Nachhaltige Kinderkleidung | Teil 1: Kinderschuhe

Nachhaltige Kinderkleidung

Nachhaltige KinderkleidungNachhaltige Kleidung! Wir fanden, dass das Thema Nachhaltige Kinderkleidung in den Medien viel zu wenig behandelt wird. Daher haben wir uns jetzt dazu entschlossen, eine kleine Mode-Serie dazu aufzulegen. Über Kommentare, Vorschläge und auch Kritik würden wir uns sehr freuen.

Schon bei Kindern fängt sie an, denn Kinderschuhe müssen mehr Belastungen aushalten als die Schuhe von Erwachsenen. Und es zeigt sich, dass die nachhaltige Herstellung hier nicht nur Vorteile für die Natur hat. Doch was bedeutet Nachhaltigkeit bei Kinderschuhen eigentlich? Viele Menschen assoziieren mit dem Begriff Nachhaltigkeit bei Schuhen Materialien aus biologischem Anbau und die sparsame Verwendung von chemischen Behandlungsmitteln. Dazu kommen aber noch andere Punkte, die die Nachhaltigkeit auszeichnen:

  • sozialverträgliche Arbeitsbedingungen
  • Gerechte Löhne
  • faire Handelsbedingungen, bei denen alle Beteiligten Gewinne machen.
  • keine Kinderarbeit

Nachhaltig werden Kinderschuhe vor allem durch die Verwendung natürlicher Gerb- und Färbestoffe. Statt giftiger Verbindungen wie Chrom II – Ionen werden also Gerbstoffe aus Pflanzenextrakten eingesetzt. Auch die Färbung erfolgt mittels pflanzlicher Stoffe, wie Rhabarber, Gelbwurz oder Krausorten.

Insbesondere die verwendeten Materialien müssen diesen Ansprüchen genügen, wie auch Zeit.de schreibt: http://www.zeit.de/lebensart/mode/2013-05/faire-mode. Für nachhaltige Schuhe kommen nur Lederarten infrage, die nachgewiesenermaßen aus biologisch unbedenklicher Haltung stammen. Die Tiere dürfen nicht mit Antibiotika hochgemästet werden und müssen einen artgerechten Lebensraum mit möglichst viel Bewegungsfreiheit bekommen. Die Einhaltung dieser Vorschriften muss einmal pro Jahr durch eine Untersuchung bestätigt werden. Die Zertifizierung zur Herstellung nachhaltiger Schuhe kann zu jedem Zeitpunkt wieder aberkannt werden.

Haben nachhaltige Schuhe für Kinder Vorteile?

Kurz und knapp: Ja, die haben sie.

  1.  Natürlich gegerbtes Leder ist atmungsaktiver, weil die Poren durch den Einsatz pflanzlicher Gerbstoffe nicht verstopft werden. Da Kinder viel laufen, kommt es in den Schuhen schnell zu einem feuchtwarmen Mikroklima, welches das Wachstum von Fußpilz und Bakterien begünstigt.
  2. Natürliche Gerbsäuren sind auch nicht so stark wie chemische Verbindungen. Daraus folgt, dass Lederschuhe aus nachhaltiger Herstellung beweglicher sind. Die Schuhe können sich mehr an die Bewegungen der Füße anpassen. Dadurch stützen sie den natürlichen Stand des Fußes besser ab und behindern das Wachstum der noch weichen Kinderfüße weniger stark als unnachgiebige Kunststoffbeschichtungen.
  3. Ein weiterer Vorteil sind Solen aus Naturkautschuk, wie sie bei vielen Kinderschuhen aus nachhaltiger Herstellung eingesetzt werden. Diese Solen sind von Natur aus flach, was den Kinderfuß besser beim Wachstum unterstützt. Im Gegensatz zu Einlegesolen billiger Massenschuhe sind diese Solen nachgiebiger und können nicht so schnell einbrechen. Auch längere Laufstrecken sind ohne größere Belastungen der Gelenke möglich.

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Woran können Eltern nachhaltige Kinderschuhe erkennen?

Es gibt Labels, die nachhaltige Kinderschuhe auszeichnen. Zunächst wäre da das Label für Echtleder. Es zeigt zwar nicht den Ursprung des Leders an, hilft aber Echtlederschuhe von Imitaten zu unterscheiden. Das „Fair-Trade-Logo” ist dagegen schon der Garant dafür, dass alle Arbeiter, die an der Herstellung des Schuhes beteiligt waren, eine der Arbeit angemessene Bezahlung erhalten haben. Auf diese Weise können Eltern sichergehen, dass die Schuhe ihrer Kinder nicht durch Zwangsarbeit, Kinderarbeit oder unter Mindestlöhnen produziert worden sind.

Das Logo der EU-Blume weist auf die nachhaltige Herstellung der Schuhe hin. Hier werden die Substanzen zur Gerbung und Färbung untersucht und es wird geprüft, ob in dem Leder Reste verbotener Substanzen enthalten sind. Weitere Logos, die im Zusammenhang mit nachhaltigen Kinderschuhen auftauchen können, sind vor allem der „Blaue Engel” – für die Vermeidung starker Bleichmittel, das Siegel „SG schadstoffgeprüft” oder das Label „Öko Tex Standard”.

Selten werden nachhaltige Schuhe mehr als 2 Labels tragen, daher wurden hier die wichtigsten genannt. Die Einstufung von nachhaltiger Kleidung ist noch nicht einheitlich geregelt, daher können mehrere Labels als Qualitätsmerkmal dienen. Online-Shops haben diesen Trend für sich erkannt und werben zum Teil genau mit diesen fairen Eigenschaften der Schuhe. Dabei empfiehl es sich auch immer auf der Herstellerseite einmal zugucken. Als Beispiel hier einen Shops mit der bekannten Marke Gabor: http://www.gisy-schuhe.de/gabor. Hier wurde lediglich der klimafreundliche Versand hervorgehoben – nicht aber, dass Gabor allgemein sehr auf dieses Thema achtet, wie man hier sehen kann: http://www.gabor.de/unternehmen/verantwortung/umwelt/

Bei dem Hersteller handelt es sich nur um ein Beispiel und kann beliebig auch durch andere verantwortungsbewusste Modelabels ersetzt werden. Es ist wichtig, dass wir als Konsumenten uns informieren und bewusster kaufen. Eben auch bei Kinderschuhen & Co.

Zusammenfassung zur nachhaltigen Kinderkleidung

KinderkleidungFür die Suche nach nachhaltigen Kinderschuhen sollten einige Dinge beachtet werden.

  • Nachhaltig bedeutet nicht nur biologisch unbedenklich, sondern auch mit sozialer Verantwortung hergestellt.
  • Die Schuhe sollten aus Leder bestehen, denn es ist nachgiebig und passt sich den Bewegungen besser an.
  • Solen aus Naturkautschuk unterschützen den Bewegungsablauf des Kindes. Sie sollten flach sein, damit der Kinderfuß ungehemmt in alle Richtungen wachsen kann.
  • Viele Kinderschuhe sind zu klein. Auch hier haben Lederschuhe einen Vorteil. Sie können sich bis zu einem gewissen Maß dehnen.
  • Nachhaltige Schuhe sind atmungsaktiv und verhindern somit das Ausbrechen von Fußpilz oder Warzen.
  • Die natürlichen Gerbstoffe von Pflanzen sind für die Haut verträglicher. Auch wenn keine Socken getragen werden, besteht keine Gefahr für die empfindliche Kinderhaut.
  • Um nachhaltige Schuhe erkennen zu können, helfen die Labels der EU-Blume, das „Fair-Trade”-Siegel und der „Blaue Engel”.
  • Bekannte Marken von Bio-Schuhen sind: Bundgaard, Terra Plana, chipie, Snipe, KEEN oder auch Sioux.

Fazit

Trotz der höheren Preise sind Bioschuhe gerade bei Kindern eine gute Investition. Die längere Lebensdauer, bedingt durch die besser Verarbeitung, wiegt den Preis oftmals doppelt wieder auf. Durch den Verzicht auch chemische Gerb- und Färbstoffe besteht für Kinder auch bei langem Aufenthalt in den Schuhen weniger Gefahr für Hauterkrankungen oder Infektionen. Selbst modisch müssen keine Abschläge hingenommen werden. Von Sneakers bis hin zu Winterschuhen gibt es alles auch in Bio und in fair gehandelt.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net kbuntu
Mitte-Unten: ©panthermedia.net Deyan Georgiev

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