Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund

Kindern mit Migrationshintergrund Kindern mit Migrationshintergrund
Kindern mit Migrationshintergrund

Kindern mit Migrationshintergrund

Migrationshintergrund ist die Bezeichnung der Bevölkerungsgruppe, die aus nach Deutschland eingewanderten Menschen und deren Familien bzw. Nachkommen besteht.

Diese Definition wird vor allem vom Statistischen Bundesamt verwendet, die jährlich Daten zum Migrationshintergrund ermitteln. Unter diese Begriffserklärung fallen danach:

  • alle nach 1949 in die Bundesrepublik eingewanderten Deutschland Zugewanderten
  • alle in Deutschland geborenen Ausländer
  • alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit mindestens einem nach 1949 zugewanderten oder einem als in Deutschland geborenen Elternteil.

In Deutschland gibt es mittlerweile einen großen Anteil mit Menschen mit Migrationshintergrund. Sie kommen hauptsächlich aus der Türkei, aus Russland, Italien, Polen, dem ehemaligen Jugoslawien und Rumänien. Diese Menschen haben natürlich auch verschiedene Arten, mit der Migration umzugehen. Die einen sehnen sich nach dem Wohlstand und der sicheren Existenz der meisten Deutschen. Sie bemühen sich daher sehr, sich zu integrieren und durch eigene Leistungen zu Wohlstand zu gelangen.

Andere sind aus Ländern mit politisch schwieriger Lage oder sogar aus Kriegsgebieten nach Deutschland gekommen und haben verständlicherweise erst Anpassungsschwierigkeiten. Wieder andere stammen aus Ländern mit großer Armut und wollen einfach ein besseres Leben. Diese können oder wollen sich manchmal nicht integrieren, bleiben für sich und steigen auch in Deutschland mangels Sprachkenntnissen, Ausbildung etc. nicht auf. Hier muss man unterstützende Hilfe anbieten, da mangelnde Integration häufig auch nur auf Angst vor Neuem beruht.

Bock auf Bildung: Migranten-Kinder im Abi Stress – SPIEGEL TV

Chance auf bessere Bildung von Kindern mit Migrationshintergrund

Die Kinder der Zuwanderer wachsen in Deutschland auf und haben durch Schulbildung und Berufsausbildung die Chance auf ein besseres Leben. Doch das klingt einfacher, als es tatsächlich ist.

Nicht nur, dass sich viele Vorurteile um Kinder mit Migrationshintergrund ranken, es kommt noch dazu, dass die Integration der Kinder auch sehr stark von ihren Eltern abhängig ist.

Die Vorurteile, die die Kinder betreffen, sind erster Linie mangelnde Sprachkenntnisse, keine Motivation sich einzubringen und teilweise sogar Faulheit oder den Hang das Gesetz zu brechen. Kinder mit Migrationshintergrund so abzustempeln, ist natürlich viel zu einfach und schlicht falsch. Tatsächlich steckt hinter diesen Vorurteilen oft viel mehr. Dass in erster Linie das Elternhaus den Weg ihrer Kinder bestimmt, ist dabei unbestritten.

Geht man zum Beispiel von einer russischen Zuwandererfamilie aus, die aufgrund der politischen Situation nach Deutschland gekommen sind und in der die Eltern selbst eine gute Schulausbildung haben, so werden diese sich nicht nur selbst bemühen, sich zu integrieren, sondern auch mit ihren Kindern die Sprache lernen und diese unterstützen, die bestmögliche Schulbildung nutzen zu können. Nimmt man dagegen eine streng muslimische Familie, die auch in Deutschland weiterhin ihrer einheimischen Kultur verbunden bleibt, werden es diese allein aus Tradition und ihrer Kultur oftmals nicht aktiv unterstützen, dass ihre Tochter Zugang zum Gymnasium findet. Hier muss Aufklärungsarbeit betrieben werden.

Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund

Kinder foerdern

Kinder foerdern

Im Rahmen der Sonderstudie „Where Immigrant Students Succeed“ der PISA (Link öffnet PDF), wurde 2003 untersucht, wo die Bildungsunterschiede zwischen Kindern mit Migrationshintergrund und zwischen den deutschen Kindern liegen. Dabei stellte sich heraus, dass Deutschland das Schlusslicht bei der Förderung eben dieser Kinder im Vergleich von 17 Staaten ist.

Es hat sich jedoch auch herausgestellt, dass die Probleme beim Lösen der Aufgaben meist nicht in der Lesekompetenz, sondern oft im naturwissenschaftlichen Bereich liegen. Woran das liegt, ist nicht klar, man kann jedoch mutmaßen, dass vor allem die Schulbildung der Eltern eine Rolle spielen.

Zum Teil liegt es aber auch sicher an den Klassenstärken insbesondere in Ballungsgebieten, wo oft zu wenig Zeit für den einzelnen Schüler bleibt und Integration kaum möglich ist. Es gibt dennoch viele Möglichkeiten, Migrantenkinder vom Kindergarten an zu fördern. Wichtig ist vor allem, den Kindern zuerst die Sprache beizubringen. Es reicht aber nicht, sich dabei nur an die Kinder zu wenden, auch die Eltern müssen miteinbezogen werden, denn wenn diese den Nachwuchs nicht unterstützen, wird es umso schwieriger, das Kind sprachlich zu fördern.

Die Stiftung „Mercator“ versucht, die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund zu erhöhen. Sie arbeitet mit Studenten, die auf Lehramt studieren zusammen und bietet mit diesen eine kostenlose „Nachhilfe“ an. Das heißt, die Studenten fördern die Kinder mit Migrationshintergrund in kleinen Gruppen, indem sie mit ihnen den Unterrichtsstoff noch einmal durchgehen, bei den Hausaufgaben helfen und auf Schulaufgaben lernen.

[sws_yellow_box box_size=“640″]Das entlastet zum einen den normalen Schulunterricht, zum anderen kann in kleinen Gruppen viel intensiver gelernt werden als in einer Klasse mit 30 Schülern. Leistungsdefizite können ausgeglichen werden und die Kinder mit Migrationshintergrund haben dieselben Chancen wie ihre deutschen Mitschüler. [/sws_yellow_box]

Unternehmer engagieren sich

Unternehmer engagieren sich

Neben Behörden, Stiftungen und Vereinen, engagieren sich aber auch zunehmend Unternehmer in der Migrationsaufarbeitung und vor allem in der Förderung anderssprachiger Mitmenschen. Angebote wie dieses mehrsprachige Online-Branchenbuch sind genau die richtigen Mittel, um Menschen mit einer Fremdsprache erstmal den Weg in die deutsche Gesellschaft zu ermöglichen.

Erste Kontakte können immerhin in der eigenen Sprache geknüpft werden und als Betroffener hat man nicht das Gefühl, ständig auf Hilfe von außen angewiesen zu sein. Einige Schulen haben übrigens auch Projekte eingeführt, bei denen leistungsschwache und leistungsstarke Schüler miteinander lernen und voneinander profitieren.

Das steigert nicht nur das Leistungsniveau, sondern auch den Klassenzusammenhalt und vor allem die soziale Integration. Die soziale Integration ist ein ebenfalls nicht zu vernachlässigender Punkt. Nur Kinder, die sich in ihrer Klasse wohlfühlen und Anschluss finden, wollen sich integrieren. Außenseiter, die gehänselt werden, ziehen sich meist in ihr Schneckenhaus zurück und wollen – vielleicht sogar ebenso wie ihre Eltern – nichts mit den anderen zu tun haben. Hat das Kind aber Freunde, integriert es sich beinahe von selbst. Und auch dieser „Wohlfühlfaktor“ kann zu größerer Motivation und damit zu besserer Leistung führen.

Fazit: Ein Punkt bleibt aber immer. Nur wenn die Eltern ihren Kindern nicht im Weg stehen, sondern sie fördern, können Kinder mit Migrationshintergrund gefördert und integriert werden.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Sigi Schritt
Mitte-Links: ©panthermedia.net Harald Jeske
Unten-Links: ©panthermedia.net Philippe Ramakers

Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund
Artikel bewerten

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*