Connect
To Top

U-Untersuchungspflicht – Wünschenswert?

U-Untersuchungspflicht

U-Untersuchungspflicht

Die Pflicht zur Durchführung von Kindervorsorgeuntersuchungen (im folgenden U-Untersuchungspflicht genannt) hat eine Geschichte, die bei der Beurteilung, ob diese nötig und wünschenswert ist, unbedingt mit einbezogen werden muss.

Es starben und sterben in Deutschland noch Kinder, weil diese vernachlässigt werden.

Nach Meinung vieler Bürger und Politiker hätte der Tod zumindest einiger dieser Kinder verhindert werden können, hätten die Eltern regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt durchführen lassen. Die U-Untersuchungspflicht wurde daraufhin nach langer Diskussion eingeführt und hat demnach einen Kontroll- und Präventionscharakter.

[sws_green_box box_size=“640″]Das Wort „Kontrolle“ löst natürlich bei vielen negative Gefühle aus und deswegen ist die Diskussion, ob die U-Untersuchungspflicht wünschenswert ist oder nicht, eine sehr emotionelle. Viele Eltern fühlen sich unnötig überwacht, weil sie ihr Kind von ganzem Herzen lieben und sich sehr liebevoll um das Wohl ihres Sprösslings kümmern. [/sws_green_box]

Gehen sie mal etwas zu spät zur fälligen U-Untersuchung bzw. vergisst der Kinderarzt einmal rechtzeitig die zuständigen Behörden von der geleisteten U-Untersuchung zu unterrichten, flattert bei den überraschten Eltern schon ein Behördenbrief ein, der die Eltern von ihrer Pflichtverletzung unterrichtet und diese dringend auffordert, ihren Pflichten doch umgehend nachzukommen.

Vorsorgeuntersuchung

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von YouTube nachzuladen.
Inhalt laden

PGlmcmFtZSBzcmM9Imh0dHA6Ly93d3cueW91dHViZS5jb20vZW1iZWQvSkpvakRaRGs3TTgiIGhlaWdodD0iMzYwIiB3aWR0aD0iNjQwIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW49IiIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiPjwvaWZyYW1lPjwvcD4=

Die mit der Pflicht verbundenen Schwierigkeiten

Die o.g. Briefe sind für die Eltern natürlich sehr unangenehm und bei vielen kommt Ärger auf, weil sich diese zu unrecht angeklagt und beschuldigt fühlen.

Des Weiteren muss auch berücksichtigt werden, welcher Verwaltungsaufwand und welche Verwaltungskosten mit dem ganzen System der U-Untersuchungspflicht verbunden sind. Diese sind in der Praxis wirklich immens.

Die Kinderärzte müssen die entsprechenden Meldungen an die Behörden rechtzeitig weitergeben und haben dadurch natürlich (unbezahlte) Mehrarbeit. Die Behörden wiederum müssen auf alle ausstehende U-Untersuchungen umgehend reagieren und die Eltern, wenn nötig auch die zuständigen Jugendämter, unterrichten. Diesen Meldungen muss das Jugendamt ohne Zeitverzögerung nachgehen, was bei deren ohnehin riesigen Arbeitsaufkommen großen Druck und Extraarbeit verursacht. Dazu kommt, dass diese Arbeit dann in den allermeisten Fällen ins Leere läuft.

U8/U9 – Früherkennungsuntersuchungen nutzen

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von YouTube nachzuladen.
Inhalt laden

PGlmcmFtZSBzcmM9Imh0dHA6Ly93d3cueW91dHViZS5jb20vZW1iZWQvbFRuUHB5aS0xb0kiIGhlaWdodD0iMzYwIiB3aWR0aD0iNjQwIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW49IiIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiPjwvaWZyYW1lPjwvcD4=

Dies alles immer mit der Angst im Nacken, dass bei selbst verschuldetem Verzögern des Kontaktierens der Eltern, dem Behördensacharbeiter eine Schuld zugerechnet wird, sollte es sich um einen tatsächlichen Fall einer Kindeswohlgefährdung handeln.

Welches Fazit kann man aus alldem ziehen?

Für manch einen ist die U-Untersuchungspflicht eine unerwünschte Kontrolle.

Wenn man allerdings daran denkt, dass diese Pflicht aus einem ganz bestimmten Grund eingeführt wurde, nämlich um Kindeswohlgefährdungen vorzubeugen und Menschenleben zu retten, dann relativieren sich die oben genannten Probleme und Unannehmlichkeiten doch recht schnell.

Die Emotionen „unschuldiger“ Eltern, die Kosten und die Höhe des Verwaltungsaufwandes müssen hinter den Interessen und des Wohles betroffener Kinder zurückstehen, auch wenn die U-Untersuchungspflicht tatsächlich nur in sehr wenigen Fällen eine Kindeswohlgefährdung aufdecken oder verhindern kann. Dass diese Meinung nicht unumstritten ist, zeigt sich jedoch schon daran, dass nicht alle Bundesländer Gesetze zur U-Untersuchungspflicht verabschiedet haben. Außerdem gab es von Anfang an Vorbehalte gegen eine solche Pflicht und große Diskussionen in den Medien. Und auch Jahre nach Einführung dieser Gesetze kommen immer wieder solche Diskussionen auf.

Ich geh zur U! Und du?

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von YouTube nachzuladen.
Inhalt laden

PGlmcmFtZSBzcmM9Imh0dHA6Ly93d3cueW91dHViZS5jb20vZW1iZWQvQ3BIYk9BXzhtRVkiIGhlaWdodD0iMzYwIiB3aWR0aD0iNjQwIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW49IiIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiPjwvaWZyYW1lPg==

Die U-Untersuchungspflicht wird jedoch sicherlich auch in Zukunft bestehen bleiben, man wird sich daran gewöhnen und sie wird vielleicht dem einen oder anderen Kind das Leben retten können.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Thomas Lammeyer

U-Untersuchungspflicht – Wünschenswert?
Artikel bewerten

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

More in Allgemein

Recht & Ordnung

Alle Artikel und Kommentare stellen keine Rechtsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen.

Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen. Bitte übersenden Sie keine Kindergeldnummern oder ähnliches. Dies ist keine Webseite einer Behörde.

Bei gekennzeichnete Links, die mit diesem Zeichen * markiert wurden, handelt es sich um Partnerlinks / Werbung.

Archive

Impressum | Datenschutzerklärung | Haftung für Inhalte | Copyright © 2018 Litia.de | SIMON&friends - Simon Schröder

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Nur First-Party-Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite.
  • Keine Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Auszahlungstermine für Kindergeld und Kinderzuschlag 2012: Erstes Halbjahr.

Zurück