Folsäuremangel vor der Schwangerschaft

Ursache und Folgen von Folsäuremangel

Folsäuremangel

Folsäuremangel in und vor der Schwangerschaft ist eine gefährliche Sache und kann spätervermutlich zu schweren Gesundheitsschädigungen des Kindes führen. Aber auch ohne Kinderwunsch ist es extrem wichtig, ausreichend Folsäure und die damit zusammenhängenden Vitamine zu sich zu nehmen. Es ist daher also besonders wichtig, sich einmal mit der Folsäure auseinanderzusetzen und vor allem zu wissen, was eigentlich dahintersteckt.
Folsäuremangel

Folsäuremangel

Der Name des Vitamins Folsäure oder auch Folat leitet sich aus dem Lateinischen Folium ab; das Blatt. Für sich selbst kann man sich das ganz gut merken: Blätter sind im Allgemeinen grün. Folglich findet sich Folsäure in grünem Blattgemüse, in Avocados, in Broccoli, in grünem Spargel, Rosenkohl, Rucola und in Spinat.

Aber auch in Nüssen, Hülsenfrüchten, in Kalbs- und Geflügelleber, Eigelb, in Obst und in Fisch sowie in Vollkorn-Produkten finden sich Folate. Hierbei ist zu beachten, dass der Organismus die Folsäure tierischer Lebensmittel besser aufnehmen kann als aus der pflanzlichen Nahrung. Das Vitamin ist allerdings auch wasserlöslich und kann somit während der Zubereitung der verschiedenen Nahrungsmittel durch eine zu starke und zu lang andauernde Erhitzung verloren gehen.

Symptome und Folgen von Folsäuremangel

Da das lebenswichtige Vitamin Folsäure selbst nicht im Organismus gebildet werden kann, muss es dem Körper entweder über folsäurehaltige Lebensmittel oder durch mit Folsäure angereicherte Nahrungs-Ergänzungsmittel wie dem bekannten Femmoal Plus zugeführt werden. Wir erwähnen das Femmoal hier übrigens, weil wir davon wirklich überzeugt sind. Eines der wenigen Nahrungsergänzungsmittel, was immerhin ausschließlich in Deutschland entwickelt, produziert und bereits bei Fachseiten wie Eltern.degofeminin.de oder rundezeit erwähnt wurde.

Rücksprache mit dem Hausarzt

Auch Monopräparate können bei starkem Mangel angezeigt sein. In jedem Fall sollte man vor der Einnahme aber einmal mit dem Arzt gesprochen haben.

Abgesehen von Ernährungsfehlern kann ein Folsäuremangel übrigens auch durch Lebererkrankungen oder Verdauungsstörungen hervorgerufen werden. Allgemeine Symptome für diesen Mangel sind neben Leistungsabfall und chronischer Müdigkeit erhebliche Konzentrationsschwächen, bis hin zu Appetitlosigkeit und einem damit einhergehenden Gewichtsverlust. Der Erkrankte erscheint auch blutarm durch auffallende Blässe. Kann der Körper durch die zu wenig vorhandenen roten Blutkörperchen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, kann es sogar zu Atemnot und starken Herzbeschwerden kommen. Kommt ein chronischer Alkohol-Missbrauch hinzu, sind die Folgen schwerwiegend.

AchtungDie regelmäßige Einnahme von Medikamenten, wie Entzündungshemmern oder oralen Antidiabetika kann ebenfalls Folsäuremangel verursachen, da der Vitamin-Bedarf des Organismus durch diese Arzneien gesteigert wird. Ebenso ist eine Schwangerschaft häufig der Grund für Folsäuremangel, denn dieses Vitamin ist für die Herstellung der Erbsubstanz DNA notwendig. Wird der wesentlich erhöhte Folsäure-Bedarf während dieser Vorgänge im Organismus nicht gedeckt, kann es zu Fehlbildungen im Gehirn und im Rückenmark des Embryos kommen.

Gefürchtet sind hier der offene Rücken oder Spina bifida und die schwerste Form der Neuralrohrdefekte, die Anenzephalie.

Bei diesem Defekt werden wichtige Teile des Gehirns und des Schädelknochens gar nicht erst entwickelt und das Kind stirbt schon während der Schwangerschaft oder der Geburt. Auch wenn die Mutter einen unbehandelten massiven Folsäuremangel in der Schwangerschaft erleidet, kann dadurch eine Frühgeburt ausgelöst werden. Folsäure ist für alle Wachstumsprozesse im Körper des ungeborenen Kindes von existentieller Bedeutung, denn bei jeder Zellteilung und -vermehrung muss die entsprechende DNA mit allen Erbinformationen für jede Zelle hergestellt werden. Deshalb wird schwangeren Frauen die tägliche Einnahme eines Vitamin-Präparates mit etwa 0,5 Milligramm Folsäure angeraten.

Wird der Säugling später hauptsächlich mit rein pflanzlichen Lebensmittelprodukten einseitig ernährt, kann auch in dieser Lebensphase schon ein ernster Folsäuremangel entstehen, der wiederum frühzeitig ausgeglichen werden muss. Bei der Bekämpfung bestimmter Tumore wird durch verschiedene Medikamente, die der Gruppe der Folsäure-Antagonisten angehören, ein künstlicher Mangel an diesem Vitamin hergestellt. Die oben dargestellten zellulären Wachstumsprozesse innerhalb der Tumore sollen in diesen Fällen gebremst werden. Aus diesen Zusammenhängen wird schnell klar, dass ein chronischer Folsäuremangel im Körper immer zuerst dort seine negative Wirkung zeigt, wo sich die Zellen häufiger als im übrigen Organismus erneuern müssen, wie bei der Produktion von neuen Blutzellen.

Kommt es zu einer Abnahme dieser wichtigen Zell-Produktion durch Folsäuremangel, so zeigt sich dies schon in sehr frühem Stadium. Es können Veränderungen in der Mundhöhlen-Schleimhaut und auf der Zunge selbst stark gerötete, entzündliche Stellen beobachtet werden. Auch das Risiko, an Gefäßverkalkungen, den Arteriosklerosen, zu erkranken, ist schon in diesem Stadium deutlich erhöht.

Folsäuremangel durch Fehlernährung

Durch eine einseitig falsche Ernährung kann es im Körper zu Folsäure-Mangel kommen. Ein Test über die Aminosäure Histidin kann darüber Auskunft geben. Auch komplexere Blutanalysen werden durchgeführt, um ein Absinken der Plasmafolsäure oder Veränderungen bei der Bildung von Adrenalin, Acetylcholin und Lecithin, die ebenso von Folsäure beeinflusst werden, im Blut feststellen zu können.

Die Blutanalysen dienen gleichzeitig als Basis für die Umstellung der individuellen Ernährungs-Gewohnheiten. In fast allen westlichen Industrieländern hat sich die Form der Lebensmittel-Aufnahme in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Die Menschen nehmen vermehrt industriell vorgefertigte und portionierte Tiefkühlkost oder sogenanntes Fast Food aus den Schnell-Restaurants zu sich.

Es bleibt oft, durch den beruflichen Alltagsstress, keine Zeit mehr, einen Essensplan für den Einzelnen oder die Familie in einem vernünftigen Wochenzyklus aufzustellen. Dann wird kurzer Hand zu den üblichen Sattmachern gegriffen und damit ist durch die daraus resultierende Fehlernährung ein Folsäuremangel vorprogrammiert. Da Folsäure auch die Konzentration von Homocystin, einem Eiweiß-Baustein im Blut, signifikant absenken kann, wirkt sich ein Mangel an diesem Vitamin auf das allgemeine Ansteigen der sogenannten Zivilisations-Krankheiten Herzinfarkt und Schlaganfall aus. Eine zu hohe Homocystin-Konzentration im Blut gilt als Risikofaktor für diese Erkrankungen.

Wechselwirkungen und Risiken

Selbst in Krankenhäusern sowie Pflege- und Altersheimen kommt es häufig, auf Grund des ständig steigenden Kostendrucks im Gesundheitswesen, zu einer Fehl- oder sogar Unterernährung der dort betreuten Menschen. Häufig wird zu wenig auf die Zusammenhänge zwischen der Gabe notwendiger Medikamente und den damit verbundenen, veränderten Ernährungs-Maßgaben für die Patienten geachtet.

Vor allem die unterschiedlichen Behandlungsformen, seien es nun Operationen, Bestrahlungen oder Chemotherapien, erfordern eine darauf angestimmte Ernährung, entsprechend der daraus resultierenden extremen Belastung des Körpers. Aber zu oft ist eine tägliche Lebensmittel-Versorgung dieser Kranken mit Nahrung, die nicht einmal einen Folsäure-Anteil der empfohlenen Minimal-Menge von 300 Mikrogramm für gesunde Menschen erreicht, die Regel. Hinzu kommt, dass bei allgemein vitaminarmer Kost die Aufnahmebedingungen für Folsäure im kranken Organismus gestört sind. Ein damit einhergehender Mangel an Vitamin B12 führt zu einer noch eingeschränkteren Folsäure-Aufnahmefähigkeit des Körpers.

Therapie und Vorbeugung

Jede Therapie von Folsäuremangel geht von zwei Seiten an die Erkrankung heran. Zum einen wird die primäre Ursache analysiert und geheilt. Das kann die extreme Fehlernährung oder auch der chronische Alkohol-Missbrauch sein. Zum anderen werden folsäurehaltige Medikamente verordnet. Häufig wird bei bestimmten Patienten sogar die fehlerhafte Ernährung und der Alkohol-Abusus in Verbindung mit einer psychischen Erkrankung wie Depression diagnostiziert. Dann kommt als dritte Komponente noch eine Psycho-Therapie hinzu.

Als geeignete Vorbeugung gegen den Folsäuremangel gilt eine gesunde, ausgewogene und vielseitige Ernährung. Aus frischem Obst und Gemüse, geeigneten Vollkorn- und Milchprodukten sowie frischem Fisch und Fleisch nimmt der menschliche Organismus leicht die empfohlene Tagesdosis von 300 bis 400 Mikrogramm Folsäure auf, wodurch die oben beschriebenen schwerwiegenden Erkrankungen nachhaltig vermieden werden können.

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net Igor Yaruta
Mitte-Links: © panthermedia.net / Laurent Renault

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