Elterngeld

Inhalt dieser Seite
1. Elterngeld beantragen
2. Elterngeld Dauer
3. Elterngeldstellen
4. Elterngeldrechner
5. Elterngeldhöhe
6. Adoptiveltern und Pflegeeltern
7. Alleinerziehende
8.1 Sonderfall Bürger der EU-Länder, der Schweiz und des Europäischen Wirtschaftsraumes
8.2 Sonderfall Bürger aus Nicht-EU Staaten
9. Elterngeld Auszahlungstermine
10. Partnermonate
11. Steuerliche Anrechnung
12. Steuerklassenvorteile


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1. Elterngeldantrag – Was wird benötigt?
2. Elterngeld richtig beantragen
3. Elterngeld Änderungen 2013
4. Elterngeld 2013
5. Elterngeld erfolgreich?[/sws_2_column]

[sws_2_columns_last title=“Quellen und weiterführende Adressen“]
1. Bundesministeriums
2. Familien-Wegweise.de
3. Staatsbank für Baden-Württemberg
4. Spiegel.de
5. Berlin.de[/sws_2_columns_last]


Durch die Zahlung des Elterngeldes werden junge Familien in der Zeit nach der Geburt des Kindes finanziell unterstützt. Es sorgt dabei für einen guten Start in das Leben des neuen Familienmitglieds. Dabei macht diese Unterstützung es den Eltern leichter, ihre Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise einzustellen, um somit mehr Zeit mit der Betreuung des Nachwuchses verbringen zu können.

Das Elterngeld fängt einen Teil des finanziellen Verlustes auf und wird für maximal 14 Monate gezahlt. Dabei kann der Zeitraum zwischen beiden Elternteilen frei aufgeteilt werden. Ein Elternteil kann mindestens zwei Monate und höchstens 12 Monate das Elterngeld beanspruchen. Wenn sich auch der andere Elternteil an der Betreuung des Kindes beteiligt, kommen noch zwei Monate hinzu. Alleinerziehende können durch Wegfall des Partners 14 Monate Elterngeld beanspruchen.

[sws_yellow_box box_size=“630″]Die Höhe richtet sich dabei an dem laufenden durchschnittlichen monatlichen Verdienst, welcher im Jahr vor der Geburt erzielt wurde. Dabei beträgt die Höhe des Elterngeldes mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro. [/sws_yellow_box]

Beantragung des Elterngeldes

Das Elterngeld muss schriftlich auf speziellen Antragsvordrucken erfolgen. Dabei können beide Elternteile gleichzeitig auf einem Vordruck ihren Antrag stellen und müssen dies nicht separat tun. Um das Einverständnis des anderen Elternteiles zum Ausdruck zu bringen, muss der Antrag immer von beiden Eltern unterschrieben werden. Lediglich Erziehungsberechtigte, die über das alleinige Sorgerecht verfügen, dürfen den Antrag alleine unterschreiben, da sie einen alleinigen Anspruch auf die vollen 14 Monate Bezugszeit haben.

Der Antrag selbst ist online als PDF Dokument bei den entsprechenden Elterngeldstellen herunterzuladen. Antragsformulare sind zudem bei den zuständigen Städten und Gemeinden zu erhalten. Das Elterngeld kann rückwirkende nur für die letzten drei Lebensmonate vor dem Monat des Antragseinganges gewährt werden. Maßgeblich dafür ist der tatsächliche Eingang des Antrages, und nicht das Datum des Poststempels.

Auszahlungsdauer vom Elterngeld

Das Elterngeld wird ausschließlich für die Lebensmonate des Kindes gezahlt, in denen die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Nur bei vorübergehender Unterbrechung der Betreuung oder bei dem Wegfall einer Anspruchsvoraussetzung wird das Elterngeld ausgesetzt.Dabei wird das Elterngeld vom Tage der Geburt an bis maximal der Vollendung des 14. Lebensmonats gewährt.

Verheiratete Elternteile oder Lebenspartnerschaften können für höchstens 12 Monate Elterngeld beziehen, wenn in dieser Zeit entweder keiner Erwerbstätigkeit oder einer Erwerbstätigkeit von unter 30 Stunden in der Woche nachgegangenen wird. Teilen sich die beiden Elternteile die Kinderbetreuung, so verlängert sich die Bezugsdauer um zwei Monate auf 14 Monate. Waren beide Elternteile vor der Geburt nicht erwerbstätig, wird die Bezugsdauer auf 12 Monate gekürzt.

Zuvor erwerbstätige Alleinerziehende haben einen Anspruch auf 14 Monate Bezugsdauer, wenn sie das alleinige Sorgerecht besitzen, sich ihr Erwerbseinkommen durch die Kinderbetreuung vermindert und wenn sie mit dem anderen Elternteil nicht zusammen in einer häuslichen Gemeinschaft leben. Der Anspruch reduziert sich um zwei Monate, wenn der Alleinerziehende zuvor nicht erwerbstätig war.

Elterngeldstellen

Je nach Wohnsitz und Bundesland sind für die Ausführung des Bundeselterngeldes bestimmte Stellen der Landesregierungen zuständig. Dabei unterliegt die Verwaltung des Elterngeldes allerdings den einzelnen Ländern und ist daher unterschiedlich geregelt. So sind entweder die Landkreise, die Kommunen oder auch besondere Behörden zuständig. Nähere Informationen über die zuständige Elterngeldstelle erhält man bei der Landesbehörde.

Elterngeldrechner

Im Internet findet man verschiedene Elterngeldrechner. Dabei kann die Höhe des Elterngeldanspruchs selbstständig schnell errechnet werden. Notwendige Angaben dabei sind, ob eine Einzel- oder Mehrlingsgeburt erwartet wird, ob bereits ein Kind unter drei Jahren oder zwei Kinder unter 6 Jahren im Haushalt leben und die Höhe des durchschnittlichen Nettoeinkommens im Monat in den letzten 12 Monaten vor der Geburt. Sollte noch zusätzlich nach der Geburt weiterhin gearbeitet werden, wird das erwartete durchschnittliche Nettoeinkommen für den Zeitraum des Elterngeldbezugs benötigt. Dabei kann der Rechner lediglich einen ungefähren Richtwert liefern.

Elterngeldhöhe

Bei einem Vorjahreseinkommen zwischen 1.000 Euro und 1.200 Euro netto werden von dem weggefallenen Einkommen 67 Prozent ersetzt. Bei Geringverdienern mit einem monatlichen Einkommen von unter 1.000 Euro steigt dieser Prozentsatz schrittweise an und steigt auf bis zu 100 Prozent. Dabei gilt: je geringer das Einkommen vor der Geburt war, desto höher ist die Ersatzrate. Wurde vor der Geburt ein Nettoeinkommen von 1.200 Euro bis 1.220 Euro erzielt, sinkt die Erstattungsrate von 67 Prozent auf 66 Prozent. Und bei einem monatlichen Nettoeinkommen von über 1.240 Euro erst sinkt diese Rate auf 65 Prozent.

Zuvor nicht erwerbstätige Personen, wie zum Beispiel Hausfrauen und Hausmänner sowie Studierende oder Eltern, die aufgrund von einer Betreuung älterer Geschwister nicht oder nicht mehr als 30 Stunden die Woche arbeiten gehen, erhalten dabei ein Mindestelterngeld in Höhe von 300 Euro monatlich. Jedoch profitieren Mehrkindfamilien vom sogenannten Geschwisterbonus und erhalten einen Zuschlag von 10 Prozent auf das sonst übliche zustehende Elterngeld, mindestens jedoch 75 Euro. Bei etwaigen Mehrlingsgeburten erhöht sich dieser Zuschlag jeweils um 300 Euro für das zweite und jedes weitere Mehrlingskind.

Bei Bezug von Arbeitslosengeld II und bei der Sozialhilfe oder dem Kinderzuschlag wird das Elterngeld als Einkommen mit angerechnet. Lediglich Elterngeldberechtigte, die vor der Geburt noch erwerbstätig waren, erhalten bei der Beanspruchung von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag einen Elterngeldfreibetrag. Dabei entspricht dieser Freibetrag dem jeweiligen vor der Geburt erzielten Einkommen, höchstens jedoch 300 Euro. D. h., dass bis zu dieser Höhe das Elterngeld anrechnungsfrei bleibt und somit zusätzlich zur Verfügung steht.

Elternpaare, welche im Jahr vor der Geburt zusammen ein zu versteuerndes Einkommen von über 500.000 Euro hatten, oder Alleinerziehende mit einem Einkommen von über 250.000 Euro im Vorjahreskalenderjahr erhalten kein Elterngeld. Nicht inländische Einnahmen oder nicht im Inland versteuerte Einnahmen werden nicht mehr bei der Errechnung des Elterngeldes berücksichtigt. Dies gilt nicht für in der EU versteuerte Einnahmen, welche den inländischen Einnahmen gleichgestellt sind. Hier wird das Einkommen weiterhin bei der Elterngeldberechnung berücksichtigt.

Sonderfall Adoptiveltern und Pflegeeltern beim Elterngeld

Bei adoptierten Kindern, die im Haushalt aufgenommen wurden, endet der Zeitraum des Elterngeldes nicht mit der Vollendung des 14. Lebensmonats. Hier beginnt der Zeitraum des Elterngeldbezugs mit der Aufnahme im Haushalt. Hat das Kind jedoch das achte Lebensjahr bereits vollendet, besteht kein Anspruch mehr auf Elterngeld. Anders ist das jedoch bei Pflegekindern. Für diese erhält man kein Elterngeld, da hier das Jugendamt spezielle Förderungen bereitstellt.

Sonderfall Alleinerziehende

Alleinerziehende Mütter und Väter haben bei der Beanspruchung des Elterngeldes die gleichen Voraussetzungen wie gemeinsame Elternpaare. Auch für sie gilt eine Einkommenshöchstgrenze, um in den Genuss des Elterngeldes zu gelangen. Diese beträgt im Kalenderjahr vor der Geburt ein zu versteuerndes Einkommen von nicht mehr als 250.000 Euro. Wird diese überschritten, besteht kein Anspruch auf Elterngeld. Auch bei Alleinerziehenden kann ein Elternteil für mindestens zwei und höchstens zwölf Monate Elterngeld beziehen. Dabei kann das Elterngeld bei Wegfall des Erwerbseinkommens für zwei weitere Monate bezogen werden und somit für 14 Monate Elterngeld bezogen werden.

Bedingung für die Verlängerung des Elterngeldes ist, dass das Kind bei einem Elternteil alleine gemeldet ist, dort mit im Haushalt lebt und diesem Elternteil die elterliche Sorge oder das Aufenthaltsbestimmungsrecht alleinig zusteht. Sind beide Elternteile gemeinsam in der Wohnung gemeldet, besteht das Recht auf Verlängerung nicht. Ob dabei der andere Elternteil noch in einer anderen Wohnung gemeldet ist, ist davon unabhängig.

Sonderfall Bürger der EU-Länder, der Schweiz und des Europäischen Wirtschaftsraumes

Bürger der EU-Länder, der Schweiz und des Europäischen Wirtschaftsraumes haben ebenfalls Anspruch auf Elterngeld, wenn sie in Deutschland als Arbeitnehmer tätig oder als Selbstständige erwerbstätig sind. Aber auch wenn diese in Deutschland Dienstleistungen erbringen oder erbracht haben und dadurch nun ein Aufenthaltsrecht in Deutschland besitzen, können sie Elterngeld beantragen.

Sonderfall Bürger aus Nicht-EU Staaten

Ist ihr Aufenthalt dauerhaft und ebenso der Zugang zum Arbeitsmarkt dauerhaft, haben auch ausländische Bürger aus Nicht-EU Staaten einen Anspruch auf Elterngeld. Besitzer einer Niederlassungserlaubnis erfüllen damit diese Voraussetzungen. Ausländer, welche lediglich über eine Aufenthaltserlaubnis verfügen, können nur dann Elterngeld beantragen, wenn sie in Deutschland bereits gearbeitet haben oder zu einer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit berechtigt sind.

Eltern, die über eine der folgenden Aufenthaltsgenehmigungen verfügen, besitzen keinen Anspruch auf Elterngeld:

Da mit einigen Staaten Assoziationsabkommen bestehen, gelten für Staatsangehörige der Türkei, Marokko, Algerien und Tunesien andere Regelungen. Sie können als Arbeitnehmer mit jeder Art der Aufenthaltserlaubnis, auch mit einer Duldung oder Aufenthaltsgestattung, Elterngeld beanspruchen. Sie müssen dafür allerdings sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder freiwillig pflichtversichert sein.

Auszahlungstermine vom Elterngeld

Das Elterngeld wird für die Lebensmonate des Kindes gezahlt und nicht für Kalendermonate. Ist das Kind zum Beispiel am 10. April eines Jahres geboren, so ist der erste Lebensmonat am 10.04. bis zum 09.05., der zweite Lebensmonat am 10.05. bis zum 09.06. und der dritte Lebensmonat am 10.06. bis zum 09.07. usw.. Dabei ist von Gesetzeswegen, das Elterngeld jeweils im Laufe des Lebensmonats zu zahlen, für den es bestimmt ist. In diesem Beispiel also immer zwischen dem 10.eines Monats bis zum 09. des Folgemonats. Dabei erfolgt die Auszahlung allerdings oftmals bereits zu Beginn eines jeden Lebensmonats. In der Regel wird das Elterngeld dabei drei oder vier Tage nach Zahlungsanweisung dem Empfängerkonto gutgeschrieben.

Partnermonate

Das Elterngeld kann jeweils vom Tage der Geburt des Kindes an bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats gezahlt werden. Dabei kann ein Elternteil das Elterngeld für mindestens zwei und höchstens 12 Lebensmonate des Kindes betragen. Ein Anspruch auf weitere zwei Monate (Partnermonate) besteht ausschließlich dann, wenn der andere Elternteil ebenfalls seine Erwerbstätigkeit zur Betreuung des Kindes ganz- oder teilweise aufgibt. Die Tätigkeit darf bei Teilbeschäftigung nicht eine Arbeitszeit von 30 Stunden in der Woche übersteigen. Zudem muss sich das Einkommen für mindestens zwei Monate verringern. Dabei ist es unerheblich, bei welchem Elternteil die Minderung eintritt.

Steuerliche Anrechnung

Das Elterngeld ist grundsätzlich steuer- und sozialversicherungsfrei. Allerdings wird es bei der Einkommensteuererklärung als sonstige Einkünfte zum Einkommen hinzugezählt und unterliegt damit, ebenso wie das Krankengeld, dem Progressionsvorbehalt. Dadurch erhöht es den Steuersatz des Einkommens, denn dieser ist progressiv und steigt mit zunehmenden Einkommen. Das bedeutet, dass, je höher das Einkommen ist, um so höher der Anstieg des Steuersatzes. Grob gerechnet geht man davon aus, dass das Elterngeld mit ungefähr 12 Prozent Steuer belastet wird.

Verfügen die Elternteile zum Beispiel über ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von 30.000 Euro und beziehen Elterngeld in Höhe von 10.000 Euro, so wird der Steuersatz für die Einkommensbesteuerung von einem Einkommen von 40.000 Euro ermittelt. Somit ergibt sich daraus aufgrund der Splittingtabelle ein Einkommenssteuersatz von ungefähr 14 Prozent. Bei dem regulären Einkommen in Höhe von 30.000 Euro wäre der Steuersatz nur 10 Prozent. Allerdings wird mit dem erhöhten Steuersatz auch nur das Einkommen in Höhe von 30.000 Euro versteuert.

Besonders bemerkbar macht sich diese Berechnung bei Ehepaaren, welche in die Steuerklassen III und V eingestuft sind. Anders als bei getrennt veranlagten Ehepartnern mit den Steuerklassen IV und IV leisten diese nur sehr geringe Einkommenssteuer Vorauszahlungen und müssen daher mit einer empfindlichen Steuernachzahlung rechnen.

Steuerklassenvorteile bei der Berechnung vom Elterngeld

Das Elterngeld kann durch die passende Wahl der Steuerklasse erhöht werden. Normalerweise wird das Einkommen von Paaren mit den Steuerklassen IV und IV versteuert. Wird allerdings die Steuerklasse III und V gewählt, erhöht sich das zukünftige Nettoeinkommen des Ehepartners mit der Steuerklasse III enorm.

Dabei ist der Lohnsteuerabzug in der Steuerklasse V deutlich höher als in der Steuerklasse IV. Aus diesem Grunde sollte der geringer verdienende Ehepartner in diese Klasse wechseln. Zwar zahlt er dann deutlich mehr Steuern aus zuvor, aber dieses relativiert sich, da der besser verdienende Ehepartner dadurch ein deutlich höheres Nettoeinkommen besitzen wird. Das gesamte Nettoeinkommen wird aber insgesamt höher ausfallen und somit die Höhe des Elterngeldes positiv beeinflussen.

Im Hinblick auf eine geplante Erhöhung des Elterngeldes sollte der Wechsel idealerweise bereits 13 Monate vor der Geburt erfolgen. Um das Elterngeld zu erhöhen, sollte derjenige Ehepartner in die Steuerklasse III wechseln, welcher die Elternzeit in Anspruch nehmen will. Wechselt zum Beispiel ein Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttoeinkommen in Höhe von 4.000 Euro von der Steuerklasse IV in die niedrigere Steuerklasse III, so erhält er netto ungefähr 400 Euro mehr. Das wiederum zieht eine Erhöhung des Elterngeldes um 260 Euro nach sich.

Es ist geplant, die Wahl der Steuerklasse III beim Elterngeld nur noch dann zu berücksichtigen, wenn der Antragsteller deutlich mehr Geld verdient als sein Ehepartner. Das Familienministerium will dadurch einen rechtsmissbräuchlichen Wechsel der Steuerklassen verhindern, welcher lediglich zur Erhöhung des Elterngeldes vorgenommen wurde. Die Elterngeldstellen wurden bereits angewiesen, Wechsel von nicht besser verdienenden Ehepartnern in die Klasse III bei der Berechnung des Elterngeldes nicht mehr zu berücksichtigen.

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