Gaspreiserhöhung 2014 | So teuer wird dieses Jahr für Familien

Gas wird teuer

Gas wird teuerIn Anlehnung zum ersten Artikel „Strompreiserhöhung 2014“ möchten wir in diesem Beitrag näher auf die Gaspreiserhöhung 2014 eingehen. Erdgas zählt immerhin zu den nicht erneuerbaren fossilen Energieträgern, die eines Tages unerbittlich zur Neige gehen werden. Die irdischen Vorräte dieses volkswirtschaftlich immer bedeutsamer werdenden Rohstoffes sind begrenzt und schwinden durch den zunehmenden Verbrauch, der vor allem aus Schwellenländern wie China oder Indien resultiert, kontinuierlich.

Doch die Begrenztheit und das Schrumpfen der Erdgaslager ist nicht der einzige Grund dafür, dass Erdgas von Jahr zu Jahr für den einzelnen Privathaushalt immer teurer wird. Es gibt hierfür noch weitere Gründe.

Warum Gas immer teurer wird

[sws_blue_box box_size=“630″] Erdgas gilt weltweit als sauberer und damit zugleich umweltschonender Energieträger. Dies ist der Grund dafür, weshalb das Erdgas von immer mehr Bereichen der Volkswirtschaft entdeckt wird und sein Verbrauch steigt. Zuletzt etablierte sich das Gas aufgrund seines hohen Energiegehaltes sogar als preiswerter und beliebter Treibstoff für Kraftfahrzeuge, ob nun als Erdgas oder als Autogas. [/sws_blue_box]

Der Hauptgrund für das kontinuierliche Steigen der Gaspreise liegt neben dem Schwinden der Ressourcen und der steigenden Nachfrage jedoch in der fatalen Kopplung des Gaspreises an den Preis von Erdöl. Die scheinbar krude gesetzliche Gaspreisbindung an Öl stammt bereits aus den 1960-er Jahren und bildet die Grundlage dafür, dass die Lieferanten von Erdgas dessen Preis auch heute noch von der Preisentwicklung beim Erdöl abhängig machen können und ihre Preise dementsprechend kalkulieren.

Hatte man ursprünglich und aus Furcht, das Gas könne zur billigen Konkurrenz für das Öl werden und die Ölpreise möglicherweise gänzlich ruinieren, diese fatale Preisbindung beschlossen, so erweist sich diese heute als ein gefährlicher Nachteil, da durch das kontinuierliche und scheinbar unerklärliche, ja willkürliche Ansteigen der Gaspreise vor allem einkommensschwache Haushalte zunehmend bedroht sind. Zwar gibt es heute vielerorts bereits Stimmen, die im Zuge der Liberalisierung der Märkte eine Entkoppelung der Gaspreise von der Ölpreisentwicklung fordern, dennoch ist signifikant nachweisbar, dass die Gaspreise den Ölpreisen auch heute mit einem zeitlichen Abstand von ungefähr 3 bis 6 Monaten folgen.

Umstrittene Gaspreise

Erfreulich ist allerdings, dass sich auf dem durch die Bundesnetzagentur kontrollierten und reglementierten Energiemarkt bereits erste Gasanbieter finden, die Dank ihrer individuellen Einkaufsstrategien und Einkaufskonditionen in der Lage sind, bei der Preisfindung für ihr Erdgas den jeweiligen Ölpreis bereits gänzlich außer Acht zu lassen.

Ein komplexer Markt

[sws_green_box box_size=“630″] Jedoch ist der Gasmarkt ein deutlich komplexer und unübersichtlicher Markt, dessen Einflussfaktoren weitaus diffiziler sind, als diejenigen, die man auf anderen Rohstoffmärkten antrifft. Fast ein Viertel des jeweiligen Gaspreises entfällt auf Steuern, die wiederum der Fiskus einstreicht. Ein weiterer erheblicher Preistreiber in Bezug auf die Entwicklung des Gaspreises für die Privathaushalte ist allerdings die sogenannte Nutzungsgebühr für das Gasnetz. [/sws_green_box]

Diese schließt Entgelte für den täglichen Betrieb, aber auch für sämtliche Instandhaltungsmaßnahmen des gesamten Gasversorgungsnetzes ein. Somit existieren bereits zwei Kostenpositionen, die Steuer und die Nutzungsgebühren für das Gasnetz, die schon etwa 50 % des Gaspreises ausmachen und die in vollem Umfang jeweils an die Abnehmer des Gases, die privaten Haushalte, weitergegeben werden. Lediglich die verbleibenden 50 % des Preises kommen als Gebühren auch wirklich beim jeweiligen Gasversorger an. Somit beeinflussen also auch politische Rahmenbedingungen und nicht zuletzt das Gewinnstreben der Versorger und Netzbetreiber die Entwicklung des Gaspreises erheblich.

Den eigenen Gaspreis errechnen

Wer genau wissen möchte, wie sich im Jahre 2014 der Gaspreis in seiner Region entwickelt, der sollte einen der zahlreichen internetbasierten Gaspreisrechner nutzen. Das Handling ist in der Regel sehr einfach. Zunächst wird die eigene Postleitzahl eingetragen, dann im Anschluss die Größe der jeweiligen Wohnung definiert oder aber der bisherige Jahresverbrauch an Gas in kWh eingetragen. Schließlich wird die Zahlungsweise festgelegt und der Vergleichs-Button kann gedrückt werden. Das Resultat zeigt die zu erwartenden Kosten für das bezogene Erdgas je Abrechnungszeitraum für das Jahr 2014.

Tendenzen und Entwicklungen

[sws_yellow_box box_size=“630″]Generell lässt sich feststellen, dass die Tendenzen und Trends auf dem Gasmarkt für den Endverbraucher immer schwieriger zu durchschauen werden. Die mangelnde Transparenz des gesamten Gasmarktes erscheint dabei sogar als gewollt. Tatsache ist, dass der Trend sich auf dem Gasmarkt auch in 2014 unerbittlich fortsetzen wird und die Trendlinie weist unumkehrbar nach oben. Wie so vieles andere wird also auch das Gas im Jahre 2014 erneut teurer werden. Rohstoffe und Energie sind diejenigen Wirtschaftsgüter, die am nachhaltigsten von Preiserhöhungen betroffen sind. Dies hat 3 Gründe. [/sws_yellow_box]

Erstens sind Rohstoffe und Energieträger extrem knappe Güter geworden, die nur unter immer stärkeren und auch teureren Anstrengungen zu gewinnen sind. Zweitens zählen sie zu den Wirtschaftsgütern mit der größten binnenwirtschaftlichen und auch internationalen Nachfrage. Drittens ist mit ihnen, da jeder Haushalt sie unabdingbar zum Leben und Funktionieren benötigt, leider der größte Profit zu machen, was sie als hervorragendes Objekt für Spekulationen in einem freien und deregulierten Markt geradezu prädestiniert.

Betrachtet man allein den Zeitraum von 2000 bis 2012, so lässt sich bereits hier feststellen, dass die Gaspreise geradezu enorm gestiegen sind. Stiegen die Strompreise von 2005 bis heute um 44 %, kletterten die Gaspreise von 2000 bis 2012 bei manchen Versorgern um sage und schreibe ganze 100 %. Hier ist es nicht nur wesentlich, den Preisanstieg erschrocken zu konstatieren, sondern vor allem sollte man sich die Frage stellen, wie lange der Bezug von Gas für die Masse der einkommensschwachen deutschen Haushalte überhaupt noch bezahlbar sein wird. Und hier ist dringender denn je das Eingreifen der Politik in die kalte Mechanik des freien Marktes gefragt, soll Gas nicht bereits in absehbarer Zeit zum unbezahlbaren Luxusgut für wenige Wohlhabende werden!

Als Grund für das aktuelle Ansteigen der Energiepreise und hier insbesondere auch der Gaspreise, wird durch die Politik gegenwärtig die Energiewende strapaziert. Skandalös erscheint in dem Zusammenhang die Tatsache, dass Großverbraucher wie Konzerne, von der Umlage gemäß dem Gesetz über erneuerbare Energien (EEG-Umlage) befreit werden, während die Privathaushalte sich mit einer ständigen Teuerung für den Bezug von Energie konfrontiert sehen. Der durch die große Koalition beschlossene Wegfall der Subventionen für kleine und mittelständische Produzenten erneuerbarer Energien, wird zur weiteren kontinuierlichen Teuerung ganz entscheidend beitragen. Geschenke und Boni an die Konzerne bewirken hier, dass Preiserhöhungen ausschließlich auf private Haushalte abgewälzt werden. Wer sich 2014 mit Erhöhungen des Gaspreises nicht abfinden möchte, sollte die Preise der Anbieter miteinander vergleichen, beispielsweise bei Verivox und gegebenenfalls den Versorger wechseln.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Harald Richter

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Über Simon Schröder (1001 Artikel)
<a href="https://plus.google.com/111295419607355970628?rel=author"> Simon Schröder</a> ist ein begeisterter Blogger und freut sich über jeden Kommentar. Fragen zum aktuellen Kindergeld, Elterngeld oder auch dem Kinderzuschlag beantwortet er gerne. Dabei ist es ihm aber auch wichtig zu betonen, dass eine rechtskräftige Aussage nur von den Behörden selber kommen kann.

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