Kindergeld beantragen Teil 7 – Erklärung zu den Einkünften und Bezügen (Kg5)

Nicht selten werden Erleichterungen auch von Behörden schnell und zuverlässig umgesetzt.

In diesem Fall werden wir ab 2012 die große Erleichterung erleben, dass die Einkünfte und Bezüge des Kindes, gegenüber der Familienkasse, nicht mehr nachzuweisen sind. :mrgreen:

Sicherlich wird es hier und da aber auch noch Ausnahmen geben. 😉

Gerade bei Kindern, die aus gesundheitlichen Gründen auch über den 25. Lebensjahr hinaus das Kindergeld beziehen, wird sicherlich auch in Zukunft weiter kontrolliert werden.

Kinder, die eine zweite Ausbildung absolvieren, werden auch weiterhin Kindergeld beziehen können. Ausnahme: Es darf keine Erwerbstätigkeit neben der Ausbildung mit über 20 Wochenstunden betrieben werden.

Sollte dies ignoriert werden, kann es zu empfindlichen Rückforderungen kommen. Aber seien wir mal ehrlich, wenn man seine Ausbildung erfolgreich absolvieren möchte, wird man kaum die Zeit haben, noch über 20 Stunden in der Woche nebenbei zu arbeiten.

Das Formular Erklärung zu den Einkünften und Bezügen wird also an Bedeutung verlieren. Dennoch werde ich es in dieser Anleitungsserie nicht unterschlagen, da es in einzelnen Fällen vielleicht doch noch zur Nachweispflicht kommen kann.

Formular Erklärung zu den Einkünften und Bezügen (KG5)- Kindergeld

Das auszufüllende Dokument ist relativ einfach aufgebaut. Auf der ersten Seite ganz oben links wird nach dem Namen des Kindergeldberechtigten gefragt.

Dies ist immer der, der auch die Post von der Familienkasse erhält.

Direkt darunter wird nach der Kindergeldnummer gefragt. Hat man sich die Unterlagen von der Familienkasse zuschicken lassen, so ist dort schon die korrekte Kindergeldnummer vorgedruckt worden.

Hat man sich das Formular selber heruntergeladen, so kann man auf dem letzten Kindergeldbescheid oder auf dem letzten Kontoauszug seine Kindergeldnummer finden.

Diese muss in jedem Fall eingetragen werden.

Die Steueridentifikationsnummer ist in meinen Augen zu vernachlässigen, da diese der Familienkasse bereits vorliegen muss.

Auf der rechten Seite oben wird nach der Telefonnummer gefragt.

Diese würde ich immer mit angeben. Damit hat der Sachbearbeiter die Möglichkeit, gerade auch kleinere Fragen direkt am Telefon zu klären und den Fall für sie schnellst möglichst zu beenden.

Hat man die obligatorischen Daten angegeben, geht es nun an die richtige Erklärung zu den Einkünften und Bezügen.

Zu aller erst wird nach dem richtigen Kalenderjahr gefragt. In der Regel ist dies immer nur das letzte Jahr. Manchmal möchte die Familienkasse aber auch eine Schätzung bzw. Prognose haben, dann muss man es für beide Jahre angeben.

Die angegebene Schätzung verpflichtet sie übrigens zu nichts. Sie können nicht auf eine gemachte Prognose festgenagelt werden, da sich im Laufe des Jahres die realen Zahlen natürlich immer von einer Schätzung unterscheiden werden.

Wichtig dabei zu wissen ist, dass wenn man die Schätzung zu niedrig angibt, kann das Kindergeld natürlich auch zurückgefordert werden. Wenn die Einnahmenhöhe so gravierend ist, dass es auf der Kippe steht, dass das Kindergeld gestrichen werden könnte, so würde ich immer selber nachrechnen.

Die Angaben zum Kind selber sollten selbsterklärend sein. Name, Vorname, Geburtsdatum-dürfte alles bekannt sein. :mrgreen:

Punkt 1

Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit bedeuten, dass dort jeglicher Verdienst angegeben werden muss, der in einem Abhängigkeitsverhältnis erwirtschaftet wurde.

Heißt nichts anderes, als das da der normale Verdienst eingetragen werden muss.

Die Ausbildungsvergütung muss jedoch nicht eingetragen werden.

Bei den Versorgungsbezüge sind zum Beispiel Waisengelder oder Ausgleichsbezüge gemeint. Unterhaltsleistungen, sowie Renten würde ich im übrigens unter Punkt 5 eintragen.

Punkt 2

Im Gegensatz zu den nichtselbstständigen Einnahmen, gibt es natürlich auch den Verdienst aus einer selbstständigen Tätigkeit. Das ist immer dann der Fall, wenn man ein eigenes Gewerbe besitzt. Angaben zur Vermietung und Verpachtung, sowie zum Kapitalvermögen sollten selbsterklärend sein.

Punkt 3 und 4

Leistungen der Agentur für Arbeit sind ebenso anzugeben, wie unter Punkt 4 das BAföG, verschiedene Ausbildungshilfen oder Stipendien.

Ein automatischer Datenabgleich zwischen der Bundesagentur für Arbeit und der Familienkasse findet in der Regel nicht statt. Auch wenn das Logo der Agentur neben dem Schriftzug der Familienkasse steht, so sind es doch zwei voneinander unabhängige Behörden.

Punkt 5

Hier kann man alle weiteren Einnahmen eintragen, die zu keiner anderen Frage so recht passen wollen.

Das können Gelder wie Wohngeld, Krankengeld, Mutterschaftsgeld oder auch Arbeitslosengeld sein.

Hat das Kind Wehr- oder Zivildienst geleistet, so sind dort auch Weihnachts- und oder Entlassungsgelder mit anzugeben. Im Prinzip kann man also sagen, bei Punkt 5 kann alles rein geschrieben werden, was man sonst nicht mit angegeben hätte oder konnte.

Punkt 6

Füllt man gerade das Formular Erklärung zu den Einkünften und Bezügen der Familienkasse aus und hat zwischenzeitlich weitere Leistungen beantragt, so ist dies hier mit anzugeben. Dabei ist es wichtig, immer eine Kundennummer oder ein Aktenzeichen mit anzugeben. Wenn die Familienkasse bei der zuständigen Behörde nachfragt und keine Referenznummer besitzt, kann dies die Beantragung doch arg verzögern.

Punkt 7

Ist das Kind bereits verheiratet oder befindet sich in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, so muss auch dieser Punkt mit ausgefüllt werden.

Wichtig: Mit einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ist nicht ein „normales“ Zusammenleben gemeint.

Die eingetragene Lebenspartnerschaft muss ähnlich wie bei der Heirat auch bei dem Standesamt mit angegeben und beantragt werden. Dies ist nur in den seltensten Fällen vorhanden.

Trifft aber diese Frage zu und die Einnahmen vom Ehegatten bzw. vom Lebenspartner müssen mit angegeben werden, so sind diese immer mit zubelegen. Geeignet dazu ist der letzte Steuerbescheid sowie die letzten 3-6 Lohnabrechnungen. Zusätzliche Einnahmen müssen auch zusätzlich belegt werden.

Niemals Originale einreichen! Unterlagen nur per Einwurfeinschreiben verschicken!

Punkt 8

Hier hat man die Möglichkeit seine Einnahmen rein rechnerisch zu senken. Es können also die Kosten angegeben werden, die mit der Ausbildung im Zusammenhang stehen.

Sollte man sich an der Einkommensgrenze bewegen, so ist im Zweifel anzuraten, einen Steuerberater zur Hilfe zu holen. Im Allgemeinen kann man jedoch sagen, dass bei Punkt 8 die zwei Zeilen sicherlich nicht ausreichend sind.

Ich würde daher immer empfehlen ein gesondertes weißes Blatt, mit Angabe der Kindergeldnummer beizulegen und dort die Werbungskosten nieder zuschreiben.

Wie immer ist es wichtig, dass das Kind und aber auch der Kindergeldberechtigte (Antragsteller) die gemachten Daten bestätigt.

Achtung: Natürlich muss der Antragsteller selber unterschreiben! Auch verheiratete Ehepartner können nicht für- und untereinander Daten bestätigen oder diese unterschreiben!

Falls noch Fragen bestehen oder Probleme auftreten – schreib einen Kommentar. Antwort ist wie immer garantiert.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Diese Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen.

Viele Grüße und alles Gute 😛
euer Simon

Bildquellen:
Artikelbild: ©panthermedia.net James Steidl
Oben-Links: ©panthermedia.net Marc Dietrich
Oben-Mitte-Rechts: ©panthermedia.net Marc Dietrich
Mitte-Links: ©panthermedia.net Marc Dietrich
Mitte-Rechts: ©panthermedia.net Birgit Reitz-Hofmann
Unten-Links: ©panthermedia.net Marén Wischnewski
Unten-Rechts: ©panthermedia.net Marc Dietrich

Kindergeld beantragen Teil 7 – Erklärung zu den Einkünften und Bezügen (Kg5)
Artikel bewerten

Über Simon Schröder (1003 Artikel)
<a href="https://plus.google.com/111295419607355970628?rel=author"> Simon Schröder</a> ist ein begeisterter Blogger und freut sich über jeden Kommentar. Fragen zum aktuellen Kindergeld, Elterngeld oder auch dem Kinderzuschlag beantwortet er gerne. Dabei ist es ihm aber auch wichtig zu betonen, dass eine rechtskräftige Aussage nur von den Behörden selber kommen kann.

7 Kommentare zu Kindergeld beantragen Teil 7 – Erklärung zu den Einkünften und Bezügen (Kg5)

  1. Hallo! Bin 18jahre alt in der ausbildung und habe in diesem jahr kein kindergeld mehr bekommen. ..Meine frage ist nun ob ich nach der steuererleichterung im jahre 2012 wieder kindergeld bekomme oder nicht? Und würde ich dann auch im nachhinein noch für das jahr 2011 kindergeld bekommen? Danke im voraus. Mit freundlichen grüßen m.

  2. Simon Schröder // 26. Oktober 2011 um 16:58 //

    Hallo Marco,
    wenn du aufgrund der Tatsache kein Kindergeld mehr bekommst, weil du zuviel verdienst, kannst du am Ende des Jahres das Kindergeld nochmals für 2011 beantragen und die Werbungskosten mit einreichen.

    Für 2012 müsstest du in jedem Fall wieder Kindergeld beantragen können, da dort in der Regel die Einkommensprüfung wegfallen wird.

    LG
    Simon

  3. Hallo Simon,

    ich habe gleich zwei Fragen:

    1. Ich habe trotz Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen und Werbungskostenpauschbetrag ca. 200€ p.a. zu viel Ausbildungsvergütung. Gibt es eine Möglichkeit noch irgendetwas abzusetzen? Fahrtkosten sind im Pauschbetrag doch schon mit drin, oder? In deinem Artikel steht auch „Ausbildungsvergütung muss jedoch nicht angegeben werden“ Aber ist das keine Arbeitnehmertätigkeit? Das verstehe ich nicht so ganz…

    2. Wenn mein Kindergeldantrag für dieses Jahr abgelehnt werden sollte, kann ich dann 2012 rückwirkend für 2011 einen Kindergeldantrag stellen, wenn ich meine Einkünfte dann nicht mehr angeben muss?

    Vielen Dank im Vorraus!

    Angela

  4. Simon Schröder // 7. November 2011 um 15:35 //

    Hallo Angela,
    wenn Du tatsächlich mit 200 Euro p.a. über der Grenze liegst, muss das gesamte Kindergeld für 2011 zurückgezahlt werden.

    Wenn es bei dir jedoch wirklich so knapp ist, dürte sich ein Termin mit einem Steuerberater durchaus lohnen. Generell kannst du alles bei der Familienkasse mit angeben, was an Kosten in der Verbindung zu deiner Ausbildung angefallen ist und du auch nachweisen kannst.

    Eine Antragsstellung im Jahr 2012 für 2011 ist in meinen Augen nicht in dieser Form möglich, da die Einkommensgrenze erst ab 2012 und für 2012 aufgehoben wird.

    Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen. Ich würd auf jeden Fall zum Steuerberater gehen!

    Dieser Kommentar stellt keine Rechtsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Diese Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen.

    Viele Grüße & alles Gute
    Simon

  5. Hallo Simon,
    soll jetzt für meine Tochter , die sich noch in der Ausbildung befindet,auf dem Formular für 2011 einen Einkommensnachweis bringen, obwohl ich bereits die Zusage hatte, dass das Kindergeld bis Ende 2011 gezahlt wird.
    Ab 2012 braucht sie doch keinen Nachweis mehr bringen?
    Gruß
    Peter

  6. Simon Schröder // 9. Dezember 2011 um 14:59 //

    Hallo Peter,
    genau, dass dürfte so richtig sein.

    Das Kindergeld wird dir meißtens für ein Kalenderjahr vorläufig bewilligt. Am Ende des Bewilligungsabschnittes wird dann aber nochmal geprüft, ob sich das Kind auch weiterhin in der Ausbildung / Arbeitssuche / Ausbildungssuche befindet und welche Einnahmen es erzielte.

    Für das Kindergeld 2012 fällt zwar der Einkommensnachweis weg, jedoch wird auch hier wieder geprüft, ob sich das Kind auch weiterhin in einem kindergeldauslösenden Zustand befindet.

    Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen?! 🙂

    Viele Grüße
    Simon

  7. Anitram // 13. Juli 2012 um 19:49 //

    Unsere 23.-jährige Tochter macht eine Zweitausbildung und hat eine eigene Wohnung. Es besteht erneuter Anspruch auf Kindergeld. Müssen oder sollten wir als Eltern den Kinderfreibetrag auf unseren Steuerkarten wieder eintragen lassen?

    Danke im Voraus.
    Viele Grüße

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*