Kind adoptieren? Alle Infos zur Adoption!

Kind adoptieren

Kind adoptierenBei vielen Paaren, die keine eigenen Kinder bekommen können, kommt früher oder später der Gedanke an eine Adoption. Um ein Kind adoptieren zu können, bedarf es jedoch einiger Vorüberlegungen. Auch muss ein Paar die Voraussetzung erfüllen ein Kind adoptieren zu dürfen; eine Kinderadoption ist immerhin vielfältig und verschiedenen Aspekten unterworfen. Man muss sich übrigens darüber im Klaren sein, dass ein Adoptionsverfahren ein langer Weg sein kann, ehe man zum Ziel gelangt.

Voraussetzung für eine Adoption

Eine Adoption setzt immer das Wohl des zu adoptierenden Kindes voraus. Das Kind muss sich daher der Familie zugehörig fühlen und das Verhältnis zueinander dem eines eigenen Kindes gleichgesetzt sein.
Verheiratete Paare können nur gemeinsam ein Kind adoptieren, Einzelpersonen nur alleine. Bringt ein Partner allerdings ein leibliches Kind mit in eine Ehe, so kann der andere Partner dieses auch alleine adoptieren.

Zusätzlich ist ein gesichertes und ausreichendes Einkommen von mindestens einem zukünftigen Elternteil Pflicht. Das Gesetz sieht vor, dass ein alleinerziehender Elternteil bei einer Adoption ein Mindestalter von 25 Jahren haben muss. Für die Adoption eines Kindes des Partners muss der adoptierende Teil mindestens 21 Jahre alt sein. Das Höchstalter für eine Adoption ist 40 Jahre. Ein weiterer Erfüllungspunkt ist die uneingeschränkte Geschäftsfähigkeit des oder der Adoptierenden. Auch die Zeit spielt eine wichtige Rolle. Denn natürlich muss neben dem geforderten Einkommen auch genügend Zeit für das zukünftige Kind vorhanden sein, um ihm ein schönes Zuhause zu bieten. Adoptionseltern haben übrigens genau wie leibliche Eltern das Recht auf Elternzeit.

[sws_yellow_box box_size=“630″]Neben Zeit und Geld wird auch geprüft ob die bestehende Beziehung beider Elternteile beständig und intakt ist. Außerdem wird vorausgesetzt, dass diese bereits mindestens vier Jahre besteht. Eine Person ohne feste Partnerschaft hat geringere Chancen eine Adoption erfolgreich zu beantragen. Es wird lieber gesehen, wenn das Kind in eine schon bestehende intakte Familie aufgenommen wird. Einzelpersonen haben meist nur Erfolg, wenn sie bereits vorher eine besonders enge Beziehung zu dem Kind haben oder mit ihm verwandt sind. [/sws_yellow_box]

Ebenfalls gefordert bei Antragstellung sind die Geburtsurkunden der potentiellen Eltern sowie ein Gesundheitszeugnis. Dieses soll die physische und psychische Gesundheit beider Elternteile nachweisen, um die Absicherung über eine behütete und kindgerechte Erziehung des Kindes zu geben. Wer Vorstrafen besitzt, kommt für eine Adoption grundsätzlich nicht infrage. Bevor die Adoption vollzogen wird, müssen sowohl die neuen Eltern, wie auch das Kind, ihre klare und volle Zustimmung geben. Bei Kindern unter 14 Jahren entscheidet dies das Jugendamt. Ab dem 14. Lebensjahr darf das Kind selbst entscheiden.

Die Adoptionsvermittlerin

Kind adoptieren

Zu Beginn wendet sich das Paar oder die Person, die ein Kind adoptieren möchten, an das zuständige Jugendamt. Dort werden zunächst mehrere Gespräche geführt und es gilt einen Fragebogen auszufüllen. Das häusliche Umfeld wird bis ins kleinste Detail durchleuchtet und viele Fragen gestellt. Beispielsweise wird geklärt, wer das Sorgerecht im Falle einer Trennung des Paares bekäme.

Das Prüfungsverfahren dauert in der Regel etwa ein Jahr. Danach beginnt die Wartezeit, wobei dieser Zeitraum einen nicht festgelegten Rahmen haben kann. Es kann also auch mehrere Jahre dauern. Beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kann man eine kostenlose Broschüre anfordern, wo alle wichtigen Fakten rund um das Thema Adoption nochmals enthalten sind. Bevor die Adoption vollzogen wird, ist es Pflicht, dass das Kind einige Zeit bei der Adoptionsfamilie zur Probe wohnt, um zu sehen, wie der Alltag gemeinsam gemeistert wird und ob die Chemie zwischen den beiden Parteien stimmt. Ist das alles gemeistert, muss eine notarielle Beurkundung beantragt werden. Erst dann ist die Adoption vollständig vollzogen. Die Adoption kostet in Deutschland zwischen 75 und 100 Euro.

Adoptionen aus dem Ausland

AdoptionenAuslandsadoptionen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Auch hier gelten die gleichen schon genannten Voraussetzungen wie für eine Adoption innerhalb Deutschlands. Es kommen jedoch meist weitere Kosten auf das Paar zu. So ist neben den Reisen in das Herkunftsland des Kindes auch noch die Übersetzung der Papiere zu bezahlen. Bei einer Adoption eines Kindes aus einem anderen Land sind außerdem üblichen Dingen noch einige andere Aspekte zu beachten.

Es sollte bedacht werden, dass das Kind anfangs Verständigungsprobleme haben könnte, da es die deutsche Sprache nicht beherrscht. Auch die Kultur ist je nach Land eine ganz andere, genau wie die Religion des neuen Kindes beachtet und akzeptiert werden sollte. Auch die Ernährung ist in einem solchen Fall eine ganz andere, weil das Kind entweder unterernährt sein kann, in jedem Fall aber eine andere Ernährung gewöhnt ist. Nicht jedes Land erlaubt übrigens die Adoption anderer Länder oder die Adoption ihrer Kinder an bestimmte Personenkreise. Ein islamisches Kind darf z. B. nicht in eine Familie gegeben werden, die einen jüdischen oder christlichen Glauben vertritt. Das adoptierte Kind hat zudem ab seinem sechzehnten Lebensjahr das Recht die Daten seiner Herkunftsfamilie zu erfahren. Diese werden an der zuständigen Vermittlungsstelle aufbewahrt.

Einem Kind ein geborgenes Zuhause zu geben ist immer eine gute Sache und eine tolle Alternative für kinderlose Paare oder Paare, die einfach nur etwas Gutes tun wollen. Das Kind wird dies sicherlich dankbar zu schätzen wissen. Wer ein Kind adoptieren möchte, sollte sich nicht von den Behörden abschrecken lassen.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net John Steel
Unten-Mitte: ©panthermedia.net Benis Arapovic

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Über Simon Schröder (1003 Artikel)
<a href="https://plus.google.com/111295419607355970628?rel=author"> Simon Schröder</a> ist ein begeisterter Blogger und freut sich über jeden Kommentar. Fragen zum aktuellen Kindergeld, Elterngeld oder auch dem Kinderzuschlag beantwortet er gerne. Dabei ist es ihm aber auch wichtig zu betonen, dass eine rechtskräftige Aussage nur von den Behörden selber kommen kann.

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