Pro und Contra beim Betreuungsgeld

Betreuungsgeld Betreuungsgeld
Betreuungsgeld

Betreuungsgeld

Das Betreuungsgeld soll zum 01. Januar 2013 eingeführt werden. Doch nach wie vor sorgt das Thema Betreuungsgeld für wiederkehrenden Zündstoff.

Die Familienministerin Dr. Kristina Schröder verteidigte bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfs zum Betreuungsgeld Ende Juni im Bundestag die Einführung dieser Leistung.

„Wer sein Kind mit einem Jahr in die Kita gibt, der ist nicht herzlos, und wer sein Kind auch nach dem ersten Geburtstag noch zu Hause erzieht, der ist nicht hirnlos. Alle Eltern verdienen unseren Respekt und unsere Unterstützung.“ Damit bezog Frau Schröder Stellung und sie machte deutlich: „Kitaausbau und Betreuungsgeld gehören zusammen“.

Die Opposition kritisiert die Einführung des Betreuungsgeldes und prägte den Begriff „Herdprämie“. Sie argumentiert, das Betreuungsgeld soll von fehlenden Betreuungsplätzen ablenken, immerhin besteht ab August 2013 ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einer geeigneten Einrichtung. Doch die Familienministerin wies darauf hin, dass die SPD 2008 ein Betreuungsgeld selber forderte und es jetzt bekämpft.

Wieso will CSU das Betreuungsgeld? Kritisches Video

Wer bekommt das Betreuungsgeld?

Diese Leistung soll den Eltern zu Gute kommen, die ihre Kinder unter drei Jahren selbst erziehen. Diese Eltern erhalten im Monat 150.- Euro dafür, dass sie keine öffentlich geförderte Einrichtung in Anspruch nehmen. Immerhin wird jeder Kita-Platz mit rund 1000.- Euro vom Staat bezuschusst.

Eigentlich ist das Betreuungsgeld eine gute Sache: Endlich einmal wird die Leistung einer Mutter belohnt, zumindest ein wenig.

Eine Mutter, die ihr Kind zu Hause umsorgt, es fördert, sich Spiele ausdenkt, das Kind tröstet, es aufmuntert, es bekocht, mit ihm spazieren geht, Bilderbücher anschaut und, und, und… Doch wie ein Blitz trifft uns da das Gegenargument: Was, wenn diese Mutter das System ausnutzt? Also, wenn sie die genannten Arbeiten gar nicht ausführt, sondern stattdessen… ja was eigentlich? Ach so, wenn sie ihr Kind vernachlässigt, sich nicht darum sorgt, sondern stattdessen Kaffee trinken geht, zur Kosmetikerin, oder was auch immer. Jedenfalls wenn sie sich nicht kümmert, dann kassiert diese Mutter das Betreuungsgeld für nichts. Natürlich ist dieses Argument nicht von der Hand zu weisen, denn schwarze Schafe gibt es überall. Mütter sind keine Ausnahmen.

Und da sind ja noch die Migranten, Familien ohne Deutschkenntnisse. Was wenn die ihre Kinder zu Hause erziehen und dann noch Geld dafür bekommen, dass sie ihre Kinder von jeder frühestmöglichen Integration fernhalten? Auch dieses Argument lässt sich nicht so leicht entkräften. Hier müsste die Politik vielleicht nachbessern und überlegen, wie sich das Gesetz mit der Notwendigkeit zum Spracherwerb koppeln lässt.

Doch eine Herdprämie?

Es wäre fatal, wenn das Betreuungsgeld dazu führen würde, dass Vernachlässigungen zu spät erkannt werden, oder Kinder ausländischer Mitbürger nicht integriert werden könnten.

Doch als Herdprämie sollte das Betreuungsgeld auf gar keinen Fall diffamiert werden, denn so haben Eltern immerhin die Wahlfreiheit, ob sie ihre Kinder lieber zu Hause erziehen lassen wollen, oder ob sie einer Einrichtung den Vorzug geben.

Vor allem für Mütter, die nur eine geringbezahlte Teilzeitbeschäftigung ausüben, kann hier die Rechnung Sinn machen.

Denn von dem Lohn ihrer Beschäftigung sind ja auch noch die Fahrtkosten abzuziehen und außerdem braucht sie häufiger eine neue Garderobe. Wenn sie diese Kosten gegenrechnet, stellt sie möglicherweise fest, dass es sich für sie rentiert, bei ihrem Kind zu Hause zu bleiben und das Betreuungsgeld in Anspruch zu nehmen.

Betreuungsgeld im Bundestag

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Thomas Steup
Mitte-Links: ©panthermedia.net Gabriela Insuratelu

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Diese Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen. Dieser Artikel stellt nur meine eigene Meinung dar!

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Das Betreuungsgeld soll zum 01. Januar 2013 eingeführt werden. Doch nach wie vor sorgt das Thema Betreuungsgeld für wiederkehrenden Zündstoff.

Die Familienministerin Dr. Kristina Schröder verteidigte bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfs zum Betreuungsgeld Ende Juni im Bundestag die Einführung dieser Leistung.

„Wer sein Kind mit einem Jahr in die Kita gibt, der ist nicht herzlos, und wer sein Kind auch nach dem ersten Geburtstag noch zu Hause erzieht, der ist nicht hirnlos. Alle Eltern verdienen unseren Respekt und unsere Unterstützung.“ Damit bezog Frau Schröder Stellung und sie machte deutlich: „Kitaausbau und Betreuungsgeld gehören zusammen“.

Die Opposition kritisiert die Einführung des Betreuungsgeldes und prägte den Begriff „Herdprämie“. Sie argumentiert, das Betreuungsgeld soll von fehlenden Betreuungsplätzen ablenken, immerhin besteht ab August 2013 ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einer geeigneten Einrichtung. Doch die Familienministerin wies darauf hin, dass die SPD 2008 ein Betreuungsgeld selber forderte und es jetzt bekämpft.

Wieso will CSU das Betreuungsgeld? Kritisches Video

Wer bekommt das Betreuungsgeld?

Diese Leistung soll den Eltern zu Gute kommen, die ihre Kinder unter drei Jahren selbst erziehen. Diese Eltern erhalten im Monat 150.- Euro dafür, dass sie keine öffentlich geförderte Einrichtung in Anspruch nehmen. Immerhin wird jeder Kita-Platz mit rund 1000.- Euro vom Staat bezuschusst.

Eigentlich ist das Betreuungsgeld eine gute Sache: Endlich einmal wird die Leistung einer Mutter belohnt, zumindest ein wenig.

Eine Mutter, die ihr Kind zu Hause umsorgt, es fördert, sich Spiele ausdenkt, das Kind tröstet, es aufmuntert, es bekocht, mit ihm spazieren geht, Bilderbücher anschaut und, und, und… Doch wie ein Blitz trifft uns da das Gegenargument: Was, wenn diese Mutter das System ausnutzt? Also, wenn sie die genannten Arbeiten gar nicht ausführt, sondern stattdessen… ja was eigentlich? Ach so, wenn sie ihr Kind vernachlässigt, sich nicht darum sorgt, sondern stattdessen Kaffee trinken geht, zur Kosmetikerin, oder was auch immer. Jedenfalls wenn sie sich nicht kümmert, dann kassiert diese Mutter das Betreuungsgeld für nichts. Natürlich ist dieses Argument nicht von der Hand zu weisen, denn schwarze Schafe gibt es überall. Mütter sind keine Ausnahmen.

Und da sind ja noch die Migranten, Familien ohne Deutschkenntnisse. Was wenn die ihre Kinder zu Hause erziehen und dann noch Geld dafür bekommen, dass sie ihre Kinder von jeder frühestmöglichen Integration fernhalten? Auch dieses Argument lässt sich nicht so leicht entkräften. Hier müsste die Politik vielleicht nachbessern und überlegen, wie sich das Gesetz mit der Notwendigkeit zum Spracherwerb koppeln lässt.

Doch eine Herdprämie?

Es wäre fatal, wenn das Betreuungsgeld dazu führen würde, dass Vernachlässigungen zu spät erkannt werden, oder Kinder ausländischer Mitbürger nicht integriert werden könnten.

Doch als Herdprämie sollte das Betreuungsgeld auf gar keinen Fall diffamiert werden, denn so haben Eltern immerhin die Wahlfreiheit, ob sie ihre Kinder lieber zu Hause erziehen lassen wollen, oder ob sie einer Einrichtung den Vorzug geben.

Vor allem für Mütter, die nur eine geringbezahlte Teilzeitbeschäftigung ausüben, kann hier die Rechnung Sinn machen.

Denn von dem Lohn ihrer Beschäftigung sind ja auch noch die Fahrtkosten abzuziehen und außerdem braucht sie häufiger eine neue Garderobe. Wenn sie diese Kosten gegenrechnet, stellt sie möglicherweise fest, dass es sich für sie rentiert, bei ihrem Kind zu Hause zu bleiben und das Betreuungsgeld in Anspruch zu nehmen.

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Über Ingrid (10 Artikel)
Als gelernte Erzieherin und dreifache Mutter kenne ich mich in nahezu allen Fragen rund um die Erziehung aus. Gerne teile ich meine reichlichen Erfahrungen mit allen Lesern! Über Kommentare freue ich mich!

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