Tabuthema Sexualität

Tabuthema Sexualität

Erschreckende Berichte in den letzten Jahren sorgten für Unruhe in der Bevölkerung. Dabei ging es um die vielen sexuellen Misshandlungen von Kindern und Jugendlichen.

Das die Betroffenen sich endlich jemandem anvertrauen konnten, lag mit daran, dass mittlerweile das Thema Sexualität nicht mehr so sehr stigmatisiert wird. Es stellt sich aber dennoch die Frage, warum jemand erst über Jahrzehnte leiden muss, bevor er seine Peiniger anklagen kann.

Ist es ein Manko in der Gesellschaft? Möchten wir nicht alle aufgeklärt und modern sein, und warum haben wir es trotzdem so schwer über Sexualität zu reden? Die Fragen sind immer noch aktuell und sollen ein wenig beleuchtet werden.

Sexualität als Grundbedürfnis

Sexualität als Grundbedürfnis

In der Krankenpflege lernen die Schüler, dass auch alte und behinderte Menschen ein Recht darauf haben, bei ihren Aktivitäten des täglichen Lebens unterstützt zu werden. Neben sozialen Kontakten, Nahrungsaufnahme und Kleidung gehört auch die Sexualität dazu.

Der Versuch in einem Langzeitpflegeheim, dem Wunsch eines Schwerbehinderten nach sexueller Befriedigung nachzukommen, scheiterte an der verstockten Einstellung der Heimleitung. Dabei wollte der Patient doch lediglich ein substanzielles Bedürfnis erfüllen und mit einer Prostituierten ein wenig Freude in seinen Alltag bringen.

Bei anderen Einrichtungen ist diese Vorgehensweise selbstverständlich. Es wird sogar passende Wäsche und ähnliches im Internet bestellt, damit es dem Betroffenden gut dabei geht. Es stellt sich also die Frage, ob es am Alter liegt, dass einige Menschen mit der Sexualität nicht offen umgehen können, oder ob es eine Frage der Erziehung ist. Tatsächlich leiden sie nicht nur selber darunter, sie schaden, wie im Fall der Heimleitung, auch anderen. Es soll ihnen dabei in keiner Weise unterstellt werden, dass sie dies bewusst tun. Sie können halt nicht aus ihrer Haut heraus. Falls sie Kinder haben, werden auch diese häufig unter der Scham ihrer Eltern leiden.

Kinder und Jugendliche, die mit ihren Eltern nicht offen über ihre Bedürfnisse in Bezug auf Sexualität sprechen können, haben es schwer im Kontakt mit dem anderen Geschlecht. Sie möchten, dass Mutter oder Vater auf ihre Probleme eingehen und nicht als nebensächlich oder gar „schmutzig“ abtun. Nur so lernen sie den natürlichen Umgang mit der Sexualität. In den Schulen gehört das Fach Aufklärung zwar seit vielen Jahren zum Lehrplan, es ersetzt allerdings nie das vertrauensvolle Gespräch mit den Eltern.

Gefangen in der Erziehung

Gefangen in der Erziehung

In der Vergangenheit wurde über alles, was die Lust am Partner betraf, ein schwarzes Tuch gedeckt und tabuisiert.

Selbst mit dem langjährigen Lebensgefährten konnte nicht darüber gesprochen werden. Die Betroffenen mussten sich entweder Hilfe bei einem Fachmann holen oder kehrten ihre Bedürfnisse unter den Teppich.

Die Folge waren nicht selten Trennung vom Partner und psychische Erkrankungen. Gerade sie sollten aber doch einen anderen Umgang mit ihren Kindern pflegen. Wissen sie dabei nur zu gut, was ein Tabu beim Thema Sexualität auslösen kann. Nicht nur der Rückzug kann die Folge sein, wenn nicht offen über Befriedigung gesprochen werden kann. In einigen Fällen kommt es zum anderen Extrem. Dann wird nachgeholt, was verboten oder gar verdammt war.

Exzesse sind das Ergebnis und nicht selten ist dabei der häufig wechselnde Geschlechtsverkehr ein Ventil. Eine große Schuld an der Misere haben auch die Würdenträger der Kirchen, die Fleischeslust als Teufelswerk anprangern. Es bleibt zu wünschen, dass die junge Generation bei ihren Bedürfnissen in Bezug auf ihre Sexualität nicht mehr alleine gelassen wird.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Diese Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen. Dieser Artikel stellt nur meine eigene Meinung dar!

Alles Liebe
euer Simon

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Diego Cervo
Oben-Links: ©panthermedia.net Thomas Lammeyer
Unten-Rechts: ©panthermedia.net Artsem Martysiuk

Tabuthema Sexualität
Artikel bewerten

Über Simon Schröder (1003 Artikel)
<a href="https://plus.google.com/111295419607355970628?rel=author"> Simon Schröder</a> ist ein begeisterter Blogger und freut sich über jeden Kommentar. Fragen zum aktuellen Kindergeld, Elterngeld oder auch dem Kinderzuschlag beantwortet er gerne. Dabei ist es ihm aber auch wichtig zu betonen, dass eine rechtskräftige Aussage nur von den Behörden selber kommen kann.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*