Kindergesundheit: Bereits über eine Million Vorschulkinder mit Sprachproblemen

Die Sprachprobleme bei Kindern haben einen noch nie da gewesenen Ausmaß  eingenommen – jedes dritte Kind in Deutschland wird speziell wegen Sprachproblemen behandelt, davon sind die Jungen öfter betroffen als die Mädchen. Die Logopädie-Ärzte schlagen Alarm und fordern frühere Diagnosen, aber nicht unbedingt mehr Therapie.  

Möglichst früh zu Logopäden

[sws_green_box box_size=“630″]Wie lange ist die kindische Art zu sprechen noch lustig und niedlich und ab wann sollte man einen Sprachtherapeuten aufsuchen? Laut dem Arztreport, der von der Barmer GEK aufgestellt wurde, hat in Deutschland jedes dritte Kind im Vorschulalter eine Sprachentwicklungsstörung. Innerhalb eines Jahres sind davon im gesamten Bundesgebiet über 1,1 Millionen Kinder bis zu einem Alter von 14 Jahren betroffen. [/sws_green_box]

Es ist nach wie vor umstritten, zu welchem Zeitpunkt die Sprachprobleme eines Kindes ärztlich behandelt werden müssten. Katastrophale Entwicklungen auf diesem Gebiet könnten aber auch herbeigeredet werden – davor haben schon die Ärzte längst gemahnt. Das ist aber die falsche Sichtweise. Sprachtherapeuten fordern schon seit einer langen Zeit eine frühzeitige Behandlung von Kindern mit Sprachproblemen. Je schwerer solche Fehler festgestellt werden und je später wird man versuchen, diese zu therapieren, desto schwieriger gestaltet sich dann der Therapieverlauf.

Jungs öfters betroffen

Etwa 38 Prozent der achtjährigen Jungs haben Probleme mit Aussprache, Wortwahl und Betonung. Bei den Mädchen in dieser Altersklasse beträgt der Anteil ungefähr 30 Prozent. In der Behandlung sieht die Situation ähnlich aus: Eine Logopädie-Verordnung kriegen derzeit im Schnitt 20 Prozent aller fünfjährigen Jungen, bei den gleichaltrigen Mädchen ist diese Zahl niedriger und beträgt rund 14 Prozent.

Zu frühe Einschulung als Ursache möglich

Zuerst sollte man bei einem Kind feststellen, ob eine behandlungsbedürftige Sprachstörung überhaupt vorliegt oder ob es sich dabei lediglich um eine Sprachauffälligkeit handelt. Bei Sprachauffälligkeiten brauchen die Betroffenen nur ein gutes Sprachumfeld oder eine gezielte Sprachförderung zu haben, um wieder ohne Störungen sprechen zu können. Ein frühzeitiger Befund nimmt den Kinderärzten die Sorgen, dass ein Kind möglicherweise überbehandelt wird.
Andererseits könnten Kinder, die tatsächlich eine Sprachtherapie brauchen, dank dieser Regelung rechtzeitig entdeckt und über einen kürzeren Zeitraum erfolgreich behandelt werden. Die Barmer GEK zahlt jährlich [sws_highlight hlcolor=“fbfac7″]für Logopädiebehandlungen rund 70 Millionen Euro [/sws_highlight] . Wenn man den Betrag auf alle Krankenkassen hochrechnet, kommt dabei ein Betrag knapp unter einer Milliarde Euro zustande.

Krankheitsbild

Eine bestimmte Sprech- oder Sprachstörung ist nicht organischer oder mentaler Natur, sie kommt vor, wenn das betroffene Kind kaum in der Lage ist, kurze und vollständige Sätze mit angemessenen Worten zu bilden oder sie auch zu verstehen. Laut einiger Wissenschaftler hat dieses Krankheitsbild seit dem Jahr 2004 um 20 Prozent zugenommen – Tendenz weiter steigend.

Logopädie und Sprachförderung für Kinder mit Doris Mols

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Artikelbild: ©panthermedia.net Randolf Berold

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