Kindergeld

Hier findest Du alles Wichtige zum Kindergeld noch einmal zusammengefasst und übersichtlich aufgelistet. Da auf Litia.de auch schon unheimlich viel über das Thema „Kindergeld“ geschrieben wurde, sind mittlerweile auch dementsprechend viele Artikel zusammengekommen. Wir hoffen, dass Du alles findest, was Du benötigst.

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Kindergeld Übersicht

In der Kindergeld-Zusammenfassung wurde bisher alles aufgenommen, was für den Einzelnen interessant sein könnte. Sollte dennoch etwas fehlen, oder Du besitzt einen tollen Themen-Tipp – dann schreib uns einfach über das Kontaktformular. Wir freuen uns auf Dich.

Hauptantrag Kindergeld (KG1)
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⇒ Antrag Kindergeld für Vollwaisen (KG1a)
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⇒ Antrag Kindergeld für ein weiteres neugeborenes Kind (KG1k)
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⇒ Antrag auf deutsches Kindergeld – Ausland – (KG51)
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⇒ Antrag auf Kindergeld für Rentner und Waisen mit Auslandswohnsitz (KG51R)
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⇒ Haushaltsbescheinigung zur Vorlage bei der Familienkasse (KG3a)
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⇒ Lebensbescheinigung zur Vorlage bei der Familienkasse (KG3b)
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⇒ Erklärung zu den Einkünften und Bezügen eines über 18 Jahre alten Kindes (KG5)
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⇒ Schulbescheinigung zur Vorlage bei der Familienkasse (KG5a)
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⇒ Erklärung zum Ausbildungsverhältnis (KG5b)
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⇒ Erklärung zu den Werbungskosten eines über 18 Jahre alten Kindes (KG5c)
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⇒ Erklärung abgeschlossene Erstausbildung und Erwerbstätigkeit (KG5d)
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⇒ Erklärung über die Fortdauer bzw. das Ende der Berufsausbildung (KG9a)
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⇒ Mitteilung über ein Kind ohne Ausbildungs- oder Arbeitsplatz (KG11a)
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⇒ Antrag auf Auszahlung des anteiligen Kindergeldes (KG11e)
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⇒ Veränderungsmitteilung (KG45)
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Kindergeld

Das Kindergeld ist eine staatliche Leistung, die den Lebensunterhalt von Kindern nach der Geburt sichern und unterstützen soll. Für Familien eine wichtige Sache. In der Regel besitzen die Eltern einen generellen Anspruch auf das Kindergeld, sobald der Nachwuchs geboren wurde. Wenn das Kind bereits älter ist und nicht mehr zu hause wohnt, kann das Kindergeld aber auch von den Kindern selbst beantragt werden, so weit sie dazu in der Lage sind. Also gar nicht so ein leichtes Thema. Wenn Kinder das Kindergeld selbst beantragen und an sich überweisen lassen, wird es „Abzweigung“ genannt. Die Formulare sind übrigens auch online zu erhalten. Weiteres ist über unsere Suche abrufbar. Über

Kindergeld wird für Kinder bis zur Vollendung vom 18. Lebensjahr gezahlt und nur unter bestimmten Voraussetzungen kann die Zahlung auch darüber hinaus bewilligt werden. Ein gutes Beispiel ist, wenn sich das Kind in einer Ausbildung befindet. Dann kann das Kindergeld bis zum 25. Lebensjahr bezogen werden. Außerdem kann das Kindergeld von der Behörde auch gezahlt werden, wenn eine Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten besteht. Abgesehen davon ist eine Kindergeldbewilligung aber auch bei ausbildungssuchenden Kindern bis zum 25. Lebensjahr und bei arbeitssuchenden Jugendlichen bis zum 21. Lebensjahr grundsätzlich möglich. Mit über 21 Jahren ist bei reiner Arbeitssuche grundsätzlich kein Kindergeldbezug mehr möglich. Bei einem Studium ist das Kindergeld aber dafür auch trotz Bafög und Wohngeld grundsätzlich bewilligungsfähig, muss jedoch von der Familienkasse geprüft werden. Hier kann das Kind höchstens bis 25 Jahren das Kindergeld bekommen. Im Prinzip ist alles förderfähig, was den Weg zum eigenen Beruf leichter macht oder auch erst ermöglicht. Praktikas sind daher also auch grundsätzlich in Ordnung.

Kindergeld Höhe

Seit dem Jahr 2010 beträgt die Höhe vom Kindergeld ab der Geburt für das 1. Kind und das 2. Kind 184 Euro im Monat, für das 3. Kind erhält das Elternpaar 190 Euro monatlich und für das 4. Kind sowie für jedes weitere 215 Euro. Eine Kindergelderhöhung ist zwar bereits seit Jahren diskutiert worden, doch liegen aktuell noch keine weiteren Pläne vor. Denkbar wäre ein Kindergeld für das erste und zweite Kind in Höhe von ca. 200 Euro monatlich, für das dritte Kind von ca. 220 Euro und ab dem dritten Kind eventuell sogar 250 Euro im Monat. Aber das bleibt abzuwarten. In diesem Jahr ist eien Erhöhung eher unwahrscheinlich. In jedem Fall wäre aber ein höheres Kindergeld sinnvoll, damit das Einkommen der Familien auch wieder etwas mehr unterstützt wird. Ausgezahlt wird nach dem Auszahlungsplan, der monatlich immer etwas anders ausfällt, dafür aber für alle deutsche Kindergeldkassen verbindlich gültig ist. Einige Kindergeldbezieher haben bereits mittgeteilt, dass auf den Kontoauszügen ab und an auch die Bundesagentur auftaucht. Dies ist jedoch korrekt und muss nicht weiter beachtet werden.

Kindergeld beantragen

Wer Kindergeld beantragen möchte, muss das ausschließlich schriftlich machen. Dir Formulare sind online herunterzuladen. Die Eltern haben jeden Monat das Recht auf Kindergeld, wenn die entsprechenden Voraussetzungen für die Kinder erfüllt werden. Die Behörde wird selbstverständlich regelmäßig kontrollieren, ob der Bezug auch weiterhin besteht und ob die Vorraussetzungen noch erfüllt werden. Außerdem wird auch geprüft, ob die Zahlungen vom Kindergeld rechtens sind. Wenn einer der Eltern Beschäftigte/r im öffentlichen Dienst ist, muss das Kindergeld übrigens direkt bei der Personalstelle beantragt werden.

Wenn ein behindertes Kinder mit in der Familie lebt, welches über 25 Jahre alt ist, kann unter Umständen die Kindergeldzahlung trotz Erreichen der Altersgrenze weiterhin geleistet werden. Volljährige Kinder können also auch dauerhaft Kindergeld beziehen, sofern sie keinen Beruf nachgehen. Bitte informieren Sie sich hierfür bei Ihrer zuständigen Behörde. In jedem Fall sollte ein gültiger Schwerbehindertenausweis, oder zumindest ein Attest vom zuständigen Arzt vorliegen, welches die Art der Einschränkung beschreibt. Zusätzlich muss das Kind außerstande sein, sich selbst zu ernähren. Wenn sich etwas an den Verhältnissen ändert, muss das der Familienbehörde gemeldet werden. Dazu sind die Antragssteller natürlich verpflichtet.

Kindergeldanspruch

In der Regel haben die Eltern von dem Kind das Recht auf das Kindergeld. Das gilt auch für volljährige Kinder. Auch wenn diese seit mehreren Jahren eine eigene Wohnung besitzen. Wenn die Eltern jedoch nicht fähig sind zu wirtschaften, verstorben sind, oder der Aufenthalt unbekannt ist, können die Kinder selbst Kindergeld beantragen. Wenn die Kinder bei Pflegeeltern, oder bei den Großeltern leben, sind diese anspruchsberechtigt. Das Einkommen der Antragssteller spielt in der Regel keine Rolle. Wohl aber, ob in Deutschland Arbeit besteht oder vielleicht schon Rente beantragt wurde. Der Antragssteller muss unbedingt deutscher Staatsbürger oder Norweger, Isländer sowie Schweizer sein, wenn er in Deutschland Kindergeld beantragen möchte. Dies kann auch online nach einer kleinen Suche gut nachgelesen werden.

Ausländische Mitbürger können dagegen nur Kindergeld erhalten, wenn sie zu einem Mitgliedstaat der Europäischen Union gehören, oder wenn sie eine Niederlassungserlaubnis vorlegen. Außerdem können Ausländer Kindergeld beantragen, wenn sie über eine gültige Aufenthaltserlaubnis in Deutschland verfügen. Wer Kindergeld beantragen möchte, muss seinen Wohnsitz nicht zwangsweise in Deutschland besitzen. Wer im Ausland lebt, kann auch Kindergeld erhalten, aber nur wenn er in Deutschland unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig ist. Er muss also hier Arbeit besitzen, wen er in den Genuß des Kindergeldes kommen will. Wo sich die Kinder aufhalten spielt erst einmal nur eine untergeordnete Rolle. Wenn das Elternpaar in einer Stadt in Deutschland wohnt, aber im Ausland arbeitet, dann gelten die Kindergeldregelungen von dem Land, in dem das Elternpaar beschäftigt ist. Der Beruf spielt selbstverständlich keine Rolle.

Kindergeldantrag

Der Kindergeldantrag muss schriftlich gestellt werden und unterschrieben an die zuständige Kindergeldkasse geschickt werden. Dabei muss nicht immer ein Elternteil unterschreiben, denn es können auch Bevollmächtigte tun, wenn sie denn auch wirklich die Vollmacht zum Antrag beilegen. Im Zweifel halt auch die Kinder selbst. Der Antrag kann gestellt werden, wenn das Elternpaar berechtigt ist und der Anspruch auf das Kindergeld bezieht sich auch auf Pflegekinder. Bei der Agentur können Antragssteller Vordrucke erhalten, die für die Beantragung nötig sind. Die Anträge können aber auch aus dem Internet ausgedruckt werden. Bezieht das Elternpaar zum ersten Mal Kindergeld, wird unter anderem immer das Formular „KG1“ benötigt und wer nur für weitere Kinder Kindergeld beantragen will, braucht das Formular „KG1K“.

Prüfungsverfahren von der Kindergeldkasse

Wie schon beschrieben, wird der Anspruch auf Kindergeld regelmäßig überprüft. Jede Veränderung muss der Beörde mitgeteilt werden, da sonst ein Bußgeld droht, oder in manchen Fällen auch eine Rückzahlung vorgenommen werden muss. Wenn das Kind arbeitslos ist und Kindergeld für sich beanspruchen möchte, müssen beispielsweise Nachweise erbracht werden, die belegen, dass etwas gegen die Arbeitslosigkeit unternommen wird. Alle Angaben müssen von den Antragsstellern wahrheitsgemäß bestätigt werden. Wer den Regelungen nicht nachkommt, oder falsche Angaben macht und dadurch mehr oder länger Kindergeld erhält, muss sich im schlimmsten Fall in einem Verfahren wegen Steuerhinterziehung verantworten. Weiteres ist über unsere Suche nachzulesen.

Kindergeldantrag bei jedem weiteren Kind

Wenn die Elternteile für weitere Kinder Kindergeld beantragen möchten, ist es zwingend, dass der Antrag von dem Elternteil ausgefüllt wird, der auch für das erste Kind Kindergeld beantragt hat. In dem Fall wird das Prüfverfahren verkürzt und es dauert nicht so lange, bis der Antragssteller das Kindergeld erhält. Bei dem Antrag für weitere Kinder sollte daher auch unbedingt die Kindergeldnummer von dem ersten Kind angegeben werden. In einigen Fällen ist es sinnvoll, vorher ein Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter zu führen, um das Fehlen von wichtigen Unterlagen zu vermeiden. Wenn alles beachtet wird, erhält man zügig Kindergeld und die Zahlungen werden nicht unnötig in die Länge gezogen.

Diese Informationen benötigt die Familienkasse

Wie schon beschrieben, müssen Veränderungen sofort mitgeteilt werden. Informationen müssen auch dann angegeben werden, wenn es sich um Änderungen bei den Kindern, oder bei einem Elternteil handelt. Es muss angegeben werden, wenn der Bezieher eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst aufnimmt, die länger als sechs Monate geht und außerdem muss natürlich angegeben werden, wenn der Antragssteller eine Beschäftigung im Ausland aufnimmt. Auch, wenn die Familie oder nur ein Teil der Eltern in das Ausland zieht, muss die Familienkasse informiert werden. Zudem muss angegeben werden, wenn der Bezieher andere Leistungen für das Kind erhält. Des Weiteren muss die Kindergeldkasse informiert werden, sobald der Bezieher, oder ein Kind aus dem Haushalt auszieht, oder jemand verstirbt. Auch, wenn das Kind als vermisst gemeldet wird, oder aus anderen gründen nicht mehr zu Hause wohnt muss das gemeldet werden. Selbstverständlich muss ein Umzug gemeldet werden und die neue Anschrift oder Bankverbindung mitgeteilt werden.

Minderung oder Einstellung vom Kindergeld

In einigen Fällen besteht kein Anspruch auf Kindergeld z. B., wenn altrechtliche Kinderzulagen aus der gesetzlichen Unfallversicherung bestehen, oder altrechtlicher Kindergeldzuschuss. Das Einkommen der Eltern spielt oftmals keine Rolle. Auch, wenn übrigens Ansprüche aus einer gesetzlichen Rentenversicherung für die Kinder bestehen, kann das Kindergeld gemindert oder eingestellt werden. Außerdem erhält man kein Kindergeld, wenn vergleichbare Leistungen im Ausland gezahlt werden. Des Weiteren fallen Kindergelder weg, wenn der Bezieher bzw. das Kind noch auf vergleichbare staatliche Leistungen Anspruch besitzt. Es ist sehr schwer, hier den Überblick zu behalten. Wer diesbezüglich weitere Fragen hat, sollte sich mit der zuständigen Stelle in Verbindung setzen.

Einspruch gegen die Entscheidungen von der Familienkasse einlegen

Wenn ein Bezieher mit einer Entscheidung von der Kindergeldkasse für seine Kinder nicht einverstanden ist, kann Einspruch bzw. Widerspruch einlegen. Der Einspruch muss in schriftlicher Form und innerhalb von einem Monat bei der Familienkasse eingereicht werden. Das Verfahren ist bis hierhin kostenlos. Wenn die zuständige Stelle dem Einspruch nicht folgt, kann der Bezieher eine Klage bei einem Finanzgericht erheben. Die Klage ist allerdings in der Regel mit Kosten verbunden und bei welchem Gericht Klage eingereicht werden muss, steht in der Einspruchsentscheidung von der Behörde. Diese wird übrigens immer nur vom Antragssteller (Eltern) eingereicht. Nicht von den Kindern.

Aktuelles Update

Das Kindergeld ist in Deutschland fest in den Gesetzen verankert. Verwaltet wird diese finanzielle Hilfe für junge Familien von der eigens dafür geschaffenen Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Die Idee, finanzielle Anreize zu schaffen, damit insgesamt mehr Neugeborene auf die Welt kommen, ist nicht ganz neu und diente vor vielen Jahren unter der Regierung des dritten Reiches sogar einem höchst zweifelhaften Zweck.

Die gesetzlichen Regelungen, die Rechte und Pflichten sowie all die versteckten Details, welche (werdende) Eltern in Bezug auf das Kindergeld zu beachten haben, sind vielfältig und können auch tückisch sein. Im Folgenden deshalb eine Aufstellung der wichtigsten Fakten und Details zum Kindergeld, eingehend auch auf verschiedenste Spezialfälle, die immer wieder für Unsicherheiten bei der Berechnung sorgen. Zunächst jedoch wird in aller Kürze eine kurze historische Entwicklung des Kindergeldes aufgezeigt.

Kindergeld Historie

Kindergeld blickt in Deutschland auf eine lange Tradition zurück. Schon 1935 – damals noch in den Zeiten des Nationalsozialismus – gab es eine sogenannte Kinderbeihilfe von der Regierung, insbesondere um kinderreiche Familien zu fördern und so für mehr Nachwuchs zu sorgen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Zahlung neu geordnet und 1954 wurden die Familienausgleichskassen bei den Berufsgenossenschaften angesiedelt, ab 1955 erhielten auch Arbeitslose eine Zahlung vom Arbeitsamt. Galt das Kindergeld zuvor erst ab dem dritten Kind (also nur für kinderreiche Familien), wurde das Gesetz 1975 geändert und die Zahlungen galten ab sofort schon ab dem ersten Kind einer jeden Familie. Im Jahr 1988 gab es eine weitere Anpassung. Ab sofort waren auch Pflegeeltern berechtigt, Kindergeld und ähnliche Leistungen von der Bundesregierung zu beziehen. Unabhängig davon, ob diese bereits Pflegegeld erhielten, oder eben nicht.

Das Kindergeld hat sich für Familien zu einer wichtigen finanziellen Stütze entwickelt und trägt seit seiner Einführung in gewissem Maße auch dazu bei, dass junge Familien die (finanzielle) Angst vor dem Kinderkriegen verlieren.

Kindergeld zusammengefasst

Grundsätzlich ist jeder Deutsche berechtigt Kindergeld zu beziehen. Voraussetzung hierfür ist, dass er seinen Wohnort im Inland hat. Aber auch Deutsche, die zwar im Ausland wohnen, jedoch dennoch im Inland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind, erhalten diese finanzielle Unterstützung. Ausländer, die eine gültige Niederlassungserlaubnis und einen festen, ständigen Wohnsitz in der Bundesrepublik haben, sind ebenfalls berechtigt, das Kindergeld zu beziehen. Dies gilt jedoch nicht für freizügigkeitsberechtigte Staatsbürger der Europäischen Union sowie der Schweiz. Diese können Kindergeld unabhängig von der Niederlassungserlaubnis erhalten, hier reicht also schon der feste Wohnsitz in Deutschland aus.

Aufgrund von Sonderabkommen gilt diese Regelung übrigens auch weiterhin für Staatsbürger einiger anderer Staaten, darunter die Türkei, Algerien, Marokko oder Bosnien und Herzegowina. Auch unanfechtbar anerkannte Flüchtlinge sind berechtigt. Doch wie hoch ist eigentlich das Kindergeld?

Für das Jahr 2013 gelten folgende allgemeine Sätze, die bereits seit Januar 2013 nicht mehr angepasst wurden: Für die ersten beiden Kinder eines Antragstellers erhält dieser (bei positivem Bescheid) eine Pauschale von 184 Euro pro Monat und Kind. Für ein drittes Kind erhält der Antragsteller sechs Euro mehr, insgesamt 190 Euro monatlich und für jedes weitere Kind sogar 215 Euro im Monat.

Zur Verdeutlichung nehmen wir das Beispiel einer Familie mit vier Kindern. In diesem Fall berechnet sich der Anspruch folgendermaßen: Für das erste und zweite Kinder gibt es jeweils 184 Euro im Monat, also 2 x 184 € = 368 Euro. Für das dritte Kind kommen noch einmal 190 Euro hinzu, was zu einer Gesamtsumme von 558 Euro pro Monat führt und für das vierte Kind gibt es darüber hinaus 215 Euro. Damit beläuft sich der Gesamtbezug einer Familie mit vier Kindern auf 773 Euro pro Monat, was sich über das Jahr gesehen auf immerhin knapp 10 000 Euro brutto summiert. Auch wer nur ein Kind im Haushalt hat, erhält jährlich noch gut 2200 Euro vom Staat, eine Hilfe die vielen jungen Familien das Überleben sichern wird.

Kindergeld gibt es für die Kinder (unabhängig welche Staatsangehörigkeit diese besitzen), die ihren Wohnsitz in Deutschland oder auch im EU-Ausland oder der Schweiz oder im Gebiet des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) haben. Berücksichtigt werden alle leiblichen Kinder sowie adoptierte Kinder, Kinder des Ehegatten (Stiefkinder), welche im eigenen Haushalt aufgenommen wurden sowie Pflegekinder (hier gelten einige gesetzliche Sonderregelungen). Wichtig ist zu wissen, dass als „Haushaltsaufnahme“ die bloße Meldebestätigung nicht ausreicht. Vielmehr ist nachzuweisen, dass das Kind tatsächlich im Haushalt wohnt und dort auch versorgt wird. Mit dieser Regelung soll betrügerischen Anträgen ein Riegel vorgeschoben werden. Übrigens können Kinder, welche die Identität ihrer Eltern nicht kennen oder Vollwaisen sind, selbst Kindergeld für sich beantragen und beziehen.

Kindergeldanspruch wird übrigens grundsätzlich für alle berechtigten Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs gewährt. Für ältere Kinder verlieren Sie dann ihren Anspruch, wenn diese einer geregelten Arbeit nachgehen – also selbst einkommenssteuerpflichtig sind. Befindet sich das Kind jedoch noch in der Ausbildung, steht Ihnen nach wie vor Kindergeld zu, da während dieser Zeit damit zu rechnen ist, dass sich das Kind durch geringe Einnahmen nicht selbständig ernähren kann. Diese Regelung gilt bis zum vollendeten 25. Lebensjahr. Für Kinder, die darüber hinaus noch als Studenten oder Azubis in der Ausbildung sind, erhalten Sie fortan kein Kindergeld mehr. Somit ist es nicht möglich, zum Beispiel als „ewiger Student“ über viele weitere Jahre hinweg Kindergeld zu kassieren. Ausnahme davon bilden jedoch behinderte Kinder, welche sich auch nach dem 25. Lebensjahr nicht selbständig ernähren können. Dann behalten Sie Ihren Anspruch auf Kindergeld für diesen Sohn oder diese Tochter. Die Grenze der 25 Jahre ist in der Regel um geleisteten Wehr- oder Zivildienst verlängerbar. Bei in der Ausbildung (also auch im Studium) befindlichen Kindern endet die Zahlung spätestens im Jahr des Abschlusses dieser Ausbildung. Studierende müssen beispielsweise Semester für Semester die aktuelle Immatrikulationsbescheinigung der Universität oder Fachhochschule vorweisen können.

Ein Sonderfall sind Kinder ohne Ausbildungsplatz. Wenn Ihr Kind zum Beispiel auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz nicht fündig wurde, steht natürlich ebenfalls Kindergeld zu – auch nach Vollendung des 18. Lebensjahres. Jedoch ist für die Beantragung in diesem Fall zusätzlich vorzuweisen, dass das Kind tatsächlich ernsthafte Absichten und Bemühungen unternommen hat, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Das kann zum Beispiel durch Vorlage von Absagen auf Bewerbungen oder sonstige Dokumente in diese Richtung geschehen.

Für viele Jugendliche besonders drastisch sind die Einschnitte im Falle der Arbeitslosigkeit, welche sich auch auf das Kindergeld für die Eltern auswirkt. Generell wird in diesem Fall unabhängig von anderen Voraussetzungen bis zum 21. Lebensjahr das volle Kindergeld gewährt. Das betreffende Kind muss jedoch bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet sein oder alternativ bei vergleichbaren Stellen im EU- oder EWR-Raum oder in der Schweiz. Nicht als feste Anstellung gelten dabei geringfügige Tätigkeiten, sogenannte Minijobs, bei denen das Kind nur mehr als 450 Euro im Monat dazu verdienen kann. Auch im Fall der Arbeitslosigkeit wird die Zeit von Wehrdienst oder Zivildienst an dieses Alterslimit als Verzögerungszeit dazu gerechnet. Sobald das betroffene Kind aber eine Festanstellung findet, erlischt auch der Anspruch des antragsstellenden Elternteils auf Kindergeld (vorausgesetzt, das Kind hat das 18. Lebensjahr bereits vollendet). Auch der Bezug von Arbeitslosengeld II des Kindes beeinflusst die Zahlungen des Kindergeldes nicht weiter.

Eine Sonderform stellen auch verheiratete Kinder dar. Nach Vollendung des 18. Jahres können Kinder, die bereits eine Ehe geschlossen haben, nur noch eingeschränkt berücksichtig werden. Hintergrund hierfür ist, dass mit der Eheschließung rechtlich gesehen nicht mehr die Eltern, sondern der Ehepartner für den Unterhalt verantwortlich ist. Aus diesem Grunde werden auch die Eltern bzw. der antragstellende Elternteil eigentlich nicht mehr weiter finanziell unterstützt. Dies gilt auch dann, wenn die Unterhaltspflicht eines Berechtigten hinter die Unterhaltspflicht anderer Personen für das Kind tritt, was unter anderem bei Kindern eingetragener Lebenspartnerschaften der Fall ist aber auch bei dauerhaft getrenntlebenden oder geschiedenen Kindern. Eine Fortzahlung des Kindergeldes kann nur in dem Ausnahmefall möglich sein, wenn das verfügbare Einkommen des Kindes bzw. des jeweiligen Ehepartners nicht ausreicht, um den Unterhalt beider Personen sicherzustellen. In diesem Fall überträgt sich die Unterhaltspflicht wieder zurück auf die Eltern, welche dann auch wieder Kindergeld beziehen können. Übrigens zählen eventuelle Unterhaltszahlungen an getrenntlebende oder geschiedene Kinder zu deren verfügbaren Nettoeinkommen.

Natürlich gibt es gesetzlich auch die Möglichkeit des Wegfalls des Anspruchs aus Kindergeld. Dies ist vor allem bei abgeschlossener Erstausbildung und anspruchsschädlicher Erwerbstätigkeit der Fall. Diese „anspruchsschädliche“ Erwerbstätigkeit liegt dann vor, wenn die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 20 Stunden beträgt. Als „Erstausbildung“ gilt die Berufsausbildung oder das Studium an einer Hochschule dann, wenn keine vergleichbare Ausbildung, die zu einer Erwerbstätigkeit befähigt, vorausgegangen ist. Vor allem seit der Bologna-Reform wichtig zu wissen ist, dass der Abschluss „Bachelor“ als berufsqualifizierender Abschluss gilt und mit dem Erhalt der Anspruch auf Kindergeld erlischt. Eine Fortführung des Studiums, zum Beispiel mit Ziel des Master-Titels, ist als in diesem Fall als Zweitausbildung zu sehen, wodurch der Anspruch des zuvor Bezugsberechtigten auf das Kindergeld automatisch erlischt – unabhängig vom Alter (sofern dies nicht vor der Vollendung des 18. Lebensjahres geschieht). Ein Wechsel oder Abbruch eines Studiums oder eine Ausbildung ohne Abschluss erhalten zu haben, gilt jedoch nicht als „Abgeschlossene Erstausbildung“. Wenn zwei Studiengänge parallel studiert werden, endet der Anspruch entsprechend nach dem Erlangen des ersten Abschlusses (sofern das Alterslimit noch nicht erreicht wurde).

Immer wieder unklar ist vielen Menschen der Unterschied zwischen schädlicher und unschädlicher Erwerbstätigkeit in Bezug auf Kindergeld. Anspruchsunschädlich ist eine Arbeit im Sinne einer Ausbildung, die im Ausbildungsvertrag geregelt ist, eine geringfügige Beschäftigung (Mini-Job), sowie andere Beschäftigungsverhältnisse mit weniger als 20 Arbeitsstunden pro Woche (auf das Jahr gesehen).

Es ist aber möglich, nach abgeschlossener Schulausbildung und einer anschliessenden Lehre zu studieren und dennoch weiter berechtigt zu sein – sofern kein schädlicher Grund für den Wegfall des Anspruchs vorliegt (also zum Beispiel eine Erwerbstätigkeit von mehr als 20 Stunden pro Woche im Durchschnitt). Die Regelungen zum Wegfall des Kindergeldanspruchs sind etwas kompliziert und sollten von Fall zu Fall mit Fachleuten besprochen werden, wenn Unklarheiten auftreten.

Über das 25. Lebensjahr hinaus kann in der Regel nur bei behinderten Kindern Anspruch auf Kindergeld bestehen. Voraussetzung ist, dass die Behinderung vor Abschluss des 25. Lebensjahres erstmalig aufgetreten ist und die körperliche, seelische oder geistige Behinderung es dem Kind nicht zulässt, selbständig seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Hierzu wird das verfügbare Nettoeinkommen des Kindes („Kindseigene Mittel“) als Grundlage genommen, welche neben den Einkünften aus Erwerbstätigkeit auch Zuwendungen Dritter beinhalten. Wenn diese kindseigenen Mittel den Wert von 8 130 Euro pro Jahr nicht übersteigen, kann davon ausgegangen werden, dass das Kind seinen eigenen Lebensunterhalt nicht selbständig sichern kann und somit die Unterhaltspflicht wieder auf die Eltern zurückfällt, die dann auch wieder kindergeldberechtigt sind.

Das Vermögen der Kinder mit Behinderung hat übrigens keinerlei Auswirkungen auf den Anspruch. Eine Altersbegrenzung gibt es für den geschilderten Fall nicht, sodass Eltern von Kindern mit schweren Behinderungen lebenslang Kindergeld vom Staat erhalten können, um damit den Unterhalt des Kindes zu sichern.

Gerade im Falle von geschiedenen Antragstellern kommt oftmals der Begriff „Zählkind“ vor. Da für jedes Kind ein vor- und ein nachrangig Berechtigter vorliegt, ist zunächst zu klären, wer wie hoch berechtigt ist. Für ein Kind, das nach der Scheidung bei der Mutter wohnt, wird diese vorrangig Berechtigte sein, da das Kind in ihrem Haushalt lebt. Der Vater ist demnach nur nachrangig berechtigt und wird für dieses Kind direkt keine Zahlung mehr erhalten. Wenn der Vater nun jedoch mit einer anderen Mutter zwei weitere Kinder hat (jeweils später geboren), wirkt sich das auf die Zählweise der Kinderreihenfolge aus. Die beiden Kinder aus der neuen Beziehung wären demnach Zweit- und Drittkind. Dies wirkt sich – wie oben beschrieben – auf die Berechnung der Gesamtsumme aus, da für das Drittkind sechs Euro monatlich mehr gezahlt werden als für das Zweitkind. Wenn nun der insgesamt dreimalige Vater als Antragsteller für das Kindergeld für die beiden Kinder der neuen Beziehung auftritt erhält dieser 184 + 190 Euro, insgesamt 374 €. Die Mutter jedoch würde nur 184 + 184 = 368 € erhalten.

Der „Antrag auf Auszahlung des anteiliges Kindergeldes“ ist indes eine Möglichkeit, wie das Kind selbst den Anspruch auf Kindergeld beantragen kann. Dies ist aber nur dann möglich, wenn das Kind eine eigene Wohnung hat und keinerlei finanzielle Unterstützung von Erziehungsberechtigten erhält.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass der Bezug von Kindergeld viele Eltern in finanziell schwierigen Zeiten entscheidend unterstützt. Gerade bei Kindern, die sich im Wachstum befinden, sind hohe Ausgaben die Regel. Da in vielen Fällen ein Elternteil zu Hause für die Kindererziehung zuständig ist, ist das Aufbringen dieser Summen für einen Alleinverdiener oft nicht oder nur sehr schwierig möglich. Genau in diesem Fall hilft das Kindergeld zuverlässig weiter. In der Regel ist das Beantragen leicht und problemlos möglich, nur bei verzwickten Familienverhältnissen kann dies etwas schwieriger werden.

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