Messenger fürs iPhone und kindersichere Alternativen

Kind- und Jugendgerechte Apps unter iOS

Messenger fuers iPhone Messenger fuers iPhone

Apple hat sich mit seinen Geräten zu einem wahren Kult in der Gesellschaft entwickelt. Immer mehr Geräte werden im Jahr verkauft und so ist es nicht verwunderlich, dass inzwischen auch unzählige Apps für die Plattform IOS erschienen sind. Gerade bei Jugendlichen erfreuen sich die technischen Spielereien des Unternehmens großer Beliebtheit. Allerdings bergen diese Geräte natürlich auch gewisse Gefahren. Schnell können Kinder mit Themen in Berührung kommen, welche für ihr Alter noch nicht geeignet sind. Die Sorge von Eltern ist also begründet, wenn es um die Online-Sicherheit geht. Doch welche Sicherheit kann man garantieren, und welche Messenger fürs iPhone gibt es? Dies können Sie im folgendem Artikel erfahren.

Messenger fuers iPhone

Messenger fürs iPhone

Das Problem der Sicherheit

Wo genau verstecken sich nun die Sicherheitslücken und was ist das eigentliche Problem. Bei Whatsapp liegt das Problem in erster Linie darin begründet, dass User sich per Telefonnummer zur Kontaktliste hinzufügen lassen. Im Grunde benötigt man also nur die Nummer eines Users, um diesem auch eine Nachricht schicken zu können.

Allerdings lassen sich über diesen Kanal natürlich auch Links oder unerwünschte Dateien wie Viren oder Trojaner senden. Zwar ist das Betriebssystem IOS für diese relativ unempfänglich, aber dennoch können wesentliche Informationen ausgelesen werden. In manchen Fällen wurde auch der Accesstoken geknackt, sodass Nachrichten über die Nummer des jeweiligen Nutzers verschickt werden konnten.

Ein anderes Problem stellt natürlich die Tatsache dar, dass über Whatsapp Dateien nach belieben verschickt werden können. Somit kann gewaltverherrlichendes oder auch pornografisches Material schnell in die Hände von Kindern oder Jugendlichen gelangen. Da eine Nachricht auch dann mit einem Anhang versandt werden kann, wenn der Sender noch nicht zu den Kontakten in der Chatliste hinzugefügt wurde, entsteht hier natürlich ein enormes Risikopotenzial.

Auch kann eine Verbindung unter Umständen geknackt werden, sodass die Unterhaltung mitverfolgt werden kann. Dies liegt in erster Linie daran, dass die Verbindung zwischen beiden Usern nicht vollständig verschlüsselt wird.

Alternativen für Kinder und Jugendliche

Selbstverständlich ist Whatsapp nicht der einzige Messenger auf dem Markt, welcher für IOS verfügbar ist. Bei ihm handelt es sich lediglich um den Populärsten, wobei andere Hersteller gar einen größeren Funktionsumfang und mehr Sicherheit bieten.

Ein schönes Beispiel hierfür ist der Messenger Telegram. Diese App funktioniert ähnlich wie Whatsapp, allerdings ist die Verbindung zwischen zwei Chattern von Ende zu Ende verschlüsselt.

Dies bedeutet, dass eine Nachricht nicht abgefangen werden kann. Zudem lässt sich der Chat auch in den Modus Secure versetzen. Hierbei muss der Empfänger einer Nachricht erst einen festgelegten Sicherheitscode eingeben, bevor er die jeweilige Mitteilung lesen kann. Somit ist zumindest ein teilweiser Schutz vor unerwünschten Nachrichten gewährleistet.

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Eine andere Alternative, von welcher man es zumindest nicht erwarten würde, dass diese überhaupt in Betracht kommt, ist der Messenger von Facebook. Für die Nutzung ist immerhin ein Facebook-Account erforderlich, sodass diese Option eher Jugendlichen ab 14 Jahren Vorbehalten bleibt. Von vielen Experten wird der Datenschutz hier eher als fragwürdig eingestuft, allerdings bietet diese App einen wesentlichen Vorteil für Eltern. Jede gesendete Nachricht und jedes Bild lassen sich auch vom Rechner daheim einsehen und dies in Echtzeit. Im Ernstfall kann so schnell eingegriffen werden.

Ein relativ sicherer Messenger ist die App von BlackBerry, welche mittlerweile auch für IOS verfügbar ist. Hier ist es möglich einen kompletten Chat zu verschlüsseln und so die Privatsphäre zu schützen. Damit ist ein Abfangen von Nachrichten unmöglich und neue User müssen erst der Chatliste hinzugefügt werden, bevor diese eine Nachricht senden können. Auch Video- oder Sprachanrufe werden mit dem gleichen Standard verschlüsselt, wie man auf chip.de nachlesen kann.

An letzter Stelle sei noch Surespot erwähnt. Dieser Messenger verschlüsselt alle Nachrichten nach dem 256-AES-Standard, sodass die Übertragung eine ähnlich hohe Sicherheit aufweist wie die W-LAN-Verbindung zum heimischen Router. Zudem können Nachrichten vollständig gelöscht werden. Dies bedeutet, dass diese auch beim Empfänger für immer aus der Liste verschwinden.

All diese Alternativen bieten ein gewisses Maß an Sicherheit, doch schützen Sie Kinder und Jugendliche vollständig? Leider muss diese Frage mit einem Nein beantwortet werden, denn wer wirklich verbotenes oder nicht altersgerechtes Material versenden möchte findet auch bei diesen Apps unweigerlich eine Möglichkeit. Weitere interessante Alternativen zu WhatsApp & Co haben wir jedoch noch hier auf der Fachseite 7mobile.de gefunden und dabei festgestellt, dass wir beispielsweise solche Apps wie Skype völlig vergessen haben. Am sichersten für den Austausch von Nachrichten ist übrigens immer noch die SMS, denn hier übernimmt der Netzanbieter die Weiterleitung der Nachrichten. Somit kann hier kaum unerwünschtes Material verbreitet werden.

Für mehr Sicherheit sorgen

Doch gibt es noch weitere Alternativen, die einen Messenger fürs iPhone vielleicht überflüssig machen? Kann durch die Ausrüstung des Gerätes mit einer entsprechenden Sicherheitssoftware etwas bewirkt werden? Bei diesen Punkten gibt es einige Überlegungen zu beachten.

Alternativen zu den einzelnen Messengern gibt es nicht wirklich. Zwar kann auf Webchats auf IRC-Basis zurückgegriffen werden, allerdings sind diese meist noch anfälliger für Manipulationen und es können sich unzählige Fremde darin tummeln. Die E-Mail hat zwar heute auch noch nicht ausgedient, aber für kurze Mitteilungen ist auch sie nicht geeignet. Zudem birgt sie ebenfalls das Risiko unerwünschter Inhalte.

Es bleibt also nur die Option, das Gerät selbst sicherer zu gestalten. Zum Glück bringt IOS gleich eine eigene Kindersicherung mit. Diese eignet sich vor allem dann, wenn kleine Kinder einmal mit dem Apple-Gerät spielen wollen. Bei dieser Art der Sicherung wird ein Speer-Code installiert, welche Funktionen wie Internet oder das Aufrufen bestimmter Apps beschränkt. Hier findet man dann auch den Punkt Messenger, sodass es erst gar nicht möglich ist, eine Nachricht zu versenden.

Natürlich gibt es auch Jugendschutz-Apps, welche nachträglich installiert werden können. Diese erlauben es zum Beispiel nicht, ohne Wissen der Eltern neue Kontakte in den Messenger aufzunehmen oder beschränken das Aufrufen von Links im Browser. Selbstverständlich sollte, trotz aller Sicherheit von IOS, auch ein separater Antivirus nicht fehlen. Sollte doch einmal Schadsoftware eingeschleust werden, hat diese zumindest keine größeren Auswirkungen.

Smartphone überwachen

Das Überwachen des Smartphones ist eine Sache, welche im Vorfeld gut überlegt sein sollte. Ein Jugendlicher kann sich schnell in seiner Privatsphäre gestört fühlen und es ist gesetzlich auch nicht erlaubt, sofern der Betroffene nicht davon weiß. Zu erst sollte also mit den Kindern über solche Maßnahmen gesprochen werden, bevor man sie ergreift.

Die Tools zur Fernüberwachung bieten die Möglichkeit, jederzeit auf das Smartphone über das Internet zuzugreifen. Hierbei können Nachrichten und Kontakte eingesehen werden, und auch die Protokolle der letzten Anrufe verfolgt werden. Sollte es erforderlich sein, so können Anwendungen, wie die verschiedenen Messenger, vom System entfernt werden. Solche technischen Möglichkeiten bieten zwar einen guten Schutz, da man vermeintlich die Kontrolle hat, ihr Einsatz bleibt aber dennoch fragwürdig.

Vertrauen schaffen

Die beste Möglichkeit auf Nummer sicher zu gehen besteht darin, dass man sehr gutes Vertrauensverhältnis zu seinen Kindern hat. Wenn diese dazu bereit sind, selbst über eventuelle Vorkommnisse zu berichten, kann man sehr viel besser eingreifen, als durch jedes technische Mittel. Dennoch liefern die kleinen Helfer auf digitaler Ebene eine gewisse Unterstützung.

Der deutsche Kinderschutzbund (DKSB) schätzt, dass jedes Jahr mehrere hunderttausend Nachrichten mit schädlichen oder nicht jugendfreiem Inhalt unter Kindern und Heranwachsenden versandt werden. Doch durch den gezielten Einsatz von technischen Mitteln kann der Empfang vieler dieser Nachrichten verhindert werden.

Zudem empfiehlt es sich, für Jugendliche einen speziellen Tarif bei seinem Anbieter zu wählen. Dieser sorgt dann dafür, dass nur auf bestimmte Seiten im Netz zugegriffen werden kann, und das auch bei Messenger gewisse Einschränkungen vorliegen. Der Schutz liegt also aufseiten des Anbieters.

Kindermessenger als Alternative

Inzwischen gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Immer mehr sogenannte Kindermessenger kommen auf den Markt. Bei diesen ist der Chatbereich technisch abgesichert. Diese sind für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren konzipiert worden. Im Vorfeld ist stets eine Registrierung auf der Plattform des jeweiligen Betreibers erforderlich, da alle Nachrichten über deren Server geleitet werden.

Manche Dienste können auch kostenpflichtig sein. Dafür wird garantiert, dass es keine Werbeeinblendungen gibt und nur Kontakt zwischen Personen aufgenommen werden kann, welche auch über die Webseite registriert sind. So können Kinder gefahrlos ihre ersten Erfahrungen mit dem Internet und dem Chatten mit Freunden machen.

Für Jugendliche gibt es eine solche Alternative natürlich nicht. Hier hilft nur die Aufklärung vonseiten der Eltern, denn all zu schnell ist ein Link in einer Nachricht angeklickt. Die meisten gefährdenden Inhalte werden nicht direkt per Bild oder Video versandt, sondern liegen hinter einen Link verborgen, welcher böse Überraschungen beinhalten kann.

Ein Wort zur Technik

Zum Abschluss soll noch ein Wort zur Technik erfolgen, denn oftmals liegen hier die größten Hürden im Verständnis darüber, wieso Messenger fürs iPhone Gefahren bergen können. Ein Messenger ist kein abgeschlossenes Netzwerk. Durch die starke Vernetzung aller Inhalte im Internet kann auf diese auch ein Fremdzugriff von außen erfolgen.

Somit können auch Inhalte versendet werden, welche nicht für Kinder oder Jugendliche geeignet sind. Natürlich kann ein solcher Austausch auch zwischen zwei Personen direkt erfolgen, denn schnell ist mit der Kamera im Smartphone ein Foto aufgenommen oder ein Video gedreht. An diesem Punkt kann wirklich nur noch eine Kontrolle durch die Eltern erfolgen, denn technische Eingriffe oder spezielle Software sind hier nicht mehr zweckmäßig.

Bildquelle
Artikelbild: © panthermedia.net / Martin Benik

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