Muttermilchersatznahrung als Alternative zum Stillen – Pro und Contra

Milchnahrung als Ersatz Milchnahrung als Ersatz
Milchnahrung als Ersatz

Milchnahrung als Ersatz

Ein Neugeborenes erblickt das Licht der Welt. Es wird der Mutter auf den Bauch gelegt und Mutter und Kind sehen sich zum ersten Mal in die Augen.

In diesem „Augenblick“ entsteht eine Bindung für das ganze Leben. Wenn das Neugeborene sich ausgeruht hat, beginnt es nach der Brust der Mutter zu suchen.

Die Natur hat in der Muttermilch die perfekte Nahrung für Säuglinge kreiert. Zusammensetzung und Verfügbarkeit sind unvergleichlich. Muttermilch schützt vor Krankheiten und vor Allergien. Sie ist leicht verdaulich und macht eine ungesunde Gewichtszunahme nahezu unmöglich. Was ist aber zu tun, wenn das Stillen des Babys nicht möglich ist? Das kann medizinische oder persönliche Gründe haben. Immer wieder geben Mütter das Stillen leider nach kurzer Zeit auf, weil sie bei Problemen nicht richtig beraten werden oder es trotz adäquater Beratung nicht zu einer Lösung des Stillproblems kommt. Für diese Situationen stehen glücklicherweise Muttermilchersatznahrungen zur Verfügung.

Baby TAG

Von Pre-Nahrung bis 3er-Milch

Für gesunde, reife Neugeborene ist zunächst die Pre-Nahrung von Bedeutung. Sie ist der Muttermilch am ähnlichsten und kann nach Bedarf gefüttert werden. Sie enthält lediglich Lactose und keine weiteren Kohlenhydrate.

Für Familien mit Allergiebelastung gibt es die Pre-Milch auch als Hydrolysat-Nahrung (HA-Nahrung). In dieser Nahrung sind die allergieauslösenden Eiweiße aufgespalten, sodass sie keine Gefahr für eine Überreaktion des Immunsystems mehr darstellen.

Entgegen der landläufigen Meinung sind Soja- oder Ziegenmilch-Nahrungen nicht zur Allergieprävention einsetzbar. Auf die Pre-Milch folgt die 1er-Milch. Sie unterscheidet sich vor allem durch einen höheren Gehalt an Kohlenhydraten. Sie führt außerdem neue Kohlenhydrate wie die Saccharose ein. Auch 1er-Nahrungen sind ab der Geburt geeignet, dürfen aber nicht nach Bedarf gefüttert werden, um eine übermäßige Gewichtszunahme des Säuglings zu vermeiden. Als Folgenahrungen werden 2er- und 3er-Milchen bezeichnet. Sie sind ab dem Beginn des zweiten Lebensjahres zur Ergänzung der Bei- und Familienkost konzipiert. Die fachlichen Meinungen gehen allerdings auseinander, ob diese Nahrungen eine sinnvolle Alternative für Säuglinge und Kleinkinder darstellen.

Baby und das richtige Fläschchen

Spezialnahrungen und Bedingungen für die Zubereitung

Nicht für alle Kinder sind normale Muttermilchersatznahrungen geeignet. Daher bietet die Industrie eine weite Palette an Spezialnahrungen an. Frühgeborene bekommen Milch mit einer höheren Kaloriendichte und angepasster Nährstoffzusammensetzung.

Es gibt Anti-Reflux (AR)-Milch, die den pathologischen Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre vermindert.

Einigen Nahrungen sind Prä- oder Probiotika zugesetzt. Damit wird der Aufbau der Darmflora durch die Muttermilch imitiert. Für Säuglinge mit Stoffwechselerkrankungen werden ebenfalls Spezialnahrungen produziert. All diese Produkte werden in Absprache mit dem Kinderarzt eingesetzt. Bei Anwendung von Muttermilchersatznahrung muss genau die Zubereitungsanleitung beachtet werden. Falsche Dosierung des Pulvers kann negative gesundheitliche Folgen für das Kind haben. Auch die hygienischen Bedingungen müssen einwandfrei sein. Eine Infektion mit Salmonellen, Escherichia coli oder ähnlichen Keimen, stellt eine ernsthafte Gefahr für Neugeborene und Säuglinge dar. Eine große Sorgfalt bei der Zubereitung jeder Flasche ist daher unabdingbar.

Fläschchen zubereiten und sterilisieren mit Marlon

Der viel zitierte Satz „Breast is best“ hat seine Bedeutung nicht verloren. Aber Eltern von nicht gestillten Kindern wissen ihren Nachwuchs gut und sicher ernährt. Eine stabile Eltern-Kind-Beziehung kann auch trotz der Flasche in der Hand aufgebaut werden. Denn nur für Muttermilch wird ein Ersatz benötigt, nicht für die Elternliebe.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net JCB Prod

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