Waldpilze sammeln und sicher zubereiten

Pilze © Bildagentur PantherMedia / olechowski Pilze © Bildagentur PantherMedia / olechowski

Gerade an einem schönen Sonntagnachmittag bietet es sich an, gemeinsam mit der Familie einen Spaziergang durch den Wald zu unternehmen. Entdecken Sie dann auf einer Lichtung ein paar Pilze, fragen sich viele, ob diese genießbar sind. Möchten Sie gemeinsam mit Ihren Kindern Pilze sammeln und diese im Nachgang zubereiten, gilt es einiges zu beachten. Mit ein paar Kniffen und Hinweisen umgehen Sie die Gefahr einer Pilzvergiftung.

Mit der ganzen Familie Pilze suchen, aber sicher!

Auch im Zeitalter der zunehmenden Digitalisierung sagt kaum ein Kind „Nein“, wenn es darum geht, in den Wald zu gehen und Pilze zu sammeln. Da werden die Kleinen zu Schätzesammlern und Naturdetektiven. Bedenken Sie, dass Kinder selbst zubereitete und gesammelte Lebensmittel besser schmecken, als vorgefertigte Nahrung.

So rangieren die Nachmittage im Wald und beim Pilze suchen noch immer in der Beliebtheitsliste der Herbstaktivitäten weit oben. Doch Achtung: Das Vergnügen ist nicht ganz risikolos. Die Gefahr, dass Ihr Kind einen giftigen Pilz nicht erkennt, schweelt immer in der Luft. Sie sollten einige Hinweise beim nächsten Spaziergang durch den Wald beachten, um das Vergiftungspotenzial der Pilze so gering wie nur möglich zu halten.

Tipps zum sicheren Pilze suchen

Martina Abel –  Vertreterin der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ –  rät denjenigen Eltern dazu, Pilze zu sammeln und selbst zuzubereiten, wenn sie die ungiftigen von den giftigen Sorten klar unterscheiden können. Überdies weist Frau Abel darauf hin, dass Vergiftungserscheinungen bei Kinder schwerer ausfallen als bei Erwachsenen.

Sie empfiehlt  neben der Fachkenntnis ein ordentliches Bestimmungsbuch, das im Sammelkorb einen festen Platz einnehmen sollte. Haben Sie eine nicht ganz so eindeutigen Fund gemacht, können Sie sofort nachschlagen. Obendrein bietet sich das Sammelbuch auch für die ganze Familie an, um mehr über eine Pilzart zu erfahren.

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Der Umgang mit giftigen Pilzen

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Pilzart Sie vor sich haben, lassen Sie diese Pilze einfach im Wald stehen. So wird der Knollenblätterpilz gern mit dem Wiesenchampignons oder dem Feldegerling verwechselt. Dabei können selbst geringe Mengen ernstzunehmende Konsequenzen nach sich ziehen. Folgende Pilze gelten als hochgiftig und gehören auf keinen Fall in den Sammelkorb:

  • ziegelrote Risspilze,
  • Satanspilz,
  • Schwefelköpfe,
  • Fliegenpilze,
  • Pantherpilze und
  • Nadelholzhäuptlinge.

Achtung: Diese giftigen Pilze sollten die keinesfalls anfassen, denn auch in diesem Fall können schon Hautausschläge und Reizungen entstehen. Behalten Sie gerade Kinder unter zwölf Jahren immer im Auge beim Pilze suchen.

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Besprechen Sie vor dem Pilze suchen einen Regelkatalog, der die folgenden Leitlinien beinhaltet:

  1. Pilze dürfen niemals roh gegessen. Sie dürfen nicht einmal probiert werden.
  2. Schneiden Sie Pilze mit einem Messer ab und lagern Sie diese in einem durchlässigen Korb.
  3. Niemals die Finger beim und nach dem Pilze suchen in den Mund stecken. Erst muss geklärt werden, ob die Pilze genießbar sind.
  4. Jeden einzelne Pilz muss ordentlich begutachtet werden. Nur die Erwachsenen und die Experten bestimmen, welche Pilze in die Pfanne kommen.

Das Bundesamt für Risikobewertung in Bonn hat zum Thema Pilze eine Broschüre mit dem Titel „Risikopilze“ herausgebracht. Diese können Sie sich unter der unten stehenden Adresse kostenlos herunterladen. In dieser Broschüre finden Sie auch alle Adressenlisten von Giftinformationszentren.

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Verdacht – Pilzvergiftung –  was tun?

Beherzigen Sie alle diese Tipps in diesem Beitrag, können Sie eine Pilzvergiftung ausschließen. Haben Sie dennoch den Verdacht, Ihr Kind hat Ihre Regeln nicht beherzigt und könnte von einem giftigen Pilz genascht haben? In diesem Fall sollten Sie sofort die zuständige Giftnotrufzentrale kontaktieren.

Klagt Ihr Kind über Bauchschmerzen und Übelkeit, muss dies nicht unausweichlich mit einem giftigen Pilz in Verbindung gebracht werden. Sie sollten dennoch aus Vorsicht sofort einen Arzt aufsuchen oder sich mit Ihrem Kind direkt in ein Krankenhaus begeben. Eine Pilzvergiftung ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

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Fazit

  • Pilze sammeln gehört zu den beliebtesten Herbst Aktionen!
  • Doch sollte Laien nur mit einem erfahrenen Pilzesammler in den Wald aufbrechen.
  • Nehmen Sie ein kleines Messer, einen luftdurchlässigen Korb und ein Bestimmungsbuch mit in den Wald.
  • Lassen Sie gerade Kinder unter 12 Jahren niemals unbeobachtet Pilze sammeln. besprechen Sie vorab die Regeln.
  • Können Sie einen Pilz nicht zuordnen, lassen Sie diesen im Zweifelsfall stehen. Es gehören nur die wirklich bekannten Pilze in Ihren Sammelkorb.

Jetzt wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Pilze suchen und anschließend einen guten Appetit!

http://eatsmarter.de/ernaehrung/kinderernaehrung/pilze-sammeln
http://www.bfr.bund.de/cm/350/risiko_pilze.pdf

Waldpilze sammeln und sicher zubereiten
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