Nabelschnurblut spenden?!

Nabelschnurblut spenden?! | © panthermedia.net / Michael Kempf Nabelschnurblut spenden?! | © panthermedia.net / Michael Kempf

Stammzellen im Allgemeinen können aus dem Nabelschnurblut oder aber auch aus dem Restblut der Plazenta nach der Trennung des Kindes gewonnen werden. Erst gegen Ende der 80er fand man übrigens heraus, dass das Blut der Nabelschnur reich an Stammzellen ist. Durch sie kann das Blutbildungssystem wiederhergestellt werden. Sollte man daher also sein Nabelschnurblut spenden?

Nabelschnurblut spenden eine gute Sache

Die Nabelschnurstammzellen sind zu dem Zeitpunkt der Entnahme noch nicht sehr weit entwickelt, da sonst abstoßende Reaktionen während der Geburt hervorrufen werden würden. Bisher ist die Gewinnung von Nabelschnurblut zwar eher unüblich, doch rückt es immer mehr in den Fokus, wie man auch schön auf dem bekannten Familienmagazin GreenFamily nachlesen kann. Viele Elternteile wissen dabei nicht einmal von dieser Möglichkeit es lagern zu lassen oder es zu spenden. Daraus folgt, dass das Nabelschnurblut, welches lebensrettend sein kann ungenutzt entsorgt wird. Doch wie könnte Nabelschnurblut gespendet werden?

Das Blut der Nabelschnur kann sofort nach der Geburt gewonnen werden und das ohne jegliche Beeinträchtigungen während des Geburtsvorgangs – sowohl für das Kind als auch für die Mutter. Nach der Geburt wird lediglich zusätzlich eine Blutprobe der Mutter benötigt. Diese wird für infektionsserologische Testungen genutzt, ähnlich wie bei einer normalen Blutspende.

Am besten sollte mehrere Wochen vor der Entbindung ein Gespräch mit der Hebamme oder dem Arzt aufgesucht werden, um alle nötigen Absprachen zu treffen. Ungefähr 6 Monate nach dieser Spende werden Informationen zur Entwicklung des Kindes erfragt und um eine weitere Blutprobe der Mutter gebeten. Es dient lediglich dazu, die Werte der ersten mütterlichen Spende zu bestätigen.

Spende des Nabelschnurbluts

Spende vom Nabelschnurblut hilft | © panthermedia.net / Allllex

Spende vom Nabelschnurblut hilft | © panthermedia.net / Allllex

Wenn selbst kein Bedarf für die eigene Aufbewahrung von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut besteht, kann damit anderen Menschen geholfen werden. Ihnen kann sogar das Leben gerettet werden. Durch eine solche Spende wird die Möglichkeit einer öffentlichen Nabelschnurspende ermöglicht.

Die gewonnenen, gespendeten Stammzellen werden immer häufiger als Alternative zur Knochenmark-Stammzellenspende genutzt, um Krankheiten wie Leukämie zu bekämpfen. Sollte das Blut der Nabelschnur gespendet werden, haben die eigenen Kinder demnach keinen Anspruch mehr darauf.

Mit der Zustimmung einer Spende werden die Rechte auf gewonnene Stammzellen abgetreten. Allerdings ist dazu auch zu sagen, dass bei einer Leukämieerkrankung, sowie andere Erkrankungen, aus medizinischer Sicht meistens eine Behandlung mit den eigenen Stammzellen untersagt ist.

Vorteile für die Empfänger einer Nabelschnurblutspende

Die Gewinnung der Stammzellen, ist durch die Methode der Gewinnung sehr risikoarm und es werden mit der Hilfe einer Spende verschiedene Präparate der Stammzellen bevorratet, um Kindern aus ethnischen Minderheiten und gemischter ethnischer Herkunft zu helfen. Zusätzlich kann von einer geringeren Kontamination von Viren und Tumorzellen gesprochen werden. Ein sehr großer Vorteil einer Spende von Nabelschnurblut ist auch die sofortige Verfügbarkeit, da die Stammzellen langzeitgelagert werden.

Darüber hinaus kann von einer besseren Verträglichkeit für den Empfänger gesprochen werden, als bei Knochenmark – Stammzellen. Auch besteht ein höheres Potenzial der Vermehrung von Stammzellen. Ein weiterer Punkt, der für eine Spende sprechen könnte, ist ein geringes Risiko für eine chromosomale Veränderung und der Mutation.

Nachteile von Nabelschnurblut – Stammzellen

Ein sehr großer Nachteil ist, dass bei dieser Spende nur eine begrenzte Menge an Stammzellen gewonnen werden kann. Darüber hinaus können sie nur nach der Geburt eines Säuglings gewonnen werden. Auch können Defekte von im Blut der Nabelschnur vorhanden sein. Das kann zum Beispiel Leukämie oder Diabetes betreffen. Einige Spender entwickelten nach der Transplantation ihrer Stammzellen eine chronische Dickdarmentzündung.

Fazit

Eine Transplantation vom Nabelschnurblut kann im Allgemeinen Risiken mit sich bringen. Trotzdem sind diese im Vergleich zu den Vorteilen sehr gering. Es sollte definitiv bedacht werden, dass durch eine solche Spende im besten Fall Leben gerettet werden können.

Sollte ein wirkliches Interesse bestehen und man möchte helfen, kann der Rat einer Informationsstelle eingeholt werden oder mit Ärzten und Hebammen gesprochen werden. Im Gegensatz zu einer privaten Einlagerung von Stammzellen, ist eine Spende für die Familie des Spenders kostenlos, wobei es zu keiner persönlichen finanziellen Belastung kommt. Dadurch können Menschen, die erkrankt sind, in ihrer Gesundheit unterstützt werden. Nabelschnurblut spenden ist also eine wirklich gute Sache!

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