Tipps für Eltern mit körperlich behinderten Kindern

Kind im Rollstuhl Kind im Rollstuhl
Kind im Rollstuhl

Kind im Rollstuhl

Wenn das eigene Kind eine Behinderung besitzt, ist es meist eine Tatsache, welche Eltern erst einmal lernen müssen zu akzeptieren.

Ob von Geburt an oder durch einen Unfall – wenn der Nachwuchs eine körperliche Beeinträchtigung aufweist, verändert sich das Leben oftmals blitzartig.

[sws_yellow_box box_size=“640″]Inhalt des Artikels
Der Hausumbau beginnt beim Eingang
Förderungen für den Umbau
Pflegegeld & länderspezifische Förderungen [/sws_yellow_box]

Viele Dinge, welche im Vorfeld wichtig waren, schenkt man keine Bedeutung mehr. Andere Dinge, welche noch vor einigen Tagen uninteressant schienen, sind nun zum Lebensmittelpunkt geworden. Wer ein Kind mit einem Handicap hat, der sollte dafür sorgen, dass sein Sprössling nicht nur eine perfekte Wohnsituation besitzt. Viel mehr muss man jetzt auch darauf achten, dass alle Förderungen und staatlichen Unterstützungen bezogen werden.

Das Kind mit Handicap hat sehr wohl Bedürfnisse, welche sich von den Bedürfnissen von anderen Menschen kaum unterscheiden – nur ist oftmals die Umsetzung das Problem. Das WC ist zu klein, in der Dusche befindet sich eine hohe Stufe oder das Obergeschoss ist nur durch Treppen erreichbar. Kleine Stufen können bereits zum wahren Hindernis für das körperlich beeinträchtigte Kind werden, weswegen oftmals ein Umbau nötig wird.

Der Hausumbau beginnt beim Eingang

Natürlich muss man im Vorfeld darauf achten, dass der Hausumbau bzw. eventuell der Hausbau für das behinderte Kind angepasst wird.

Ganz egal ob der Nachwuchs eine leichte Gehbehinderung besitzt, eine leichte motorische Störung der Arme hat oder tatsächlich im Rollstuhl sitzt – die Gegebenheiten daheim müssen immer vollständig angepasst werden.

Selbst wenn man am Anfang vielleicht denken mag, dass man „dem Kind helfen“ kann, so ist es wichtig, dass sehr wohl – auch in älteren Jahren – Wert darauf gelegt wird, dass der Nachwuchs vor allem selbständig leben kann. Diese Selbständigkeit kann jedoch nur dann erfolgen, wenn diese bereits auch daheim umgesetzt werden kann. Die oberste Prämisse ist natürlich der Eingang. Sollte das eingeschränkte Kind nicht in das Haus gelangen können, haben sich jegliche Umbauarbeiten im Haus nicht gelohnt.

Sollten Stiegen zum Haus führen, so gibt es eventuelle Möglichkeiten, wie etwa einen Plattformlift für draußen oder auch die Möglichkeit eine feste Rampe zu betonieren. Hier muss nur darauf geachtet werden, dass die Rampe keinen zu hohen Steigungsgrad aufweist, da sonst ein selbständiges Fahren mit dem Rollstuhl nicht möglich ist. Sollte die Wohnung bzw. das Haus einen ebenerdigen Zugang aufweisen, so ist eines der größten Probleme bereits im Vorfeld behoben worden bzw. nie aufgetreten.

Ist die Wohnung in einem Miethaus und besitzt einen Aufzug, so muss man sich bewusst sein, dass es auch durchaus sein kann, dass der Aufzug aufgrund von Wartung oder Defekten nicht betrieben werden kann. Ebenfalls muss im Vorfeld getestet werden, ob der Rollstuhl überhaupt in den Aufzug passt. Alte Mietshäuser haben manchmal noch „1-Mann“ Aufzüge, wo der Rolli keine Chance hat.

Die Billigbauer – Viel Haus fuer wenig Geld – 2013

Förderungen für den Umbau

Im Haus selbst wird die Sache noch etwas komplizierter. Zuerst muss überprüft werden, ob das Kind mit Handicap, wenn es mit einem Rollstuhl unterwegs ist, genügend Platz besitzt, um sich mit dem Rollstuhl zu wenden.

Beim Wenderadius spricht man übrigens von ungefähr 1,50 Meter – das bedeutet, dass sich der Betroffene im Rollstuhl mit ausgestreckten Armen einmal im Kreis bewegen kann.

Das wird oftmals im Badezimmer problematisch. Viele Badezimmer sind klein gebaut, sodass es fast unmöglich ist, hier einen perfekten Wenderadius zu schaffen bzw. ist es auch oft nicht möglich, das Bad behindertengerecht zu adaptieren. Wer es dennoch versucht, sollte eine barrierefreie Dusche einbauen. Diese Dusche ist ebenerdig und kann mittels Rollstuhl ebenfalls befahren werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass das Waschbecken unterfahrbar ist. Das bedeutet, dass die betroffene Person mit dem Rollstuhl direkt unter dem Waschbecken stehen kann; ein Spiegel mit Kippmöglichkeit wäre ebenfalls von Vorteil.

Sollte das Haus über ein Obergeschoss oder einen Keller verfügen, so ist es ratsam, dem Kind nicht zu erklären, dass es „oben nichts zu suchen hat. Viel mehr muss man versuchen, mit diversen Landes- und Bundesförderungen einen Treppenlift zu erhalten. Da ein Treppenlift jedoch ziemlich kostspielig ist, stoßen hier viele Eltern an ihre Grenzen, wenn sie keine Förderungen erhalten. Ohne die diversen Subventionen der Bundesrepublik Deutschland kann man aber übrigens dennoch an günstige Liftsysteme kommen. Im Internet gibt es einige Hersteller, die Lifte preisgünstig anbieten können. Wenn man ein bisschen googelt, fallen vor allem immer wieder die bekannten sani-trans Plattformlifte auf. Sie sind relativ günstig, werden in Deutschland produziert und wurden bereits ausgezeichnet. Ansonsten ist es auch möglich nach gebrauchten Plattformen zu suchen, wobei dann aber auch der Umbau mit einkalkuliert werden muss.

Pflegegeld & länderspezifische Förderungen

Familienhilfe

Familienhilfe

Es gibt es neben dem bewährten Pflegegeld, welches in 3 Stufen aufgeteilt ist (Stufe 1 – eine erhebliche Pflegebedürftigkeit liegt vor.

Stufe 2 – das Kind benötigt mindestens drei Mal täglich Hilfe bei der Mobilität.

Stufe 3 – eine dauernde starke Pflegebedürftigkeit liegt vor), auch die Chance, dass diverse Behörden für den Neubau- wie Umbau aufgrund des Handicaps des Kindes finanzielle Unterstützungen anbieten.

Hier gibt es eine Zusammenfassung alle Leistungen für die Eltern von behinderten Kindern: -PDF-

Dafür zuständig sind etwa die Agentur für Arbeit und gesetzliche Rentenversicherung sowie die gesetzliche Unfallversicherung aber auch die Pflegeversicherung. Ebenfalls gibt es oftmals länderspezifische Förderungen, welche zusätzliche Gelder für diverse Adaptierungsarbeiten anbieten. Wichtig ist, dass bei Umbauten nicht nur das behindertengerechte Bauen berücksichtigt wird, sondern auch finanzielle Förderungen beantragt werden.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net sonya etchison
Unten-Links: ©panthermedia.net Valentyn Volkov Volkov

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