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Kleinkinder in Bewegung: Warum Austoben so wichtig ist

In der Entwicklung vom Säuglings- zum Grundschulalter sind Kinder ständig in Bewegung: Sie toben herum, machen ihre ersten Versuche im Fußball oder hüpfen und klettern, was das Zeug hält. Und das ist auch gut so, denn ausreichend Bewegung ist wichtig für die Ausbildung der motorischen, sozialen und geistigen Fähigkeiten. Worauf muss man als Elternteil achten und welche Übungen eignen sich am besten für Kids im Alter von zwei bis vier Jahren?

Warum Bewegung eine so große Rolle spielt

Durch Bewegung lernen Kinder, sich selbst und ihre Umwelt zu erfahren. Wie laufe ich schnell die Treppen hoch? Was muss ich machen, um an den herabhängenden Apfel zu kommen? Wie fahre ich mit meinen neuen Inlineskates? Alle diese Dinge müssen erst gelernt werden, bevor sie einwandfrei funktionieren. Und dafür braucht es vor allem eines: Übung. Nur durch mehrmalige Wiederholungen können neue Nervenverbindungen aufgebaut sowie vernetzt werden und infolgedessen komplexe Bewegungsabläufe automatisiert werden. Schließlich muss das menschliche Gehirn erst in Erfahrung bringen, wie man Hindernisse überwindet oder wie man einen Ball fängt.

Ausreichend Bewegung ist also unverzichtbarer Bestandteil einer ganzheitlichen kindlichen Entwicklung – das Kind lernt seine körperlichen Fähigkeiten kennen. Aber nicht nur die allgemeine Motorik wird durch sportliche Aktivitäten ausgebaut, sondern gleichzeitig werden auch Muskulatur und Knochen gestärkt sowie die Haltung verbessert. Stoffwechsel und Kreislauf kommen in Schwung. Außerdem lernen Kinder beim Sport, sich an Regeln zu halten, Rücksicht auf andere zu nehmen und im Team zu agieren. Das sind alles Dinge, die wichtig für die Entwicklung sind und von denen Kinder in ihrem ganzen weiteren Leben profitieren. Denn wer vom Kindesalter an mit seinem Körper umgehen kann, lebt auch als Erwachsener gesünder, sozialer und riskiert weniger Unfälle.

Wie sich der zunehmende Mangel an Bewegung auswirkt

Vor dem Fernseher | © panthermedia.net /speedo101

Vor dem Fernseher | © panthermedia.net /speedo101

Kinder im Grundschulalter benötigen nach Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums eine tägliche Bewegungszeit von mindestens 90 Minuten; bei Kindergartenkindern sind es sogar über 180 Minuten pro Tag. Tatsächlich erreichen die meisten Kinder diese Werte aufgrund unterschiedlichster Faktoren heutzutage nicht mehr.

Unter anderem fehlt durch die voranschreitende Technisierung die Bewegung im Alltag: Kinder fahren mit dem Aufzug, anstatt die Treppen zu nehmen; treffen sich nicht mehr mit den Nachbarn zum Völkerball, sondern lieber zum Fernsehen; werden trotz eines kurzen Laufweges zur Schule gefahren. Die Zeiten, in denen Kinder den ganzen Nachmittag draußen waren, sind schlichtweg vorbei. Das liegt oftmals auch an langen Schultagen und übermäßig vielen Hausaufgaben, die ausreichend Bewegung häufig zu kurz kommen lassen. Außerdem fördern ängstliche Eltern mit übertriebenem Sicherheitsbedürfnis das Problem – sie wollen ihre Kinder lieber sicher und geborgen wissen und verbieten ihnen deshalb „gefährliche“ Aktivitäten.

Doch diese Entwicklung hat ernstzunehmende Folgen: Viele Schulanfänger sind nicht dazu in der Lage, einen Purzelbaum zu schlagen. Haltungsschäden treten bereits im Grundschulalter auf. Selbst Osteoporose und Typ-2-Diabetes kommen schon bei Jugendlichen vor, obwohl davon früher eigentlich nur Erwachsene höheren Alters betroffen waren. Zudem leidet am Ende der Grundschule durchschnittlich jedes vierte Kind an Übergewicht – eine gefährliche Entwicklung, die zum Umdenken anregen sollte.

Eine Veränderung fängt schon bei den Eltern an. Sie sind Vorbilder für ihre Kinder, sollten selbst aktiv werden und sie zum Sport anregen. Kinder wollen sich grundsätzlich bewegen, brauchen dafür aber den Anstoß und die Möglichkeiten. Wer in einer Familie aufwächst, die Wert auf Bewegung und Sport legt, wird später in jedem Fall die Vorteile zu schätzen wissen. Grund genug, sich als Elternteil öfter mal vom Sofa aufzuraffen und für ein aktives Familienleben einzustehen!

Welche Übungen die Entwicklung fördern

Junge mit Laufrad | © panthermedia.net /Daniel Kühne

Junge mit Laufrad | © panthermedia.net /Daniel Kühne

Das beste Gegenmittel zum Mangel an Bewegung heißt: Toben, toben, toben! Dabei ist es ganz egal, ob dies alleine oder mit Freunden passiert und ob Hilfsmittel verwendet werden oder nicht. Im Vordergrund sollte ein vielfältiges Angebot stehen, denn so wird Langeweile vermieden, die Motivation des Kindes geweckt und gleichzeitig der gesamte Bewegungsapparat geschult. An einem Tag kann man zum Beispiel einen großen Waldspaziergang mit der ganzen Familie veranstalten, während man sich am nächsten mit Bekannten auf dem Spielplatz trifft. Fangen quer durch den Garten, Verstecken im Keller oder Seilspringen auf der Wiese sind nur wenige von vielen weiteren Möglichkeiten.

Ein Laufrad für Kinder trainiert spielerisch die Koordination, den Gleichgewichtssinn und den natürlichen Bewegungsablauf. Bereits ab einem Alter von zwei Jahren können Kleinkinder damit sicher drinnen sowie draußen herumfahren und sich optimal auf das spätere Fahrradfahren vorbereiten. Auch Bobbycars sind ideal geeignet, um erste Fahrversuche zu unternehmen.

Grundsätzlich laden alle möglichen ungefährlichen Gegenstände im Haushalt und auf der Straße zum Spielen und darüber klettern ein: Bänke, Reifen, Holzklötze. Mit Wäscheklammern, Klopapier und anderen Alltagsgegenständen lassen sich lustige Koordinations- und Geschicklichkeitsspiele veranstalten – beispielsweise kann man versuchen, einen Luftballon zwischen die Beine zu klemmen und dabei schnell zu laufen. Man darf seiner Kreativität getrost freien Lauf lassen und verschiedene neue Spielmöglichkeiten suchen.

Kleinkinder in Bewegung: Warum Austoben so wichtig ist
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