Was ist Kindergeld und wie beantrage ich es?

Was ist Kindergeld? – Wie beantrage ich Kindergeld? – Wofür wird Kindergeld gezahlt?

Das Kindergeld wurde eingeführt, um die Mehrkosten, die Familien mit Kindern entstehen,  etwas abfangen zu können.

Gleichzeitig steht aber auch der Gedanke dahinter, dass möglicherweise immer mehr Paare auf (mehrere) Kinder verzichten werden, wenn sie ihr erarbeitetes Geld auf viele Familienmitglieder aufteilen müssen und so in finanzielle Unsicherheiten abrutschen könnten, weil das Geld einfach nicht mehr reicht.
Daher wurde dieser finanzielle Puffer geschaffen, um das zahlenmäßige Ungleichgewicht zwischen jungen und alten Menschen in unserem Land nicht unnötig zu verschärfen.

Kindergeld wurde in der BRD erstmalig im Jahr 1955 gezahlt. Die 25 DMark waren ab dem dritten Kind vorgesehen, während die beiden erstgeborenen Kinder zum damaligen Zeitpunkt noch nicht berücksichtigt wurden. Dies änderte sich ab dem Jahr 1961. Jetzt wurde auch das zweite Kind finanziell bedacht. Es mussten aber noch weitere vierzehn Jahre vergehen, bis der Staat auch für das erste Kind finanziell eintrat. Ab 1975 erhielten Eltern dann für das Erstgeborene sogar 50 DM pro Monat. Für die früheren Verhältnisse, war das eine ganze Menge.

Das bis 1983 existierende einheitliche System für das Kindergeld wurde dann in ein System aus Kindergeld und Kinderfreibetrag geändert. Auch die Höhe des monatlichen Kindergeldes wurde schrittweise angehoben. So erhielt das erste Kind 1992 noch 70 DM, vier Jahre später erfolgte eine Erhöhung für die ersten beiden Kinder  auf 200 DM monatlich, das dritte und jedes weitere Kind bekam stattliche 300 DM.

In Deutschland wird heute für alle Kinder das Kindergeld vom Tag der Geburt an bis zur Vollendung des 18.Lebensjahres gezahlt. Es lässt sich zwar nicht logisch begründen, weshalb das Kindergeld in unterschiedlichen Höhen festgesetzt wurde, finanzpolitisch lässt es sich aber sicherlich erklären.

Ab dem 01.01.2010 gelten folgende monatliche Auszahlungsbeträge:

  1. Kind: 184 Euro
  2. Kind: 184 Euro
  3. Kind: 190 Euro
  4. Kind: 215 Euro

Dabei sollte man auch wissen, dass sich die Bezugshöhe des Kindergeldes verändert, wenn das erste Kind erwachsen geworden ist und kein Kindergeld mehr erhält. Leben zum Beispiel drei Kinder mit ihren Eltern in einem Haushalt und verlässt das erste Kind den Bezug vom Kindergeld, so rückt das zweite und das dritte Kind im Kindergeldstatus auf die erste und zweite Stelle. Jetzt sind nur noch zwei Kinder im Bezug und damit erhalten die Eltern für das (jetzt) erste Kind 184 Euro Kindergeld und für das zweite (ehemals das dritte Kind mit 190 Euro Kindergeldanspruch) auch nur noch 184 Euro.

Ab dem 18. Lebensjahr muss für die Weiterbewilligung ein Folgeantrag gestellt werden. Die benötigten Unterlagen werden ca. 6 Wochen vor dem Geburtstag verschickt. Man muss sich also um fast nichts kümmern, sofern die Familienkasse die aktuelle Anschrift besitzt. Falls der Wohnort gewechselt wurde, bitte die Familienkasse anrufen und diese informieren.

Jetzt wird auch das erste Mal nach den Einkünften und Bezügen, sowie nach der Tätigkeit von dem Kind gefragt. Solange sich das Kind in einer Ausbildung befindet oder sich um einen Ausbildungsplatz bemüht, kann unter der Berücksichtigung der Einkommensgrenze das Kindergeld ausgezahlt werden. Diese Zahlungen erfolgen maximal bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Zu einer Ausbildung, die berücksichtigt werden kann, zählt im Prinzip alles, was einen ausbildungsähnlichen Zustand erreicht – Praktikum, Studium, Fortbildung, reguläre Ausbildung, Meister- und Technikerschulen.

Auch ohne einen Job hat der Jugendliche Anspruch auf Zahlung bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, sofern er arbeitssuchend gemeldet ist. Über das 21. Lebensjahr hinaus, kann kein Kindergeld bewilligt werden, wenn das Kind „nur“ eine Arbeit sucht. Die Altersgrenze ist das 21. Lebensjahr. Eine Ausnahme gibt es aber noch. Wenn der junge Erwachsene bereits den Wehr- oder Zivildienst abgeleistet hat, kann diese Zeit als Verlängerung mit berücksichtigt werden.

Übersicht der maximalen Zahlungslänge

Ausbildungssuche: bis zum 25. Lebensjahr + Zivil- oder Wehrdienstzeit
Arbeitssuche: bis zum 21. Lebensjahr + Zivil- oder Wehrdienstzeit
In der Ausbildung gilt die gleiche maximale Zahlungsdauer, wie bei einer Ausbildungssuche und ist daher gleich zusetzen.

HIER IST DEIN TERMIN FÜR DIE KINDERGELDAUSZAHLUNG

Wie beantragt man Kindergeld?

Einen Antrag stellen zu müssen, ist für viele von uns mit einem Unbehagen verbunden. Eine Menge Bürokratie und großer zeitlicher Aufwand machen das Ausfüllen von Anträgen zu einer unbeliebten Arbeit.

Beim Antrag für das Kindergeld sind jedoch die Fragen schnell und einfach zu beantworten! Um die gewünschten Daten eintragen zu können, braucht es hier in der Regel noch nicht einmal ein Nachschlagen in den persönlichen Unterlagen.

Bei der ersten Beantragung des Kindergeldes wird ein Formular benötigt und ausgefüllt, dass die Bezeichnung „KG1“ trägt. Bei jedem Antrag für ein weiteres Kind benutzt man den sogenannten Kurzbogen, das Formular „KG1k“.

Welche Daten werden erfragt?

Es geht nur um eigenen Daten wie den Vornamen, den Namen, das Geschlecht, das Geburtsdatum, die Staatsangehörigkeit, den Familienstand, die Daten des Ehegatten (sofern vorhanden), ob man im öffentlichen Dienst tätig ist oder in einem anderen Bereich. Die Bankverbindung muss angegeben werden und die persönlichen Daten des Kindes sind noch auszufüllen und schon ist es erledigt.

Dieser Antrag muss unterschrieben an die zuständige Familienkasse geschickt werden. Zuständig bedeutet hierbei: Deutschland ist in verschiedene Bereiche aufgegliedert worden und richtet sich nicht zwingend nach Bundesländern oder Städten. Um die eigene Familienkasse zu findet, klicken Sie bitte HIER. Diese Seite listet Ihnen die Orte auf, in denen die Familienkassen vertreten sind. Die Ihrem Wohnsitz nächstgelegene Kasse ist für Ihren Antrag zuständig. Suchen Sie also bitte in dieser alphabetisch geordneten Liste nach dem Ort, der im Umkreis Ihres Wohnsitzes liegt. Wenn Sie diesen anklicken, erfahren Sie alle wichtigen Kontaktdaten – den Anfahrtsweg, die Telefon- und Faxnummern, sowie die Öffnungszeiten dieser Familienkasse.

Wo erhalte ich die notwendigen Formulare?

Um an die erforderlichen Anträge zu kommen, können wir uns im Zeitalter des Internet lange Wege ersparen. Die Formulare für das Kindergeld können über die Seite arbeitsagentur.de heruntergeladen werden oder man ruft bei der Hotline der Familienkassen an und lässt sich die Papiere zuschicken.

Wann wird das Kindergeld gezahlt?

Das Kindergeld wird immer für den laufenden Monat gezahlt. Dabei erhalten alle Berechtigten die Auszahlungen zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt. Dieser ist von der Kindergeldnummer, die auch auf den Kontoauszügen zu finden ist, abhängig. Wenn die Endziffer Ihre Kindergeldnummer die 0 oder die 1 besitzt, wird Ihnen das Kindergeld am Monatsanfang auf dem Konto gutgeschrieben. Bei einer Endziffer zwischen 2 und 7, erfolgt die Zahlung ca. Mitte des Monats. Die Endziffern 8 und 9 werden ca. um den 20. herum ausgezahlt.

Wer den genauen Auszahlungstermin für sein eigenes Kindergeld des jeweiligen Monats wissen möchte, kann diese Daten HIER einsehen. Damit sind die aktuellen Auszahlungstage für den laufenden Monat zu finden. Denken Sie bitte daran, dass das Datum der Auszahlung nicht identisch mit der Buchung auf Ihrem Konto ist. Nicht nur unterschiedlich lange Buchungszeiten der Banken, sondern auch ein möglicherweise dazwischenliegendes Wochenende, können die Kontogutschriften einige Tage dauern lassen.

Was ist Kinderzuschlag und wer kann ihn erhalten?

Der sogenannte Kinderzuschlag ist eine monatliche zusätzlich Zahlung zum Kindergeld. Er kann grundsätzlich nicht beantragt werden, wenn das ALG II bezogen wird. Es gibt aber auch Ausnahmen. Mehr dazu findest Du im Blog.

Wenn das Einkommen eines Ehepaares mindestens 900 Euro und das eines Alleinstehenden mindestens 600 Euro im Monat beträgt und gleichzeitig die Bemessungshöchstgrenze nicht übersteigt, kann auf Antrag Kinderzuschlag gewährt.

Die Bemessungshöchstgrenze ist dabei der Einkommensbetrag, der bei einem Bezug von ALG II das notwendige Einkommen zur Sicherung des Lebensunterhaltes darstellen würde. Oder einfacher gesagt, das, was das Amt nach den Regelsätzen plus Miete für die Familie ansetzen würde, gilt als die Bemessungshöchstgrenze. Zusätzlich zum Kinderzuschlag wird bei schulpflichtigen Kindern ein einmaliger Betrag in Höhe von 100 Euro für Schulmaterialien ausgeschüttet. Diesen gibt es ohne gesonderten Antrag, einmalig in dem Monat August.

Was ist Kindergeld und wie beantrage ich es?
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