Beziehungspflege

Wenn Paare sich eine Auszeit gönnen

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„Kinder sind Liebestöter“, so raunt es leider viel zu oft durch die Köpfe junger Paare; man darf wohl davon ausgehen, bei den Männern etwas häufiger als bei den Frauen. Dass das so platt formuliert nicht stimmt, ist allerdings auch ein Teil der Botschaft dieses Textes. Es gibt eine einfache, gesunde Maßnahme gegen das unerhörte und kinderfeindliche Vorurteil: Die Eltern gönnen sich ab und zu mal eine Auszeit von ihrer „Elternschaft“ und unternehmen zu zweit genau das, was sie als verliebtes Paar schon vor der Geburt ihres Kindes bzw. ihrer Kinder gemacht haben.

Beziehungspflege

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Ja, Sex gehört zur Beziehungspflege auf jeden Fall dazu, aber der Fokus ist hier insbesondere auch auf die gemeinsamen Interessen gerichtet.

Ski, Schwimmen, Musizieren, Oper, Tanzen, Kino, Lesen, Bergwandern, Disco, Kleingarten, Drachensteigen, Heißluftballonfahren usw. Diese Aufzählung könnte nun ziemlich unendlich lang fortgesetzt werden, aber der Leser hat sicher gut verstanden, was da gemeint ist.

Beziehungspflege in der Familie

Eine junge Familie konnte früher mit Kindern relativ flexibel auf Eltern bzw. Großeltern, Onkel und Tanten, Patenschaften, Nachbarn, Freunde zurückgreifen. Das hat sich jedoch geändert. Eine Ursache ist die als selbstverständlich angenommene Flexibilisierung unserer Gesellschaft. Befristete Stellen sind inzwischen normal und das nicht nur in der Wissenschaft. Nach zwei Jahren München folgen 1,5 Jahre Potsdam und danach geht’s in Hannover weiter mit der wagen Hoffnung auf Verlängerung der Stelle. Das ist der Giftstoff, der jede familiäre und freundschaftliche Bindung zerschmettert. Das ist Deutschland im 21. Jahrhundert. Das ist eine Form moderner Sklaverei mit der nicht nur traurigen, sondern auch bedrohlichen Folge, dass sich viele junge Paare in Deutschland gegen Kinder entscheiden.

Deshalb ist es um so erfreulicher, wenn sich Paare trotz der negativen Entwicklung unserer Gesellschaft für Kinder entscheiden. Sie sind die wahren Helden der modernen Zeit. Abgesehen von der manchmal etwas schwierigen, quer verlaufenden Geburt, die künstlich, medikamentös, praktisch nach dem Dienstplan des Krankenhauses eingeleitet wird und ohne Saugglocke oder Zange nicht funktionieren kann, kann sich bei den Müttern anstatt der Freude über das neue Leben eine schwere und lang anhaltende Depression einstellen. Auch der Vater gerät dadurch in eine mentale Extremsituation, zwar hat er eine junge, attraktive Frau, aber Sex ist erst mal auf unabsehbare Zeit auf Eis gelegt, was auch dem Dammschnitt geschuldet sein kann. Bereits an dieser Stelle überlebt die Ehe nur dann, wenn der Vater eine starke, geduldige Persönlichkeit mit Verstand und Philosophie ist, was heute leider eher selten der Fall ist.

Schwierige Zeiten für Eltern

Überfordert

Überfordert

Nun kommt die insbesondere bei Vätern besonders beliebte Säuglingsphase: „Wann schläft denn das Kind endlich mal ein? Hast Du ihm überhaupt genug die Brust gegeben? Warum schreit das Kind um 2 Uhr nachts schon wieder? Hat es heute vielleicht Bauchschmerzen? Lass uns mal Fieber messen. Es hört nicht auf, ich glaube, wir sollten jetzt endlich den Notarzt rufen.“

Man ist unterschiedlicher Meinung, man zankt total erschöpft mitten in der Nacht, jetzt schläft endlich das Kind, lass uns schnell Sex machen, nein, ich bin viel zu müde, und die Lust ist mir vergangen. Und so geht das Tag ein, Tag aus. Eine echt harte Prüfung für die Liebe eines Paares.

Bitte, liebe junge Menschen, unterbrecht diesen Teufelskreis.

Ihr braucht ab und an eine Auszeit und zwar ohne schlechtes Gewissen. Es muss möglich sein, das Kind einem Babysitter zu überlassen, auch dann, wenn es nicht die Großeltern sind und ein „Fremder“ nur einen Job haben möchte. Ja, man liest oft von Misshandlungen der Kleinkinder durch Aupair-Mädchen oder Ähnliches – aber das sind wirklich seltene Einzelfälle. Und die Kosten für den Service sind absolut lächerlich gemessen daran, wenn so eine junge Familie mit Kindern zerbricht.

Deshalb gönnt Euch bitte erst einmal einzelne Tage oder Abende, an denen man nur mal nett essen oder tanzen oder ins Kino geht, wo man mal für ganz wenige Stunden seine ständige Verpflichtung und Anspannung vergessen darf. Oder macht was verrücktes – fahrt nach Paris und habt dort eine schöne Zeit! Bei den bekannten accorhotels kann man sich auch einfach tagsüber mal ein Zimmer nehmen und Paris hat wirklich viel zu bieten (Info). Macht einfach wieder verrückte Dinge! Diese Zeiten der Entspannung sind so wichtig für die Seele und Selbstfindung, eine ganz wichtige Voraussetzung dafür, dass die Partnerschaft ihre Basis wieder findet.

Jenen Elternpaaren, die sich tatsächlich mal eine ganze Woche frei machen können, ist eine Reise zu zweit zu empfehlen. Dabei kommen einem zuerst die kulturell bildenden und zugleich romantischen Städtereisen nach Paris, Rom, Venedig, Madrid oder Sevilla in den Sinn, aber der Schwerpunkt ist auf jeden Fall auf den maximalen Erholungswert zu legen. Paare, die viel lieber eine Kanufahrt durch holländische Grachten machen möchten, oder den Caravan ans Auto hängen, um romantische Sonnenuntergänge auf einem Campingplatz in der Toscana zu genießen, machen ja auch das Richtige für sich.

Fazit

Die Elternschaft ist der schwerste und verantwortungsvollste Job, den man sich vorstellen kann. Eltern, die die Möglichkeit haben, ihre Kinder bei einem zuverlässigen Babysitter auch mal mehrere Tage unterbringen zu können, sollten dies unbedingt machen. Diese Freizeit kann dann z. B. mit einer schönen gemeinsamen Reise ausgefüllt werden, auf der sich beide Eltern endlich mal wieder als Frau und Mann näher kommen können und einander attraktiv finden. Die Kraft und Energie, die sie durch ein solches Unternehmen tanken, kommt am Ende ihren Kindern nur zugute. Deshalb hat ein schlechtes Gewissen bei der so wichtigen Auszeit nichts zu suchen.

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net pretoperola
Mitte-Links: © panthermedia.net Daniel Ernst

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