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Umstieg auf eine private Krankenversicherung – Für welche Familien lohnt sich der Wechsel?

Freie Krankenhauswahl, kürzere Wartezeiten im Hinblick auf die Termingebung, Behandlung durch den Chefarzt: Die Vorteile einer privaten Krankenversicherung liegen auf der Hand. Während seit jeher diejenigen Patienten, die über die gesetzliche Krankenkasse versichert sind, volle Wartezimmer und unzureichende Ärztekapazitäten beklagen, hört man auf Seiten der Privatversicherten in der Regel deutlich weniger Beschwerden.

Da ist es nur selbstverständlich, dass gerade Eltern über den Wechsel von der GKV zur PKV nachdenken. Schließlich möchten sie ihren Kindern die beste ärztliche Behandlung und die renommiertesten Leistungen bieten. Doch nicht für jede Familie kommt ein Umstieg zur privaten Versicherung in Frage und wer sich falsch entscheidet, kann mitunter ein Leben lang unter zu hohen Beiträgen leiden. Wir erklären euch im Folgenden, für welche Familien ein Wechsel wirklich lohnenswert ist und welche lieber weiterhin der gesetzlichen Krankenkasse angehören sollten.

Das Krankenversicherungssystem in Deutschland

Das deutsche Krankenversicherungssystem ist weltweit einzigartig: Nirgendwo sonst existieren zwei Systeme der gesundheitlichen Absicherung auf solch eine Weise direkt nebeneinander. Ein Vergleich von gesetzlicher Krankenversicherung einerseits und privater Krankenversicherung andererseits gestaltet sich als durchaus schwierig. Denn während die Leistungen der gesetzlichen Kassen größtenteils identisch sind, bieten private Versicherer zahlreiche unterschiedliche Tarif-Optionen.

Die GKV existiert in Deutschland bereits seit der Einführung durch Otto von Bismarck im Jahre 1881 und hat sich seitdem nicht grundlegend verändert. Sie richtet sich nach dem Solidarprinzip: Gesetzlich Versicherte zahlen bis zu einer sogenannten Beitragsbemessungsgrenze den gleichen prozentualen Anteil (14,6%) ihres Einkommens. Die Höhe des Beitrages richtet sich also nach dem individuellen Einkommen, wobei Arbeitnehmer und Arbeitgeber diesen Beitrag je zur Hälfte zahlen. Gesetzliche Krankenkassen nehmen jeden auf, der einen Anspruch auf Versicherungsschutz hat – Alter, Wohlstand und Gesundheit spielen dementsprechend keine Rolle bei der Aufnahme.

Privat versichern dürfen sich dagegen nur Beamte, Selbstständige, Studenten oder Angestellte mit einem Gehalt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (60.750€ Brutto pro Jahr). Doch selbst wenn eines dieser Kriterien erfüllt wird, kann man von den privaten Anbietern abgelehnt werden, zum Beispiel bei einer vorliegenden chronischen Erkrankung oder psychischen Schäden. Die Höhe des Beitrages hängt von Alter, Gesundheitszustand und dem gebuchten Tarif ab, wobei sie in der Regel mit steigendem Alter steigt. Bei Angestellten übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte der Prämie, allerdings nur bis zum gesetzlich vorgeschriebenen Höchstsatz von 352€.

Vorteile einer privaten Krankenversicherung

In der PKV gibt es keinen festen Leistungskatalog, sondern zahlreiche unterschiedliche Tarife. Jeder Privatversicherte kann so nach seinen persönlichen Ansprüchen die Art und den Umfang der Versicherungsleistungen individuell zusammenstellen. Aus diesem Grund muss ein privater Versicherungstarif nicht zwangsläufig mehr bieten als ein regulärer gesetzlicher Schutz – in den meisten Fällen ist eine private Versicherung allerdings deutlich komfortabler. Neben Premium-Tarifen kann man zum Beispiel gewisse Extraleistungen hinzu buchen, wie etwa die Kostenübernahme für heilpraktische Behandlungen oder medizinische Kuraufenthalte.

Grundlegende, nahezu allgemeingültige Vorteile jeder PKV sind unter anderem die Erstattung aller medizinisch notwendigen Behandlungen und Untersuchungen sowie die Übernahme der Kosten für alle Medikamente (auch für rezeptfreie Arzneimittel). Zusätzlich zur Chefarztbehandlung und zur freien Krankenhauswahl steht Privatversicherten eine größere Therapiefreiheit des Arztes zur Verfügung. Dementsprechend können Patienten mit einer PKV von den neuesten Therapie- und Diagnoseverfahren profitieren.

Ein weiteres Plus der privaten Krankenversicherungen ist die Tatsache, dass vertraglich vereinbarte Leistungen im Nachhinein nicht gestrichen werden dürfen. Vereinfacht gesagt, bedeutet dies: Wer einen Tarif abschließt, hat stetig Anspruch auf die von ihm bezahlten Leistungen. Im Gegensatz dazu wird der Leistungskatalog der GKV im Rahmen von Reformen regelmäßig aktualisiert und mitunter auch eingeschränkt – es ist also nie sicher, inwiefern sich der Versicherungsschutz in der Zukunft verändern wird. In den vergangenen Jahren wurde von der Politik zum Beispiel die Erstattung von rezeptfreien Medikamenten abgeschafft, ohne dass sich am Zahlungsbeitrag der Privatpersonen etwas geändert hat. Sie zahlen dementsprechend weiterhin denselben Beitrag, allerdings für weniger Versicherungsleistung.

Welche Familien von einer PKV profitieren

Eltern mit Kind | © panthermedia.net /Ronalds Stikans

Eltern mit Kind | © panthermedia.net /Ronalds Stikans

Doch trotz aller Vorteile sollte sich nicht jeder, der laut Gesetz für eine Privatversicherung in Frage kommt, wirklich für einen Wechsel entscheiden. Denn die Entscheidung für eine private Versicherung ist in aller Regel eine Entscheidung für das Leben, da die Rückkehr in das Solidarsystem oftmals mit sehr strengen Regeln verbunden ist. Bevor man übereilte Schritte geht, sollte man daher gründlich prüfen, ob man alle Voraussetzungen erfüllt und ob man sich die Beiträge aktuell sowie zukünftig tatsächlich leisten kann. Werden diese beiden Fragen gewissenhaft mit „Ja“ beantwortet, dann ist ein Wechsel zu einer PKV in der Tat ratsam, da die dortigen Patienten-Bedingungen für eine deutlich höhere Zufriedenheit sorgen.

Für Familien gilt es zu berücksichtigen, dass man bei einer PKV im Gegensatz zu einer GKV die Kinder und den Partner nicht beitragsfrei mitversichern lassen kann. Jedes Familienmitglied muss also einzeln versichert werden, was meist höhere Kosten als bei einer gesetzlichen Krankenversicherung hervorruft. Allerdings haben mittlerweile viele Privatversicherungen Rabatte eingeführt, mit denen auch Kinder attraktiv und kostengünstig versichert werden können. Möchte man also zu einer privaten Kasse wechseln, muss man sich unbedingt über die möglichen Kinder-Tarife informieren. Grundsätzlich ist es wichtig, verschiedene Anbieter gegenüberzustellen, um somit das bestmögliche Preis-Leistungs-Verhältnis für die eigenen Wünsche zu finden. Auf Fachseiten wie pkv-tarifvergleich.info kann man die unterschiedlichen Tarife kostenlos und unverbindlich vergleichen und sich zudem professionell beraten lassen.

Alles in allem sollten Familien, die nicht so viel Einkommen aufweisen, von einer PKV eher absehen – die monatliche Beitragszahlung ist für sie nicht rentabel und durchführbar. Dagegen ist es besonders für Familien mit hohem Einkommen empfehlenswert, auf eine PKV umzusteigen. Bei ihnen zahlt die Familie mitunter sogar einen niedrigen Monatsbeitrag als bei der gesetzlichen Kasse, bekommt aber mehrere Extra-Leistungen zur Verfügung gestellt. Auch Selbstständige und Beamte treffen mit einem privaten Versicherungsschutz definitiv die bessere Wahl. Sie können über eine private Versicherung ebenso Geld einsparen und dabei von den zahlreichen Patienten-Vorteilen profitieren.

Umstieg auf eine private Krankenversicherung – Für welche Familien lohnt sich der Wechsel?
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