Krupphusten beim Kind | Hintergründe, Symptome, Diagnose und Hilfe

Krupphusten

KrupphustenWenn das Kind bellend und krampfartig hustet, vielleicht sogar kaum Luft bekommt, kann es sich um Krupphusten handeln! Das ist eine Vorstellung, die vielen Müttern und Vätern kleiner Kinder Angst macht. Etwa 10-15 % aller Kinder machen immerhin mindestens einmal in ihrem Leben eine Pseudokrupp-Erkrankung durch. Typischerweise erkranken Kinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren an Pseudokrupp.

[sws_yellow_box box_size=“630″]Bei kleineren und größeren Kindern ist Pseudokrupp selten, er kann allerdings auch bis zum Alter von sechs oder gar zehn Jahren auftauchen. Kennzeichnend sind das plötzliche, nächtliche Auftreten bellende Husten und bisweilen Atemnot. Häufig gehen einem Krupp-Anfall Erkältungssymptome wie Abgeschlagenheit, Heiserkeit und Fieber voraus. [/sws_yellow_box]

Achtung. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wir möchten lediglich eine grobe Übersicht zum Krupphusten einmal zusammenfassen. Wenn Sie glauben, dass Ihr Kind an Krupphusten erkrankt ist, suchen Sie Ihren Arzt auf!

Ursachen und Bezeichnung

Bei Pseudokrupp, kurz auch Krupp oder Krupphusten genannt, handelt es sich um eine Erkrankung der oberen Atemwege. Betroffen ist der Bereich der Stimmbänder oberhalb und unterhalb des Kehlkopfes. Die Schleimhaut unterhalb des Kehlkopfes entzündet sich und schwillt an. Ursächlich ist überwiegend eine virale Erkrankung durch die üblichen Erkältungs- und Grippeviren.

Die meisten Krupp-Anfälle treten daher im Herbst und Winter auf und die Ansteckung erfolgt üblicherweise durch Tröpfcheninfektion. Da bei Babys und Kleinkindern der Kehlkopfspalt noch sehr eng ist, kommt es leichter zu Schwellungen der Schleimhäute, die die Atmung behindern. Der Begriff Krupp leitet sich aus dem schottischen croup (Heiserkeit) ab. Der sogenannte echte Krupp bezeichnet eine Kehlkopfentzündung bei Diphterie und ist heute sehr selten. Mit Krupp oder Pseudo-Krupp wird heute das gleiche Krankheitsbild benannt.

Symptome und Verlauf

Typisch ist das erste Auftreten des Krupp-Anfalls in den Abendstunden oder im Verlauf der Nacht. Der Husten des Kindes klingt heiser und erinnert typischerweise an einen bellenden Seehund. Beim Einatmen sind pfeifende oder zischende Atemgeräusche zu hören (inspiratorischer Stridor). Der Hustenanfall kann mit Angstsymptomen wie zum Beispiel Schwitzen und Herzklopfen einhergehen.

Oft, aber nicht immer wird er von Erkältungssymptomen wie Schnupfennase und Fieber begleitet, die dem Kruppanfall einige Stunden vorausgehen können. Nach dem Anfall schläft das Kind erschöpft ein. Von dem anstrengenden Husten, häufig auch der damit einhergehenden Angst ist es geschwächt.

Wie können Eltern dem Kind helfen?

Wichtig ist bei einem plötzlichen, nächtlichen Hustenanfall zunächst die beherzte erste Hilfe der Eltern. Da das Kind aufgrund der erschwerten Atmung vermutlich Angst bekommt, ist es fürs Erste das Wichtigste, dem Kind leise gut zuzureden und es durch Körperkontakt zu beruhigen. Entscheidend ist dabei, dass die Eltern für den Moment möglichst eigene Sorgen zurückstellen und dem Kind gegenüber Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen.

Dem Kind hilft es außerdem, wenn es aufrecht auf dem Arm oder an der Schulter gehalten wird. Hohe Luftfeuchtigkeit kann den Husten übrigens beruhigen, doch nicht jeder hat einen Luftbefeuchter zu Hause. Am einfachsten stellt man dann hohe Luftfeuchtigkeit im Badezimmer her: Türe schließen und Brause sehr heiß aufdrehen. Während man auf die heilsame Wirkung des heißen Dampfes wartet, kann man mit seinem Baby oder Kleinkind spielen, singen oder ihm etwas vorlesen. Den meisten Kindern hilft es auch, am offenen Fenster oder im Freien auf Terrasse oder Balkon zu stehen und die kalte, frische Luft zu atmen. Wichtig ist es in diesem Fall, die Kinder vor Zugluft zu schützen, indem man sie beispielsweise in eine Decke wickelt. Möglicherweise hilft dem Kind auch Flüssigkeit. Man kann ihm Wasser, Saft oder auch eine Suppe anbieten. Diese einfachen Maßnahmen bringen meist eine schnelle Linderung der Beschwerden und führen zu einer Ausheilung des Hustens ohne spätere Auswirkungen für das Kind.

Wann den Arzt rufen?

Eltern sollten sicherheitshalber immer ihren Kinderarzt, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder den Notarzt anrufen, wenn sie sich unsicher sind. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn das Kind noch sehr klein (unter einem Jahr) ist, hohes Fieber hat (über 39° Celsius), stark speichelt oder deutliche Atemnot hat. Alarmzeichen sind überdies bläulich verfärbte Lippen, Blässe der Haut und bebende Nasenflügel.
Ein Krupp-Husten wird mithilfe der oben genannten Maßnahme meist komplikationslos abklingen.

Der Laie kann einen Pseudokrupp aber in der Regel nicht von einer Kehldeckelentzündung (Epiglottis) abgrenzen, die durchaus lebensbedrohlich verlaufen kann. Bei einer Epiglottis erscheint das Kind schwer krank, bisweilen bewusstseinsgetrübt. Es redet kloßig und speichelt stark. In diesem Fall ist sofortige notärztliche Hilfe erforderlich. Krupphusten wird in der Regel nicht mit Antibiotika behandelt, weil er viral bedingt ist. Bei einem akuten Anfall mit schwerer Atemnot wird Cortison als Zäpfchen oder ein Adrenalingemisch zum Inhalieren verabreicht werden, um die Schleimhäute zum Abschwellen zu bringen. Auch der ergänzende Einsatz von Beruhigungsmitteln und Sauerstoff kommt infrage. In sehr seltenen Fällen wird das Kind intubiert und über einen Schlauch beatmet.

Dauer und Vorbeugung

Krupphusten dauert etwa zwei bis vier Tage. In dieser Zeit wird es helfen, dem Kind immer wieder Dampfinhalationen anzubieten und ihm viel Flüssigkeit zu verabreichen. Nach dem ersten Krupp-Anfall kann es empfehlenswert sein, für den Notfall Cortisonzäpfchen im Haus zu haben. Für die Eltern ist es tröstlich zu wissen, dass bei einem mehrtägigen Verlauf die Symptome meist milder werden. Rauchen begünstigt Krupp-Anfälle! Eltern, aber auch Besucher sollten daher unbedingt das Rauchen in der Nähe von betroffenen Kindern unterlassen.

Da sich die Giftstoffe noch lange Zeit im Raum halten, darf auch in Abwesenheit des Kindes nicht in Zimmern geraucht werden, in denen es sich später wieder aufhält. Da Krupp-Husten durch Viren hervorgerufen wird, helfen zur Vorbeugung die üblichen Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen oder nur einmaliges Verwenden von Papiertaschentüchern. Ein starkes Immunsystem durch häufige Aufenthalte an der frischen Luft und eine gesunde, abwechslungsreiche und vitaminorientierte Ernährung macht die Babys und Kinder stark im Kampf gegen Erkältungen.

Letztendlich werden sich aber nicht alle Risikofaktoren ausschalten lassen, zumal es zur Herausbildung eines starken kindlichen Immunsystems erforderlich ist, dass es immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert wird und kleine Kinder mehrmals im Jahr Erkältungskrankheiten durchleben. Im Akutfall ist es dem Kind die größte Hilfe, wenn die Eltern Ruhe bewahren und ihm durch Sofortmaßnahmen Linderung verschaffen. Im Zweifel rufen Sie immer Ihren Arzt an.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Hannes Eichinger

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Über Simon Schröder (1001 Artikel)
<a href="https://plus.google.com/111295419607355970628?rel=author"> Simon Schröder</a> ist ein begeisterter Blogger und freut sich über jeden Kommentar. Fragen zum aktuellen Kindergeld, Elterngeld oder auch dem Kinderzuschlag beantwortet er gerne. Dabei ist es ihm aber auch wichtig zu betonen, dass eine rechtskräftige Aussage nur von den Behörden selber kommen kann.

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