Reboarder werden zur Pflicht?

Reboarder werden irgendwann zur Pflicht Reboarder werden irgendwann zur Pflicht
Reboarder werden irgendwann zur Pflicht

Reboarder werden irgendwann zur Pflicht

So wie der Sicherheitsgurt im Auto für Erwachsene Pflicht ist, so sind es auch die speziellen Sicherheitseinrichtungen für Kinder.

Gerade für die allerkleinsten gibt es hierzulande rückwärtsgerichtete Kindersitze, die auch als Reboard-Sitze oder Babyschalen bezeichnet werden.

In Deutschland werden die Kindersitze nach dem Gewicht des Kindes in 5 Klassen unterteilt. Die Klassen 0 und 0+ (zugelassen für ein Körpergewicht bis zu 10 bzw. 13 kg) sind in der Regel rückwärtsgerichtete Systeme.

[sws_red_box box_size=“640″]Der Einbau dieser Sicherheitseinrichtungen für Kinder im Fahrzeug erfolgt meistens auf dem Rücksitz. Auf dem Beifahrersitz dürfen rückwärts gerichtete Sitze nur bei ausgeschaltetem Airbag benutzt werden, da ansonsten das Kind im Falle des Auslösens des Airbags lebensgefährlich verletzt werden kann. [/sws_red_box]

Grundsätzlich bieten diese Systeme, wenn sie richtig auf der Sitzbank befestigt sind, den Vorteil, dass das Kind bei einem Frontalcrash wesentlich besser geschützt ist. Denn erst ab einem Alter von etwa 2 Jahren ist die Nackenmuskulatur eines Kindes stark genug, einen Frontalaufprall abzufangen.

rear facing – rückwärts gerichtet – Autokindersitz reboard

Neue EU Richtlinie verursacht Irritation unter den Eltern

Nach einer neuen EU-Richtlinie von Anfang dieses Jahres sollen künftig generell alle Kinder bis zu einem Alter von 15 Monaten in rückwärtsgerichteten Kindersitzen befördert werden.

Die gute Nachricht vorneweg: Bei dieser Regelung handelt es sich bisher lediglich um eine Empfehlung, umgesetzt wurde sie in den einzelnen EU-Staaten noch nicht. Sie müssen also nicht sofort einen neuen Kindersitz kaufen!

Die bisherige in Deutschland gültige Vorschrift (die europäische Kindersitz-Prüfnorm ECE-R 44) orientiert sich in erster Linie an dem Gewicht des Kindes. Rückwärtsgerichtete Kindersitze gibt es heute bereits bis zu einem Gewicht von 13 kg, das einem Alter von etwa 12 bis 15 Monaten entspricht. Gleichzeitig gibt es aber auch vorwärts gerichtete Kindersitze, die bereits ab einem Gewicht von 9 kg zugelassen sind. Im ungünstigsten Fall ist dann das Baby gerade 6 bis 8 Monate alt und kann nur kurzweilig den Kopf erhoben halten. Da gute Kindersitze auch ihren Preis haben, greifen die meisten Eltern, wenn der Sprössling dem Kindersitz der Klasse 0 entwachsen ist, zu einem Sitz der Klasse I und überspringen die Klasse 0+. In der Klasse I gibt es aber in Deutschland so gut wie keine rückwärtsgerichteten Sitze.

Reboard Kindersitze – Mit Eingangsmoderation ARD Ratgeber Auto

Und im Fall eines Frontalaufpralls sind gerade Kopf, Genick und Wirbelsäule des Kindes ungeschützt. Das kann zu schwersten Verletzungen führen.

Was ist zu beachten?

Die neue EU-Richtlinie legt nun eine neue Altersgrenze von 15 Monaten fest. Das heißt, alle Kinder bis zu einem Alter von 15 Monaten sollten in einem rückwärtsgerichteten Kindersitz befördert werden.

Fachleute fordern schon des Längeren rückwärtsgerichtete Rückhaltesysteme für die ersten 24 Lebensmonate des Kindes. Allerdings benötigt ein rückwärts mitfahrendes 2jähriges Kind erheblich mehr Platz auf der Rückbank des Autos als ein 12monatiges.

Nicht jedes Auto bietet diesen notwendigen Raum. Deshalb ist es zu begrüßen, dass die EU zumindest einen Kompromiss in ihrer Empfehlung gefunden hat. Auch wenn aus dem Blickwinkel der Sicherheit ein höheres Alter besser gewesen wäre. Dass man auch 2jährige (und ältere) Kinder problemlos rückwärts im Auto befördern kann, machen uns übrigens die Skandinavier vor: Hier fahren schon seit Jahren auch die „Großen“ rückwärts mit!

Als Fazit ändert sich für den deutschen Autofahrer erst einmal nichts. Die neue EU-Regelung ist bisher nur eine Empfehlung. Über den Zeitpunkt der Umsetzung dieser Empfehlung in ein Gesetz oder eine Norm wird derzeit noch verhandelt. Aber im Interesse Ihrer Kinder: Wenn Sie die räumlichen (im Auto) und finanziellen Mittel haben, suchen Sie nach einem passenden Reboard-Sitz für Ihr Kind! Es gibt zwar noch nicht sehr viele in Deutschland zu kaufen, aber es gibt sie durchaus!

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Philip Lange

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