Schwanger mit 40

Spätes Glück oder Risiko?

Schwanger mit 40 Schwanger mit 40

Bis vor einigen Jahren galten Schwangerschaften ab 38 Jahren als Risiko und Schwangerschaften ab 40 Jahren als besonders großes Risiko für Mutter und Kind. Zahlreiche Studien haben diese Einschätzung inzwischen längst widerlegt. Statistiken zeigen, dass speziell in der Altersgruppe der Schwangeren ab 40 Jahren, ein deutlicher Anstieg der Zahlen über problemlos verlaufende Schwangerschaften, zu vermelden ist – Tendenz steigend.

Die Gründe für den späten Kinderwunsch liegen oft an den veränderten Lebensentwürfen junger Frauen. Vielfach hatte die Ausbildung, die Karriere und der berufliche Erfolg zunächst Priorität. Ehe und Mutterschaft als Versorgungsmodell hat längst ausgedient und gibt Frauen mehr, und andere Möglichkeiten, den Lebensweg zu planen. Selbstverständlich haben auch medizinische Forschungen und die daraus resultierenden Möglichkeiten einen Anteil an der steigenden Zahl der späten Mütter.

Schwanger mit 40

Schwanger mit 40

Wird eine Frau ab 35 Jahren schwanger, trägt der betreuende Frauenarzt im Mutterpass die Bezeichnung Risikoschwangerschaft ein. Das ist nicht negativ oder beängstigend zu sehen, sondern lediglich ein Hinweis auf, in manchen Fällen nötige, mehrfache oder erweiterte Termine zu Vorsorgeuntersuchungen. Mit zunehmendem Alter der Schwangeren steigt das Risiko von Frühgeburten und Gestose (Schwangerschaftsvergiftung), Diabetes sowie das Risiko von Gen-Defekten beim Embryo.

Vorsorgeuntersuchungen

Die Vorsorgeuntersuchungen werden bei Risiko-Schwangerschaften besonders gewissenhaft und in kürzeren zeitlichen Abständen durchgeführt als bei jüngeren, schwangeren Frauen. Zum Beispiel kann die, während einer Risikoschwangerschaft angebotene, Fruchtwasseruntersuchung Auskunft über eventuelle genetisch bedingte Besonderheiten oder Fehlentwicklungen des Kindes geben. Bei der Entscheidung für oder gegen dieser Amniozentese im Rahmen der pränatalen Diagnostik gilt es zu beachten, dass das Ergebnis der Untersuchung möglicherweise die Entscheidung über Leben oder Tod des ungeborenen Kindes erfordert. Viele Frauen möchten diese Entscheidung nicht treffen müssen, und verzichten darum auf die Untersuchung.

Außer der erhöhten Aufmerksamkeit bei Vorsorgeuntersuchungen verlaufen die allermeisten, späten Schwangerschaften mit 40 nicht anders als bei jüngeren Frauen. Die schwangere Frau kann, unabhängig von ihrem Alter, sehr viel selber zu einem optimalen Verlauf der Schwangerschaft beitragen. Generell gilt hierbei, dass alles was der Mutter gut tut, auch gut für das ungeborene Kind ist. Neben dem, als selbstverständlich vorausgesetzten Verzicht auf Alkohol und Nikotin, gehört eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung zu einer gesunden Schwangerschaft. Die Beschwerden, die während der Schwangerschaft auftreten können, sind unabhängig vom Alter der Schwangeren, Eisenmangel, Kreislaufbeschwerden, Wassereinlagerungen und Unwohlsein. Jeder Körper reagiert unterschiedlich auf die, ihm von der Natur übertragene Aufgabe, einer Schwangerschaft.

Häufig stellen Frauenärzte fest, dass die nicht mehr ganz so jungen Mütter, während der kompletten Schwangerschaft, in den Bemühungen alles für eine optimale Entwicklung des Kindes zu tun, besonders engagiert sind. Die Fruchtbarkeit, und damit die Chance schwanger zu werden, nimmt im Laufe der Jahre ab, daher ist es für viele Frauen ein großes Glück ab 40 Jahren schwanger zu werden und sie wissen dieses Glück zu schätzen.
Die mentale Reife und eine gefestigte Persönlichkeit der Frau ermöglichen es, eine medizinisch gut umsorgte Schwangerschaft zu genießen.

Unabhängig davon ob die Entscheidung, vergleichsweise spät Mutter zu werden, gezielt getroffen wurde oder es nach Jahren vergeblicher Versuche erst spät zur Schwangerschaft kam, ist die Schwangerschaft für Frauen ab 40 zumeist die Erfüllung eines großen Wunsches. Entsprechend intensiv und mit Freude und Ausgeglichenheit erleben die Frauen diese Zeit der Entwicklung des neuen Lebens, dass sie in sich tragen. Die wichtigen Termine der Vorsorgeuntersuchungen werden zumeist gewissenhaft wahrgenommen und die werdende Mutter achtet auf die Signale ihres Körpers.

Die Frage nach einer natürlichen Geburt oder der Alternative eines Kaiserschnittes sollte stets nur nach medizinischer Notwendigkeit getroffen werden. Früher kam es häufig vor, dass bei Risikoschwangerschaften ein Kaiserschnitt, auch ohne zwingende Indikation, schon fest eingeplant wurde. Auch wenn dabei die größtmögliche Sicherheit für Mutter und Kind im Vordergrund stand, wird mittlerweile die natürliche Geburt, auch bei Spätgebärenden, bevorzugt. Abgesehen von zwingenden Gründen, die Gefahr für Mutter und/oder Kind bedeuten würden, gilt die Geburt auf natürlichem Wege als beste Möglichkeit.

Fazit

Früher galt es als „Zufall“ wenn eine Frau mit 40 Jahren oder älter schwanger wurde, heute wird dieses Lebensalter oft bewusst ausgewählt, um ein Kind zu bekommen. Frauen sind viel länger fruchtbar als nach überholten Studien angenommen, und haben geänderte Lebenspläne. Zwischen 35 und 42 haben sich viele Frauen den gewünschten beruflichen Erfolg erarbeitet und, im Idealfall, den idealen Partner an ihrer Seite. Den Karriere-Stress hinter sich gelassen, endlich den idealen Lebenspartner gefunden, selbstbewusst und ohne drängende finanzielle oder berufliche Probleme, ist schwanger mit 40 für viele Frauen der ideale Zeitpunkt um Mutter zu werden.

Die Schwangerschaftswochen

Bildquelle
Bild oben: © panthermedia.net / Werner Heiber
Infografik: http://www.liebehebamme.de/schwangerschaft-im-ueberblick-infografik/

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