Versicherungsbedarf für Familien | Welche Absicherungen braucht man wirklich?

Versicherungsbedarf

VersicherungsbedarfMenschen in unterschiedlichen Lebenssituationen unterscheiden sich auch in Bezug auf ihren Versicherungsbedarf. Um eine Familie finanziell optimal gegen die wichtigsten Risiken abzusichern, ist eine detaillierte Bedarfsanalyse erforderlich, bei der die finanzielle Gesamtsituation der Familie berücksichtigt wird.

Generell gilt: Es sollten nur die Versicherungen abgeschlossen werden, die für die betreffende Familie auch wirklich nötig sind, um eine Überschuldung des Haushalts zu vermeiden. Und da es auch auf diesem Markt diverse Anbieter gibt, lohnt sich ein Versicherungsvergleich. Wer sich vorab über Versicherungsgesellschaften, ihre Prämien und Konditionen informieren möchte, dem seien die vielen Vergleichsseiten im Internet empfohlen. Außerdem lohnt sich das Lesen von Testberichten über die betreffenden Anbieter.

Die Absicherung der eigenen Familie gegen existenzbedrohende Risiken wie Tod, Berufsunfähigkeit, Invalidität und selbst verursachte Schäden in der Freizeit sollte in der Budgetplanung grundsätzlich oberste Priorität haben. Zu den wichtigsten Versicherungen, die eine Familie haben sollte, gehören dabei die Risiko-Lebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, Kinder-Invaliditätsversicherung, private Haftpflichtversicherung und – falls die Familie in einem Eigenheim wohnt – auch noch eine Gebäudeversicherung. Der Abschluss einer privaten Unfallversicherung für Kinder empfiehlt sich dagegen nur dann, wenn das Risiko einer unfallbedingten Invalidität nicht über eine Kinder-Invaliditätsversicherung abgedeckt ist.

Risiko-Lebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung

RisikolebensversicherungEine gute finanzielle Absicherung bietet die Risiko-Lebensversicherung, die gerade für junge Familien sehr wichtig ist, weil die Hinterbliebenen meistens finanziell ruiniert sind, wenn der Hauptverdiener stirbt.

Noch prekärer wird die finanzielle Situation der Familie, wenn die Witwe gar nicht oder nur Teilzeit arbeiten kann, weil die Kinder noch klein sind. Wenn dann auch noch Kreditraten zu zahlen oder Darlehen zu tilgen sind, reicht die ohnehin knappe Witwenrente nicht aus.

Hatte der Hauptverdiener eine Risiko-Lebensversicherung abgeschlossen, so sind die finanziellen Folgen des Schicksalsschlages abfangbar. Im Gegensatz zur Kapital-Lebensversicherung, bei der nicht nur das Sterberisiko abgedeckt, sondern auch noch Kapital aufgebaut wird, sind die Beiträge für eine Risiko-Lebensversicherung geringer und für Familien attraktiv:

So kann z. B. ein dreißigjähriger Versicherungsnehmer eine Police mit einer Deckungssumme von 100000 Euro abschließen und hat dafür lediglich etwas mehr als 65 Euro im Jahr als Prämie zu zahlen. Klassische Kapital-Lebensversicherungen sind für Familien nicht so günstig, da sie an viele Bedingungen geknüpft sind und die bis 2005 geltenden großen Steuervorteile weggefallen sind. Wer es sich finanziell leisten kann, ist gut beraten, zwei Risiko-Lebensversicherungen abzuschließen (eine für jeden Ehepartner), um einem Rechtsstreit nach einer Scheidung vorzubeugen: Es gab schon Fälle, bei denen der Versicherungsnehmer einfach die Versicherung ohne Wissen von Frau und Kindern gekündigt und sie so um eine wichtige Absicherung gebracht hat.

Der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist insofern wichtig, als die Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung bei Eintreten des Versicherungsfalles, also der Berufsunfähigkeit, schon lange nicht mehr zum Leben ausreichen. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Erwerbstätiger, der im Jahr 1961 oder später geboren wurde, ohnehin kein Geld vom Staat bekommt, wenn er berufsunfähig wird.

Absicherung gegen Invalidität

Sehr wichtig ist auch eine Kinder-Invaliditätsversicherung, da die Wahrscheinlichkeit, aufgrund einer schweren Erkrankung invalide zu werden, für Kinder größer ist als die Invalidität infolge eines Unfalls. Diese Versicherung zahlt im Falle einer lebenslangen Behinderung entweder eine Rente auf Lebenszeit oder aber einmalig die gesamte Versicherungssumme. Auch das Risiko einer schweren chronischen Erkrankung ist mit einer solchen Versicherung ausreichend abgedeckt.

Wer für sein Kind pro Jahr ca. 100 € als Versicherungsprämie zahlt, kann davon ausgehen, dass bei Eintritt des Versicherungsfalles bei einer Behinderung von mindestens 50 Prozent einmalig 100000 Euro gezahlt werden. Will man hingegen sein Kind nicht nur gegen krankheitsbedingte Invalidität, sondern auch noch gegen Behinderung infolge eines Unfalls absichern, wählt man eine Kinder-Invaliditätsversicherung, die beide Risiken abdeckt. So kann man sich auch eine separate private Unfallversicherung sparen. Ein solches Versicherungspaket kann man schon ab einem jährlichen Beitragssatz in Höhe von 300 Euro pro Kind abschließen.

Familien mit kleinen Kindern sind gut beraten auch eine private Unfallversicherung für jedes Kind abzuschließen, die bei unfallbedingter Behinderung und Vollinvalidität leistet, da gerade kleine Kinder relativ häufig Unfälle haben. Dies sollte man dann tun, wenn man keine Kinder-Invaliditätsversicherung hat, die Invalidität durch Krankheit und Unfall abdeckt.

Privathaftpflicht-Versicherung

Der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung schützt gegen Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die beim Sport, in der Freizeit, auf dem Schulweg und im nachbarschaftlichen Umfeld entstehen. Falls der gesundheitlich Geschädigte dadurch Invalide werden sollte, muss man, falls man keine Privathaftpflicht-Versicherung hat, unter Umständen Schadensersatz in siebenstelliger Höhe an den Geschädigten zahlen.

Da Kinder erst ab dem 7. Lebensjahr für bestimmte Schäden haften, müssen Eltern für die Schäden ihrer kleinen Kinder aufkommen, wenn sie z. B. die Aufsichtspflicht verletzt haben (§ 832 BGB). Die Privathaftpflicht-Versicherung zahlt deshalb in den Fällen, bei denen der Versicherungsnehmer selbst oder ein anderes Mitglied seiner Familie jemanden verletzt oder aber einen Sachschaden verursacht. Da die meisten Anbieter die Privathaftpflicht als Familienversicherung anbieten, sind Ehepartner, Kinder und sogar das Hauspersonal (falls vorhanden) automatisch mitversichert. Bei manchen Versicherungsunternehmen kann man eine solche, insbesondere für Familien sehr wichtige Versicherung schon für 60 € im Jahr abschließen. Wichtig ist, dass man eine unbegrenzte Deckungssumme vertraglich vereinbart. Die Privathaftpflichtversicherung schützt auch vor unberechtigten Schadensersatzforderungen.

Gebäudeversicherung

Lebt die Familie in einem Eigenheim, so ist ihr der Abschluss einer Gebäudeversicherung zu empfehlen, die Risiken wie Brand, Sturm, Hagel, Leitungswasser und Blitzschlag abdeckt. Eine solche Versicherung wird von den Kreditinstituten ohnehin bei Gewährung eines Darlehens für den Hausbau gefordert. Die Höhe des Versicherungsbeitrags richtet sich in diesem Fall nach der Größe, Lage, Art und Ausstattung des Hauses. Wer auch noch sein Inventar versichern möchte, sollte außerdem noch eine Hausratversicherung abschließen.

Um seine Familie umfassend gegen die wichtigsten existenzbedrohenden Risiken abzusichern, reicht es oft schon aus, einige wenige Versicherungsverträge abzuschließen. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass man keine zu geringen Deckungssummen wählt, weil man sonst bei Eintritt des Versicherungsfalles finanziell nicht gut dasteht. Auch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis ist wichtig: Da viele junge Familien über kein großes finanzielles Polster verfügen, sollten sie unbedingt darauf achten, nur die Versicherungsverträge abzuschließen, die ihrem individuellen Versicherungsbedarf am besten entsprechen und außerdem noch Beitragszahlungen in akzeptabler Höhe anbieten.

Bildquellen
Artikelbild: © panthermedia.net Nadja Blume
Mitte-Links: © panthermedia.net Andres Rodriguez

 

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Über Simon Schröder (1001 Artikel)
<a href="https://plus.google.com/111295419607355970628?rel=author"> Simon Schröder</a> ist ein begeisterter Blogger und freut sich über jeden Kommentar. Fragen zum aktuellen Kindergeld, Elterngeld oder auch dem Kinderzuschlag beantwortet er gerne. Dabei ist es ihm aber auch wichtig zu betonen, dass eine rechtskräftige Aussage nur von den Behörden selber kommen kann.

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