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Brennpunkt Kita-Mangel – Wie schlecht es um die Kitaplätze steht

Da immer mehr Frauen heutzutage schnell wieder in den Beruf zurückkehren möchten, wird die Nachfrage nach Kitaplätzen immer größer. Laut dem Institut für Wirtschaftsforschung Köln fehlen jedoch rund 293.000 Kitaplätze in ganz Deutschland. Obwohl sich die Ausgaben für die Förderung von Kitaplätzen seit 2005 rund verdoppelt haben, ließ sich der Mangel an Kitaplätzen bislang kaum beheben.

Infografik: Personalschlüssel in KiTas | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Der Mangel an Kitaplätzen – Zahlen und Fakten

  • In Deutschland gibt es rund 2,2 Millionen Kinder unter drei Jahre. Jedes dritte Kind hiervon wird derzeit in einer Kita tagsüber betreut. Gemäß des aktuellen Bedarfs, den das Institut für Wirschaftschaftsforschung Köln (IW) ermittelt hat, müsste jedoch für rund die Hälfte der 2,2 Millionen Kinder ein Kitaplatz zur Verfügung stehen.
  • Zum 01. März 2017 wurden ca. 750.000 Kinder unter drei Jahren in einer Kita oder in einer öffentlich finanzierten Kindertagespflegeeinrichtung betreut. Das Statistische Bundesamt ermittelt hierzu, dass der Anstieg der tatsächlich betreuten Kleinkinder im Vergleich zum Vorjahr um rund 5,7 % (rund 41.300 Kinder) angestiegen ist.
  • In den Bundesländern Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein nahm die Zahl der zu betreuenden Kinder um jeweils rund 10 % am stärksten zu. In Mecklenburg-Vorpommern fiel die Zunahme mit 1,9 % am geringsten aus. Hierzu ist festzuhalten, dass in den neuen Bundesländern bereits in der Vergangenheit hohe Betreuungszahlen erzielt werden konnten und somit die Steigerung 2016/2017 nicht allzu signifikant ausfiel.
  • 84,6 % der Eltern, welche ihr Kind tagsüber in eine Betreuung geben, nutzen die Tagesbetreuung in Einrichtungen. Die Kindertagespflege bei einer Tagespflegemutter oder einem Tagespflegevater spielt mit rund 15,4% nur eine untergeordnete Rolle. Anfang 2017 gab es 55.266 Einrichtungen und 43.951 Tagespflegemütter, bzw. Tagespflegeväter. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der Einrichtungen um knapp 0,6 %, die Anzahl der Tagesmütter und Tagesväter um knapp 1,4 %.
    Seit dem 01. August 2013 haben zudem alle Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben, einen rechtlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz.
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Ost-West-Unterschied beim Kita-Mangel

In den westdeutschen Bundesländern gab es Anfang 2016 rund 262.000 Betreuungsplätze für Kinder weniger als eigentlich benötigt wurden. Diese Zahlen entsprechen einer Betreuungslücke von 14,8 %, in den ostdeutschen Bundesländern fehlten „nur“ rund 31.000 Betreuungsplätze (Betreuungslücke: 7,3 %). Wido Geis vom IW Köln erklärte in diesem Zusammenhang, dass der große Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland in der Zeit zweier Staaten wurzeln würde.

So verfügte bereits die DDR über ein weitreichendes frühkindliches Betreuungsangebot und es war ganz selbstverständlich, dass Frauen nach der Geburt früh in den Beruf zurückkehrten. In den westdeutschen Bundesländern hingegen sei der Betreuungsbedarf erst in den letzten Jahren auffällig angestiegen. Die Infrastruktur müsse in diesen Bundesländern nun erst einmal praktisch neu geschaffen werden.

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Qualität der Kitas steigt

Die Qualität in Bezug auf Bildung und Betreuung in deutschen Kinderbetreuungseinrichtungen steigt. Im Durchschnitt kommen auf eine Betreuungskraft heute weniger Kinder als noch vor drei Jahren. Zum 01. März 2015 wurde eine vollzeitarbeitende Betreuungskraft für 4,3 ganztags betreute Krippen- oder 9,3 Kindergartenkinder eingesetzt. 2012 waren die Betreuungskräfte noch für rund 4,8 Krippen, bzw. 9,8 Kindergartenkinder zuständig. Da ein kindgerechtes Betreuungsverhältnis als Voraussetzung für die gute Qualität einer Kita betrachtet werden kann, ist dieser Trend als positiv bewertbar.

Gemäß den Auswertungen der Bertelsmann Stiftung besteht jedoch nach wie vor ein Verbesserungsbedarf: So sollte eine Erzieherin / ein Erzieher für höchstens drei unter Dreijährige oder siebeneinhalb Kindergartenkinder verantwortlich sein. Um dem Personalbedarf gerecht zu werden, sind gemäß den Ausführungen der Bertelsmann Stiftung zu dieser Thematik bundesweit zusätzlich 107.000 vollzeitbeschäftigte Erzieherinnen und Erzieher erforderlich.

Fazit zum Kita-Mangel in Deutschland

Kindergartenplaetze gesucht | © panthermedia.net /poznyakov

Kindergartenplaetze gesucht | © panthermedia.net /poznyakov

Obwohl die Thematik der fehlenden Kita-Plätze in den vergangenen Jahren in den medialen und politischen Fokus gerückt ist, konnte sich die Gesamtsituation nicht signifikant verbessern. Noch immer fehlt eine Vielzahl von Betreuungsplätzen. Streiks des Betreuungspersonals, eingeschränkte Kita-Öffnungszeiten und / oder Urlaube der Kitas stellen die Eltern vor weiteren organisatorischen Problemen. Höchste Zeit also für unsere Politik, noch effektiver an einer familienfreundlichen Lösung des Betreuungsproblems zu arbeiten und den Mangel an Betreuungsplätzen endlich zu beheben.

Brennpunkt Kita-Mangel – Wie schlecht es um die Kitaplätze steht
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