Die Eltern pflegen?

Die Eltern pflegen?

Bei der Frage, ob man die eigenen Eltern pflegen sollte, scheiden sich die Geister. So unterschiedlich, wie die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Meinungen zu der häuslichen Pflege. Verständlich, denn die eigenen Eltern zu pflegen ist sicherlich keine einfache Aufgabe.

Doch wir alle werden irgendwann einmal vor dieser Entscheidung stehen und sollten uns dann nicht nur von den finanziellen Aspekten leiten lassen.

Wenn die Zeit gekommen ist, dass die Eltern die Hilfe der eigenen Kinder benötigen, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Grund genug, warum ich einmal darüber schreiben wollte.

Pflegestufen 2012

Pflegestufen 2012

Am Anfang stehen natürlich immer die Finanzen, und im Bereich der häuslichen Pflege spielen auch die Pflegestufen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Grundsätzlich befinden wir uns noch in einer recht angenehmen Situation. Kaum ein Land hat solch umfangreiche sozialen Leistungen, wie wir hier in Deutschland.

Auch in der EU belegen wir damit Spitzenplätze. Doch man bekommt immer mehr den Eindruck, dass die Regelungen einfach nicht mehr ausreichend sind. Das wird einem auch dann sehr schnell deutlich, wenn man sich die verschiedenen Pflegestufen und Pflegegelder anschaut.

Um die Pflegestufe 1 zu erhalten, muss die betroffene Person erheblich pflegebedürftig sein. Dies ist man dann, wenn man am Tag mindestens 90 min fremde Hilfe in Anspruch nehmen und davon die Hälfte der Zeit für die Grundpflege verwendet werden muss.

Diese Vorgaben lesen sich zwar recht einfach, doch stellen sie in der Realität im Rahmen der Pflegestufen 2012 eine nicht ganz unerhebliche Hürde dar. Meistens scheitert es auch an den min. benötigten 45 min Grundpflege, da hier bei den älteren Mitbürgern ganz oft aus falschem Scham etwas schön geredet wird. Das ist bei einer Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen natürlich nicht unbedingt förderlich. Im Rahmen der Pflegestufe 1 wird ein Pflegegeld in Höhe von aktuell 235 € bewilligt.

Bei der Pflegestufe 2 wird ein Pflegegeld in Höhe von 440 € ausgezahlt

Bei der Pflegestufe 2 wird die vorherrschende Pflegebedürftigkeit auf ganze 180 min am Tag erhöht. Davon müssen wiederum ganze 120 min rein für die Grundpflege aufgewendet werden.

Ist dies nicht der Fall, erhält man leider auch keine Pflegestufe 2. Im Zweifel auch einen Fachanwalt hinzuziehen!

Hier ist es also wieder so, dass sich die Vorgaben zwar relativ leicht und locker lesen lassen, doch im Alltag werden diese Werte nur schwer zu erreichen sein. Bei der Pflegestufe 2 wird ein Pflegegeld in Höhe von 440 € ausgezahlt.

Sollte tatsächlich die Pflegestufe 3 festgestellt und bewilligt werden, kann man ein Pflegegeld in Höhe von 700 € erhalten. Im Volksmund sagt man, dass der Betroffene bei einer Pflegestufe 3 nur noch im Bett liegen kann. Im Amtsdeutsch heißt es hier, dass die Person schwer pflegebedürftig sein muss. Ich persönlich kenne niemanden, der tatsächlich die Pflegestufe 3 erhalten hat.

Eltern pflegen?

Eltern pflegen

Um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen, ob man seine eigenen Eltern pflegen sollte, kann man nur mit einem ganz klaren jein antworten.

Ist man gefühlsmäßig nicht in der Lage seine Eltern zu unterstützen, dann kann man sich dazu natürlich auch nicht zwingen.

Man sollte jedoch bedenken, dass die Eltern in der Regel mindestens 18 Jahre lang für einen da waren und dass sie einem schlussendlich auch das Leben geschenkt haben. Besitzt man also grundsätzlich die Möglichkeit, die Eltern zu pflegen, sollte man dies denke ich wohl auch tun. Nicht zuletzt spielen natürlich auch immer die Finanzen eine Rolle, wie bereits ganz oben erwähnt.

Einen interessanten Beitrag zu dem Thema kann man auch auf Linara nachlesen. Hier wird sich ausschließlich mit der häuslichen Pflege auseinandergesetzt und zeigt aber auch die Kosten dafür auf, wenn man eine Betreuungsperson einstellen möchte. Da wird einem auch erst einmal bewusst, wie wenig das Pflegegeld eigentlich ist.

Das Altersheim als Alternative?

Als Alternative bleibt einem nur noch das Altersheim, wenn man seine Eltern tatsächlich nicht selbst pflegen möchte oder man die finanziellen Mittel nicht besitzt, um eine Pflegekraft einzustellen.

Das aber wünsche ich niemandem und man sollte doch als Kind versuchen, seine Eltern davor zu bewahren.

Wie siehst Du das? Ist es legitim, seine Eltern in ein Altersheim zu geben oder sollte man sich eher bemühen, dass sie ihren Lebensabend zuhause verbringen dürfen?

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Diese Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen. Dieser Artikel stellt nur meine eigene Meinung dar!

Alles Liebe
euer Simon

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Über Simon Schröder (1003 Artikel)
<a href="https://plus.google.com/111295419607355970628?rel=author"> Simon Schröder</a> ist ein begeisterter Blogger und freut sich über jeden Kommentar. Fragen zum aktuellen Kindergeld, Elterngeld oder auch dem Kinderzuschlag beantwortet er gerne. Dabei ist es ihm aber auch wichtig zu betonen, dass eine rechtskräftige Aussage nur von den Behörden selber kommen kann.

1 Kommentar zu Die Eltern pflegen?

  1. Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Wer sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzt merkt, dass das auf der theoretischen Ebene schlecht zu entscheiden geht. Das Problem heutzutage ist, dass die familiären Angehörigen oft nicht die möglichen Kapazitäten haben, um die Eltern im häuslichen Umfeld zu versorgen. Können die Betroffenen nicht mehr selbstständig leben, bleibt oft ein stationärer Umzug als einzige Möglichkeit. Die Angebote an ambulanten Diensten hat sich in den letzten Jahren gebessert. Es bleibt abzuwarten, was die angekündigte Pflegereform bringt…

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