen Sie nichts verharmlosen oder zu entschuldigen.

Erwähnen Sie, warum es zu den Problemen gekommen ist, dass Sie bereits an Ihren Schwächen arbeiten und die Verfehlungen im Beruf keine Rolle spielen werden. Zum Schluss wird Ihnen die Möglichkeit eingeräumt, eigene Fragen zu stellen. Diese Möglichkeit sollten Sie unbedingt wahrnehmen, dadurch signalisieren Sie Interesse. Im Gesprächs sollten Sie stets höflich und aufgeschlossen bleiben. Halten Sie Augenkontakt und bleiben Sie selbstbewusst. Und nun viel Erfolg bei Ihrer Bewerbung.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Ingeborg Knol
Oben-Links: ©panthermedia.net Diego Cervo
Mitte-Links: ©panthermedia.net Johannes Walther

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Über Simon Schröder (1001 Artikel)
<a href="https://plus.google.com/111295419607355970628?rel=author"> Simon Schröder</a> ist ein begeisterter Blogger und freut sich über jeden Kommentar. Fragen zum aktuellen Kindergeld, Elterngeld oder auch dem Kinderzuschlag beantwortet er gerne. Dabei ist es ihm aber auch wichtig zu betonen, dass eine rechtskräftige Aussage nur von den Behörden selber kommen kann.

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