Nabelschnurblut einlagern oder spenden | Vor- und Nachteile, Risiken + Chancen

Nabelschnurblut einlagern

Viele Eltern sehen die private Einlagerung von Nabelschnurblut als eine Art Lebensversicherung für ihre Kinder an. Darüber sind die Meinungen der Experten allerdings geteilt und sie schlagen stattdessen andere Lösungen vor. Auch wenn den Stammzellen eine optimale Zukunft vorausgesagt wird und sich die Forschung sehr schnell entwickelt, wird Eltern dennoch empfohlen die Stammzellen aus der 50 cm langen Nabelschnur zu entnehmen und diese einzufrieren.

Kommerzielle Anbieter bieten die Einlagerung der Nabelschnurstammzellen als eine Lebensversicherung und einem medizinischen Hoffnungsträger an. Aber in wie weit entspricht dies der Wahrheit? Diese Thematik zeigt sich als sehr komplex. Eltern werden selten richtig aufgeklärt und die unterschiedlichen Meinungen bleiben bestehen. Im Durchschnitt kostet die Einlagerung von Nabelschnurblut 1.800 € und zu diesem Preis wird das Blut für 10-20 Jahre eingefroren und konserviert. Zugriff hat aber nur das betroffene Kind selber. Die gesetzlich geregelten Bestimmungen für die kommerziellen Nabelschnurblutbanken gestatten nur die Eigenblutspende, somit kann das Blut auch nicht weitergegeben werden.

Nabelschnurblut und die Stammzellen

Nabelschnurblut und die Stammzellen | © panthermedia.net / Heinz Meis

Die Exklusivität der Stammzellen wird auf ein Minimum eingeschränkt, da die Forscher der Meinung sind, dass diese im Falle einer Blutkrebserkrankung nicht wirklich helfen. Sie gehen eher davon aus, dass der Blutkrebs bereits in den Stammzellen vorzufinden ist. Es gibt aber auch Fälle, in denen eine Behandlung mit Stammzellen geholfen hat. Allerdings ist dies eine Seltenheit.

Es wird eher auf fremde Stammzellen zurückgegriffen, da eine Heilung mit Eigenstammzelltherapie sich in den meisten Fällen eher als kontraproduktiv erweisen würde. Aus diesem Grund schlagen die meisten Forscher vor, dass die Stammzellen aus der Nabelschnur gespendet werden sollten. Vor einigen Jahren wurde die Nabelschnur als Abfall entsorgt, was aber eine Verschwendung darstellt. Stammzellen aus der Nabelschnur sind problem- und vor allem risikolos zu gewinnen, anders als bei einer Knochenmarkentnahme. Aus diesem Grund sollte die Nabelschnur dafür genutzt werden. Seit mehr als 15 Jahren werden die sogenannten hämatopoetischen Stammzellen bei mehr als 70 unterschiedlichen Erkrankungsbildern sehr erfolgreich eingesetzt; zum Beispiel bei Stoffwechselstörungen, Krebs und auch bei genetischen Defekten.

Wenn man sich das Ganze einmal genau überlegt, dann sollte man sich als Eltern doch eher für eine Spende entscheiden. Das fängt bei den Kosten an, die sich als sehr hoch erweisen und wenn man sich vorstellt, dass man dieses Geld ohne Sinn ausgegeben hat, da die Chancen einer Heilung mit Eigenstammzellen sehr minimal sind, ist eine Spende die kostenfrei ist, in jedem Fall die bessere Variante.

Das ermöglicht den Gedanken an eine Nabelschnurblutspende nachzudenken. So kommt das Nabelschnurblut auf öffentliche Blutbanken und es kann jeder Hilfesuchende darauf zurückgreifen. Das Spenden ist kostenlos, es ist aber so, dass man keinen eigenen Nutzen mehr von diesem Eigenblut hat. Sollte es der Fall sein, dass das eigene Kind sein Blut braucht, könnte es möglich sein, dass dieses bereits anderweitig verbraucht ist. Abgesehen von der Nabelschnurblutspende haben amerikanische Forscher noch einen anderen aber ebenso hoffnungsvollen Stammzellenspender in Betracht gezogen und das ist die Plazenta der frisch gebackenen Mutter.

Nabelschnur und Plazenta – eine natürliche Stammzellenquelle

Nabelschnur und Plazenta | © panthermedia.net / Viktor Cap

Nabelschnur und Plazenta | © panthermedia.net / Viktor Cap

Der Plazenta kann mehr Stammzellen entnommen werden als aus der Nabelschnur. Die Plazenta könnte sich in dem Fall als eine reiche Stammzellenquelle zeigen und für mehr Heilungen sogen, als es die Nabelschnur vermag. Mit den Stammzellen einer Plazenta lassen sich eventuell mehr chronische Krankheiten heilen, als mit Nabelschnurblut. Mit dem Stammmaterial aus der Plazenta können Blutkrankheiten wie die Sichelzellanämie und ebenfalls die Leukämie behandelt und auch geheilt werden. Diese Stammzellen können so ähnlich eingesetzt werden, wie aus einer Knochenmarkentnahme oder dem Nabelschnurblut.

Wissenschaftler haben nachweisen können, dass die Menge an blutbildenden Zellen in der Plazenta, die der Nabelschnur bei weitem übersteigt. Diese wurden aus frischem wie auch gefrorenem Plazentagewebe entnommen und es konnten rote und weiße Blutkörperchen erzeugt werden. Die Stammzellen sind vorhanden, sie sind lebendig und man kann sie auch herausnehmen. Daraus wurden patentfreie Methoden entwickelt, durch die Stammzellen entnommen werden und dann für Transplantationen verfügbar gemacht werden können. Das zeigt sich als eine etablierte Methode und alternative zur Stammzellengewinnung aus Knochenmark und der Nabelschnur.

Mit diesen Methoden bietet sich eine Zukunft, die jedem helfen kann und das ist sicherer, als die Eigenblutbehandlung, wie bereits die Ergebnisse gezeigt haben. Da sich die Einlagerung an Eigenblut sehr kostspielig ist, sollte man sich die kostengünstigere Variante der Spende überlegen. Da die Chancen, dass das Baby seine Stammzellen einmal selber benötigt, bei 0,06 – 0,46 % liegen, was sich als schwindend gering erweist, sollte über eine Spende tatsächlich nachgedacht werden.

Bei den rasanten Fortschritten, welche die Forschung inzwischen in diesem Segment macht, ist es noch nicht abzusehen, wie weit die Technik in 10 – 30 Jahren sein wird. Ob oder wann überhaupt diese Stammzellen einmal benötigt werden, weiß niemand und im besten Fall bleibt es auch so. Aber bei -196°C können diese Stammzellen unbegrenzt haltbar gemacht werden. Mit dieser Voraussicht stehen aber Klein und Groß immer auf der sicheren Seite.

Fazit

Wenn man sich das Ganze einmal genau überlegt, dann sollte man sich als Eltern doch eher für eine Spende entscheiden. Das fängt bei den Kosten an, die sich als sehr hoch erweisen und wenn man sich vorstellt, dass man dieses Geld ohne Sinn ausgegeben hat, da die Chancen einer Heilung mit Eigenstammzellen sehr minimal sind, ist eine Spende die kostenfrei ist, in jedem Fall die bessere Variante.

Mit einer Spende kann jedem Menschen geholfen werden und auch dem eigenen Kind ist mit Fremdzellen eher gedient. Die Forschung ist mittlerweile schon so weit gekommen und es wird stets weiter gesucht und geforscht, dass man vielleicht in den nächsten Jahrzehnten schon ganz andere Methoden entwickelt hat. So wird man jedem Menschen auf eine ganz andere Weise helfen können. Es ist selbstverständlich eines jeden eigene Entscheidung, aber eine Überlegung ist es tatsächlich wert. Mit Fremdzellen wurde schon sehr vielen Menschen geholfen, diese Möglichkeit kann bereits schon einiges bewirken. Es wäre wünschenswert, statt das Geld in eine unnötige Einlagerung einzubringen, dann dieses doch lieber in die Ausbildung des Kindes zu investieren.

Nabelschnurblut einlagern oder spenden | Vor- und Nachteile, Risiken + Chancen
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Über Simon Schröder (1001 Artikel)
<a href="https://plus.google.com/111295419607355970628?rel=author"> Simon Schröder</a> ist ein begeisterter Blogger und freut sich über jeden Kommentar. Fragen zum aktuellen Kindergeld, Elterngeld oder auch dem Kinderzuschlag beantwortet er gerne. Dabei ist es ihm aber auch wichtig zu betonen, dass eine rechtskräftige Aussage nur von den Behörden selber kommen kann.

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