Babybrei selber machen

Babybrei selber machen

Viele Babys bekommen als Beikost ab ihrem 5. Lebensmonat Fertig-Babybrei aus dem Fläschchen oder der Packung. Das Füttern mit Fertigbrei ist für Eltern sehr bequem und kann schnell erledigt werden. Beim Füttern mit Brei ist lediglich zu beachten, dass die Breisorten nicht zu schnell gewechselt werden, damit sich das Baby an den jeweiligen Geschmack gewöhnen kann. Anfangen sollte man mit Obst- bzw. Gemüsebrei.
Babybrei selber machen
Beim Gemüsebrei ist es der Karotten-Brei, der den Babys Lust auf mehr gesundes Gemüse macht und der schon kurze Zeit später durch die Kombinationen Kürbis-Kartoffeln und Karotte-Kartoffeln ergänzt werden kann. Einige Wochen später ergänzt man das Ernährungsprogramm seines Säuglings durch die Gemüse-Kartoffeln-Fleisch-Varianten.

Ab dem 6. Lebensmonat verfüttert man dann Milch-Getreide-Brei als Beikost. Im 7. Monat folgt der Getreide-Obst-Brei. Da alle Hersteller von Babynahrung auf ihren Verpackungen anführen müssen, was darin enthalten ist, kaufen Eltern die Fertignahrung im guten Glauben, dass auch „drin ist, was drauf steht“. Dass dem leider nicht so ist, beweisen die jährlich durchgeführten Babynahrungstests von Ökotest.

Fertig-Babybrei im Kreuzfeuer der Kritik

Verdickungsmittel und künstliche Vitamine

Ein aktueller Test von Obstbreiprodukten verschiedener Hersteller ergab, dass sie einen zu hohen Anteil an Wasser enthalten, obwohl sie eigentlich ja nur aus püriertem Obst bestehen sollten. Auch der Zusatz von Verdickungsmitteln wie z. B. Reismehl oder Reisstärke wird von Ökotest kritisiert, da auf der Verpackung ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass das Produkt keine Verdickungsmittel enthält. Auch das Hinzufügen von künstlichem Vitamin C wird als negativ bewertet, da es in höherer Dosierung beim Kleinkind zu Gesundheitsstörungen wie z. B. Durchfall oder Blähungen führen kann.

Synthetische Vitamine

Dadurch, dass den synthetischen Vitaminen die natürlichen Begleitstoffe fehlen, die sonst für eine optimale Verwertung der Vitamine durch den Körper sorgen, kommt es im Körper schnell zu einer Überversorgung mit diesen Vitaminen und zur Störung des Immunsystems. Auch viele der von Ökotest im Jahr 2013 untersuchten Gemüsebreiprodukte enthielten zu wenig von dem, was sie eigentlich enthalten sollten: Gemüse.

Brei mit Wasser gestreckt

Auch die getesteten Gemüsebreiprodukte waren übrigens oft mit Wasser gestreckt und enthielten Reismehl als Verdickungsmittel, obwohl dieser Lebensmittelzusatz auf der Verpackung ausdrücklich ausgeschlossen war. Ökotest untersuchte 2013 auch 16 Getreidebreiprodukte und kam zu dem Ergebnis, dass auch hier der Zusatz von Reisstärke problematisch ist, da Reis nach dem Kochen noch mehr krebserregendes Arsen enthält als in seinem Rohzustand. Viele der getesteten Baby-Getreidebreiprodukte enthielten außerdem ungesunden Zuckerzusatz und einen bedenklich hohen Anteil an Mineralöl, der offensichtlich durch die Umverpackung aus gefärbtem Altpapier in die Nahrung gelangte.

Zu wenig Fleisch

Die Fleischbreiprodukte enthielten ebenfalls zu wenig Fleisch: Statt dem von Experten geforderten Mindestgehalt von 12 % waren es nur 5 bis 10,5 %. Außerdem waren der Fettanteil, die Kalorienzahl und der Gehalt an Vitamin C zu niedrig. Von den insgesamt 14 Fleischbreiprodukten für Babys wurde nur eines mit „Gut“, alle anderen mit „Befriedigend“ und „Ausreichend“ bewertet.

Alarmierend ist auch, dass man im Oktober 2013 in Babybreiprodukten zweier Hersteller gentechnisch verändertes Gemüse (CMS-Hybride) fand. Obwohl dieses Hybrid-Gemüse von deutschen Landwirten und auch Ökobauern angebaut und vermarktet werden darf, haben sich die meisten Hersteller von Babynahrung ausdrücklich gegen den Einsatz derartiger Hybride in der Nahrungsmittelproduktion ausgesprochen.

Gesunde Babybrei-Rezepte

Babybrei kann ohne großen Aufwand selbst hergestellt werden – ganz ohne künstliche Zusätze. Selbst gekochter Brei ist nahrhaft, enthält alles, was der kindliche Organismus benötigt, ist wohlschmeckend und zudem noch preisgünstiger als gekaufte Fertigbreiprodukte. Über selbst hergestellten Babybrei lernt das Kind außerdem schon früh den Geschmack von frischen Lebensmitteln kennen.

Babybrei kann portionsweise eingefroren werden und ist im Kühlschrank einen Tag haltbar. Um den Anteil an Schadstoffen so gering wie möglich zu halten, sollten Eltern allerdings Zutaten aus biologischem Anbau verwenden. Außerdem sollten sie für den Babybrei nicht so häufig Fenchel und Spinat zubereiten, da diese Gemüse einen sehr hohen Nitratanteil haben.

Ausgehend von je einem Grundrezept für Obst-, Gemüse-, Getreide- und Fleischbrei lassen sich mit etwas Fantasie leckere Breichen zaubern, die jedem Baby schmecken. So kann man z. B. Kartoffeln durch Vollkornnudeln oder Reis ersetzen, den Apfel durch Birne, Banane oder Heidelbeere, Karotten durch Zucchini, Brokkoli oder Blumenkohl. Auch die Fleischsorten können abwechselnd verwendet werden. Am gesündesten ist allerdings mageres Rindfleisch, da es einen sehr hohen Gehalt an Eisen und Zink hat, die für die kindliche Entwicklung sehr wichtig sind. Der Zusatz von frischem Orangensaft erhöht den Anteil an lebenswichtigem Vitamin C; ein Teelöffel Rapsöl liefert gesundes Fett.

Auf das Würzen mit Salz oder Kräutern sollte man allerdings verzichten, da Babys dies nicht benötigen. Eltern, die ihre Babys vegetarisch ernähren wollen, können das Fleisch im Brei durch 10 g Vollkorn-Haferflocken ersetzen, die dieselbe Menge an Eisen enthalten wie Fleisch. Verzichten sollten Eltern allerdings auf die Zubereitung von Brei, der Quark oder Joghurt enthält, da der hohe Kalziumgehalt dieser Nahrungsmittel für das Baby nicht gesund ist. Außerdem sollte man während des ersten Lebensjahres nicht zu häufig Brei mit Babykeks machen, um sein Kind nicht an Süßes zu gewöhnen.

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Eine sehr empfehlenswerte Hilfe bei der Zubereitung von leckerem Babybrei ist das im Dargewitz-Verlag erschienene Buch „Babybrei Rezepte für den Thermomix TM31„, das für 7,50 € zuzüglich Versandkosten erhältlich ist. Dieses sehr übersichtlich gestaltete und mit optisch ansprechenden Fotos ausgestattete Buch bietet auf 60 Seiten 28 Rezepte für Babybrei und drei Grundrezepte, die mithilfe des Multifunktionsgeräts Thermomix TM31 sehr schnell und einfach zuzubereiten sind, sodass auch Eltern, die bisher dem Selbstkochen von Babynahrung eher skeptisch gegenüberstanden, Lust aufs Kochen bekommen.

Das Buch besteht aus 16 Mittagsbrei-Rezepten wie z. B. Tomatenbrei, Blumenkohl-Kartoffelbrei, Gemüseallerlei, Brokkolibrei mit Lachs und den bei allen Kindern sehr beliebten Spaghetti Bolognese, 7 Nachmittagsbrei-Rezepten, zu denen der Getreidebrei mit Obst, der Keksbrei oder die Beerenpolenta gehören, und 5 Abendbrei-Rezepten (Getreidebreie mit Milch und Obst).
Die meisten Zutaten werden frisch verarbeitet; einige stammen aus der Tiefkühltruhe oder Dose. Auch der bekannte Thermomix garantiert eine schonende Zubereitung des Babybreies, sodass alle Vitamine, Mineralien und auch der Geschmack der Inhaltsstoffe weitestgehend erhalten bleiben.

Wer sicherstellen will, dass sein kleiner Liebling alles bekommt, was er für eine gesunde Entwicklung braucht, sollte Babynahrung mit Zutaten aus biologischem Anbau selbst zubereiten. Er erspart seinem Kind damit viele unnötige Gesundheitsrisiken und gewöhnt es schon frühzeitig an eine gesunde Lebensweise, die ihm später zugutekommt.

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net Monkeybusiness Images

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