Mit Kindern sicher am Wasser spielen. Worauf müssen Eltern achten?

Kinder im Wasser

Kinder im WasserGerade kleine Kinder sind enorm gefährdet, versehentlich ins Wasser zu stürzen oder im flachen Wasser zu ertrinken. Pools und Schwimmbecken können für unseren Nachwuchs daher gefährlich werden. Leider hört man immer auch wieder von solchen tragischen Unfällen. Eltern sollten deshalb kleinere Kids in der Nähe von Wasserspielplätzen und flachen Becken nicht aus den Augen lassen.

Wenn Kinder hinfallen, fehlt ihnen oft die Orientierung, weswegen sie nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen können. Trotzdem sollte man seinen Nachwuchs so früh wie möglich ans Wasser gewöhnen. Am Besten geht das beim Babyschwimmen und mit Kleinkinderschwimmkursen. So vermittelt man den Kindern den Spaß am Baden und nimmt ihnen die Angst. Die Jungs und Mädels sollten im Becken aber immer sogenannte Auftriebshilfen tragen, die besser unter dem Namen Schwimmflügel bekannt sind. Am besten planschen die Eltern gemeinsam mit dem Nachwuchs. Alle anderen Sachen wie Schwimmtiere oder Luftmatratzen können Kinder leicht in Lebensgefahr bringen und mit einem Schwimmring oder -sitz kann es leicht umkippen und ist dann unter Wasser gefangen und läuft Gefahr zu ertrinken.

Sicher im Wasser mit dem Freischwimmer

Mit circa 5 Jahren sind Kinder in der Lage drei Dinge gleichzeitig zu koordinieren: Atem, Arm- und Beinbewegungen. Erst dann können unsere Kids auch richtig schwimmen lernen und das erste Schwimmabzeichen, das Seepferdchen, machen. Aber mit dem Seepferdchen ist das Kind natürlich noch nicht wassersicher, sondern kann eigentlich nur kurze Strecken schwimmen. Deswegen sollten vor allem im tieferen Wasser die Eltern nebenher schwimmen. Für das flachere Wasser bietet sich für die Kinder die Möglichkeit, statt den Schwimmflügel, eine Schwimmnudel zu nutzen. Trotzdem sollten die Eltern immer dabei bleiben.

Allein im Wasser aufhalten sollte sich der Nachwuchs erst, wenn es das Deutsche Jugendschwimmabzeichen (DJSA) in Bronze, den sogenannten Freischwimmer hat.
Schwimmsicher ist das Kind wenn:

  • Es sich das Kind unter und über Wasser gleich gut orientieren kann.
  • Es sich nach einem Sprung vom Beckenrand ins tiefe Wasser mindestens 200 Meter in 15 Minuten schwimmen kann.
  • Wenn es auf dem Rücken genauso gut schwimmen kann wie auf dem Bauch.
  • Mehrere Sprünge beherrscht, unter anderem einen Sprung aus einem Meter Höhe oder einen Startsprung.
  • Zirka zwei Meter tief tauchen und einen Gegenstand heraufholen kann.
  • Nicht anhalten muss, wenn es versehentlich Wasser geschluckt hat.

Laut DLRG kann in Deutschland auch mit 10 Jahren jedes zweite Kind nicht sicher schwimmen. Sorgen Sie also dafür, dass es Ihr Nachwuchs da besser hat.

Sicher im Wasser: „Kinder haben Totstellreflex“

11 Sicherheitsregeln für das Baden

Für Eltern gilt: Kleinkinder müssen immer in Reichweite, größere Kinder in Sichtweite und bis zum Erreichen vom Freischwimmer in Rufweite sein. 20 Sekunden reichen zum Ertrinken immerhin schon aus – diese kurze Zeit verschwendet man mit jedem Meter, den man zusätzlich zu seinem Kind laufen oder schwimmen muss. Verlassen sollte man sich auch nicht auf den Bademeister oder die Schwimmwacht. Und auch wenn die Kinder nicht im Wasser sind, muss man immer achtsam sein – die meisten Badeunfälle (Link öffnet PDF) passieren durch unbeabsichtigtes Hineinfallen ins Wasser.

Diese 11 goldenen Regeln sollte jedes Kind kennen, bevor man zum Baden geht:

1. Im Beckenbereich darf nicht gerannt werden.
2. Ohne den Eltern Bescheid zu sagen, darf man nicht ins Wasser gehen.
3. Nichtschwimmer müssen in das Nichtschwimmerbecken.
4. Wenn man noch nicht schwimmen kann, darf man nur bis zum Bauch ins Wasser gehen.
5. Nicht unter Rutschen und im Springerbereich aufhalten.
6. Andere dürfen nicht ins Wasser geschubst und nicht untergetaucht werden oder nicht zu etwas gezwungen werden, was sie sich nicht trauen oder wovor sie Angst haben.
7. Nur in tiefes Wasser springen – und auch nur wenn man schwimmen kann.
8. Ohne das ein Erwachsener bewusst zuschaut, werden keine Tauchversuche gemacht.
9. Altersbeschränkungen und Sicherheitsanweisungen an Wasserrutschen müssen beachtet werden. Nur mit den Füßen voran und nicht zu schnell hintereinander rutschen! Den Bereich unter den Rutschen sofort verlassen!
10. Wer friert, geht aus dem Wasser raus.
11. Auch auf andere Kinder achtgeben!

Sicherheit am eigenen Pool

Sicherheit am PoolSo schön es auch ist, seinen eigenen Pool zu haben, so groß kann dabei natürlich auch die Gefahr sein. Gerade wenn man Kinder hat, muss man daher besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen, um das vorhandene Unfallrisiko zu senken. Möglichkeiten gibt es dafür viele und im Internet kann man einiges dazu finden, zum Beispiel die Schwimmbad-Überdachung. Diese besteht aus einzelnen Segmenten, die über das Wasser gefahren werden, wenn es nicht benutzt wird.

Die Segmente werden einzeln von Hand arretiert und mit einem Schloss gesichert. Abgesehen davon sollte man trotz aller Vorkehrungen bedenken, dass nie eine hundertprozentige Sicherheit besteht. Man darf sich also nicht allein auf solch eine Abdeckung* verlassen – die wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist immer noch die Aufmerksamkeit. Trotzdem ist natürlich jedes Produkt, dass die Sicherheit am Pool erhöht seinen Preis wert – und hier sollte nicht am verkehrten Ende gespart werden.

Abdeckung für den Pool

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Tipp:

Bei unseren Recherchen für diesen Artikel sind wir im Internet auf Armbänder gestoßen, die bei Wasserberührung Alarm auslösen. Das Sicherheitsarmband hört auf den Namen Poolalarm Moby Kid und wird vom Poolpowershop e.K vertrieben.[/sws_yellow_box]
Auf der Shopseite wird dazu geschrieben:
[…] Das Moby-Kid Wasseralarm-System ist der allerletzte Schutz, der Ihre Kinder und Haustiere vor Unfällen im Wasser bewahrt. Das Moby-Kid Wasseralarmset ist eine ergänzende Schutzmaßnahme bei der Beaufsichtigung Ihres Kindes in der Nähe von Wasser (z. B. Schwimmbecken, Bäder, Teiche, Boote, Ufergebiete, Wassertonnen usw.) das helfen soll, das Ertrinken Ihres Kindes zu verhindern.

Der Sensor wird um das Handgelenk Ihres Kindes gebunden und die Basisstation löst bei Kontakt mit Wasser sofort Alarm aus. Er kann auch für Ihr Haustier verwendet werden. Mit herkömmlichen Batterien sind Sie vollkommen mobil und können das Gerät auch am Strand, Hotel-Pool usw. benutzen – und es sichert die Versorgung bei Stromausfall. […]

Also eine durchaus sinnvolle Ergänzung zu bestehendene Sicherungssystemen. Wenn Du aber noch weitere kennst, würden wir uns über Kommentare und Hinweise sehr freuen.

Wie sieht Ertrinken bei Kindern aus?

Wie bemerkt man eigentlich, ob ein schwimmendes Kind gerade ertrinkt? Am einfachsten ist es, wenn man das Kind anspricht und fragt, ob alles in Ordnung ist. Wenn es antworten kann, ist im Prinzip alles ok. Aber gerade Achtung bei den Jungs. Die geben nur ungerne zu, dass sie noch nicht schwimmen können und übertreiben mal gerne.

Wer gerade ertrinkt, sieht aus, als würde er Wasser treten. Dabei liegt er oft aber sehr tief im Wasser, hat einen glasigen Blick und eine beschleunigte Atmung. Wenn Kinder im Wasser spielen, machen sie immer Lärm. Wenn es still wird, ist das Alarmstufe rot und man sollte sofort Nachschauen gehen!

Erste Hilfe beim Ertrinken

Erste Hilfe für KinderHat man ein Kind beim Ertrinken bemerkt und aus dem Wasser geholt, muss man es sofort in eine Decke wickeln um seine Körpertemperatur aufrecht zuerhalten. Eine der Todesursachen beim Ertrinken ist immerhin die Unterkühlung und das schon ab einer Wassertemperatur von unter 28°C.

Auch wenn das Kind übrigens „nur ein bisschen Wasser geschluckt“ und nicht bewusstlos war, sollte man trotzdem sofort zu einem Arzt oder ins Krankenhaus gehen; denn auch nach 48 Stunden kann Wasser in der Lunge noch zu schweren Lungenödemen führen.

Wenn der kleine Erwachsene bewusstlos ist, muss es sofort in die stabile Seitenlage gebracht und kontrolliert werden, ob die Atemwege frei sind (beim Ertrinken wird oft erbrochen). Dann ruft man den Bademeister und den Notarzt. Wenn das Kind nicht mehr atmet, muss mit der Mund-zu-Mund- oder (gerade bei kleineren Kindern) Mund-zu-Nase-Beatmung und Herzmassage begonnen werden. Nicht eher aufhören, bis der Notarzt übernimmt! Auch wenn es vielleicht auswegslos aussieht – es lohnt sich immer.

Was man NICHT tun sollte: Das Kind umdrehen oder schütteln, um das Wasser aus der Lunge zubekommen. Das funktioniert nicht und verschwendet nur wertvolle Beatmungszeit.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist allerdings auch, dass Eltern, die ihr Kind beim Baden beaufsichtigen, selbst gut schwimmen und Erste-Hilfe leisten können. Wenn sich das Kind aus Panik an Sie festklammert, sollten Sie nicht selbst in Panik geraten. Außerdem müssen Eltern auf die Wassertiefe runtertauchen können, in der sie gerade mit dem Kind schwimmen. Wenn Mama oder Papa keine guten Schwimmer sind, sollten sie mit dem Kind lieber in Wassertiefen bleiben, in denen sie selbst auch noch stehen können.

Erste Hilfe am Kind | Herz-Lungen-Wiederbelebung beim Kind

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net TONO BALAGUER
Mitte: ©panthermedia.net Horst Hellwig
Unten-Links: ©panthermedia.net Matthew Cole

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